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Über die Medizintechnik zur Revolution der Messtechnik

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Messarme können zudem mit einer Laser Line Probe ausgerüstet werden. So können Anwender ohne direkten Kontakt Daten über ein Bauteil erfassen ähnlich wie beim Lackieren mit Spritzpistole. Eine Laser Line Probe kann schnell mit hoher Frequenz Daten (Punktewolken) gewinnen. Das Ergebnis sind viele Millionen Punkte, aus denen ein CAD-Modell erzeugt werden kann.

Anwendungsbereiche und Vorteile eines Messarms mit Laser Line Probe

Die Vorteile des Laserscannens sind die schnelle Datensammlung, Nutzerfreundlichkeit (einfach zielen und schießen) und ein geringeres Risiko der Beeinträchtigung des Teils bei der Messung. Die Laser Line Probe an einem Messarm besteht normalerweise aus einer Kamera und einem Laseremitter. Der von einem Emitter ausgestrahlte Laser erscheint als Laserstreifen oder als sich bewegender Laserpunkt, der einem Laserstrahl ähnelt. Der Laserstrahl wird dann auf ein Teil projiziert und die Kamera erfasst Daten entsprechend der Position des Lasers auf dem Teil, sodass dreidimensionale Punkte entstehen. Die erfassten Punkte werden dann zurück an einen Computer gesendet. Punkte können überall gesammelt werden, von 10.000 bis 500.000 Punkte pro Sekunde.

Typische Anwendungen für einen Messarm mit Laser Line Probe sind:

  • CAD-basierte Inspektion: Vergleich von Punktewolkendaten mit einem CAD-Modell in Echtzeit.
  • Reverse Engineering: Erfassung von dreidimensionalen Daten über ein Teil zur Schaffung eines 3D-Modells.
  • Erstmusterprüfungen: Erfassung von Merkmalen eines einzelnen Teils zum Vergleich mit einem CAD-Modell und Archivierung im Unternehmen.
  • Dokumentation von Artefakten: Archivierung digitaler Informationen für die Forschung oder historische Reproduktion.

Neue Software bringt CAD-Daten in die Fertigungsumgebung

Um CAD-basierte 3D-Messsoftware zu integrieren, erwirbt Faro 1998 den deutschen Softwarehersteller Cats (Computer Aided Technologies). Diese Software bietet die Möglichkeit, CAD-Daten in die Fertigungsumgebung zu bringen. Die neuen Ressourcen erlauben eine Verbesserung der Faro-Software Anthro-CAM – des Vorläufers der CAM2-Messprogramme.

Da Faro sein Portfolio auch um moderne Lasertrackertechnik erweitern möchte, erfolgt im Jahr 2002 die Akquisition der Spatial Metrix Corporation mit Sitz in Pennsylvania. Im gleichen Jahr kommen der Faro-Arm Platinum sowie der Faro-Arm Titanium auf den Markt. Rund 20 Jahre nach seinem Marktstart hat Faro damit nicht nur den meistverkauften Messarm im Portfolio, sondern mit dem Laser Tracker auch das erfolgreichste Lasermesssystem der Welt. Im darauffolgenden Jahr kommt der Faro Gage auf den Markt. Der Messarm für kleine Reichweiten ist durch seine Genauigkeit und leichte Bedienbarkeit das beste portable Koordinatenmessgerät zu dieser Zeit. In den Jahren von 2007 bis 2010 bringt Faro zahlreiche Entwicklungen hervor. Die Faro-Arm-Produktreihe (Faro-Arm Quantum und Fusion), die 2007 auf den Markt kommt, erreicht eine um bis zu 30 % höhere Messgenauigkeit. Diese Präzision verschafft dem Unternehmen eine Spitzenposition, vor allem bei Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt- sowie der Automobilindustrie. 2009 wird der Faro-Lasertracker ION vorgestellt, der mit einer Reichweite von 110 m und Genauigkeiten bis in den Hundertstel-Millimeter-Bereich überzeugt.

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