Carl Zeiss Meditec

„Unsicherheit ist unsere größte Herausforderung in der VUCA-Welt“

| Redakteur: Peter Reinhardt

Justus Felix Wehmer, Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG: „Bei vielen VUCA-Aspekten, wie etwa zunehmenden internationalen Handelsbarrieren, sind die Folgen derzeit nicht absehbar.“
Justus Felix Wehmer, Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG: „Bei vielen VUCA-Aspekten, wie etwa zunehmenden internationalen Handelsbarrieren, sind die Folgen derzeit nicht absehbar.“ (Bild: Carl Zeiss Meditec)

Digitalisierung und Freihandel, darüber diskutieren derzeit die Manager in der Medizintechnik. Sie sehen sich dabei zunehmend den Herausforderungen einer VUCA-Welt konfrontiert (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity).

  • „7. Außenwirtschaftstag Medizintechnik, Pharma und Labortechnik“ von Spectaris am 20. März in Berlin
  • Folgen internationaler Handelsbarrieren, sind derzeit nicht absehbar
  • Nationalstaatliche Regulierung kann Zugang zu kleineren Märkten erheblich erschweren

Wie die Carl Zeiss Meditec AG diese Herausforderungen meistert, erläutert Finanzvorstand Justus Felix Wehmer im Vorfeld seiner entsprechenden Key-Note auf dem „7. Außenwirtschaftstag Medizintechnik, Pharma und Labortechnik“ von Spectaris am 20. März in Berlin.

Welches der vier VUCA-Schlagworte beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Die Zeiss-Gruppe und auch die Carl Zeiss Meditec AG haben das vergangene Geschäftsjahr sehr erfolgreich abgeschlossen. Mit guten Wachstumszahlen, zufriedenstellender Profitabilität und einer soliden Bilanz. Von daher haben wir momentan noch eine relativ komfortable Ausgangslage. Wenn ich ein Schlagwort aber herausgreifen sollte, dann würde ich Uncertainty, also die Unsicherheit, hervorheben – auch aufgrund unserer globalen Aufstellung und Geschäftstätigkeit. Viele externe Faktoren und Makro-Entwicklungen beeinträchtigen die Rahmenbedingungen bereits seit einiger Zeit. Hierzu gehört etwa der regulatorische Wandel, der Verschärfungen für die gesamte Branche mit sich bringt, mehr Bürokratie und eine Unsicherheit, wie die gestellten Anforderungen etwa von den zuständigen Behörden und den Benannten Stellen adressiert werden können. Bei vielen dieser Aspekten, wie etwa auch den zunehmenden internationalen Handelsbarrieren, sind die Folgen derzeit nicht absehbar.

Inwiefern sind speziell Medizinprodukthersteller von dieser Problematik betroffen?

Manche Aspekte betreffen Medizinproduktehersteller mehr, andere eher weniger. Von daher kann diese Frage nicht pauschal beantwortet werden. Viele Medizinprodukte sind zum Beispiel eher weniger konjunkturabhängig. Die verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen spielen auf der anderen Seite aber gerade für Medizintechnikhersteller eine größere Rolle als für andere Branchen.

Das gegenwärtige Auseinanderfallen von regulatorischen Anforderungen für die Zulassung von Medizinprodukten nach Regionen beziehungsweise nach Nationalstaaten ist ein Beispiel, das den Zugang zu etwa kleineren Märkten erheblich erschweren kann – und die Kosten für die Bereiche Zulassungen und klinische Studien in die Höhe treibt. Zudem wird es auch immer schwieriger, die entsprechenden Fachkräfte genau für diese Bereiche zu finden.

Ich sehe aber einige der Trends als Chancen, die es für die Medizintechnikbranche zu nutzen gilt. So etwa die Digitalisierung, die uns große Möglichkeiten bietet, künftige Herausforderungen zu meistern.

Welchen Rat können Sie anderen Herstellern geben?

Für mich sind zwei Aspekte ganz wesentlich: erstens eine langfristige Strategie zu haben, die Megatrends berücksichtigt und sich an Kundenbedürfnissen ausrichtet. Und sich zweitens, aus dieser Position der Stärke heraus, in der wir uns momentan noch befinden, aktiv auf Veränderungen vorzubereiten, die eigene Organisation widerstandsfähig zu machen. Das Schlagwort Resilience wird in diesem Zusammenhang oftmals genannt. Also – sich flexibel aufstellen, Effizienzen und Produktivität genau unter die Lupe nehmen und frühzeitig Veränderungen anstoßen – nicht erst, wenn man bereits mit Gegenwind zu kämpfen hat. Und bei alldem aber trotzdem gezielt und strategisch investieren.

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