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Aesculap / Medical Mountains / Weber Instrumente

Tuttlingen im TV: SWR berichtet über Probleme mit der MDR

| Redakteur: Julia Engelke

Dass das in der Medizintechnikbranche diskutierte Thema MDR-Umsetzung auch außerhalb der Branche angekommen ist, zeigt ein Beitrag des SWR vom 18. Juli 2019. In der Region Tuttlingen wurden Unternehmen besucht und gefragt, wie sie mit der Umsetzung der MDR-Verordnung umgehen.

Firmen zum Thema

Auch in der Firmenzentrale der Aesculap AG in Tuttlingen spürt man die Auswirkungen der MDR-Umsetzung.
Auch in der Firmenzentrale der Aesculap AG in Tuttlingen spürt man die Auswirkungen der MDR-Umsetzung.
(Bild: Aesculap)
  • Teile des Ertrages fließen in die MDR-Umsetzung
  • Probleme führen zu einem verstärkten Miteinander
  • Weber Instrumente: Dokumentation als Dienstleistung

Die Region Tuttlingen ist mit derzeit 400 Unternehmen die wichtigste Medizintechnik-Region Europas. Doch auch hier sind Probleme, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der Medical Device Regulation (MDR) stehen, spürbar.

250 Mitarbeiter für die Umsetzung der MDR

Aesculap ist in Tuttlingen mit 3.500 Mitarbeitern das größte Medizintechnikunternehmen der Region. Von den Mitarbeitern muss das Unternehmen jetzt 250 Mitarbeiter für die Umsetzung der Verordnung abstellen. Joachim Schulz, Vorstandsvorsitzender Aesculap: „Wir opfern quasi einen Teil unseres Ertrages, den wir sonst in die Zukunft stecken würden, eben dieser Verordnung. Wir haben zum Glück die Ressourcen, uns das leisten zu können, aber es gibt natürlich viele kleine Unternehmen, die sich das nicht so ohne weiteres leisten können.“

20 Prozent der Arbeitsplätze in Gefahr

Die Medical Mountains GmbH befürchtet, dass 30 Prozent der ansässigen Medizintechnikunternehmen wegen der EU-Verordnung aufgeben könnten. Dazu Julia Steckeler (Geschäftsführerin Medical Mountains): „Das beinhaltet auch 20 Prozent der Arbeitsplätze hier vor Ort, die Gefahr laufen, wegzufallen. Was wir feststellen über die letzte Monate ist, dass die Unternehmen wollen. Sie möchten weitermachen und damit kommen wir zu einem Wandel weg von der Abschottungskultur hin zu einem verstärkten Miteinander.“

Weber Instrumente ist vorbereitet

Wie man als kleines Unternehmen mit 65 Mitarbeitern die Verordnung mit genügend Vorbereitung meistern und sogar noch einen Vorteil daraus ziehen kann, zeigt Weber Instrumente. Das Familienunternehmen, das weltweit in OPs verwendete chirurgische Werkzeuge herstellt, stellt 15 Mitarbeiter für die EU-gemäße Dokumentation aller Produkte ab. Zusätzlich dazu wird diese Dokumentation den Kunden aber auch als Dienstleistung angeboten. Dass dieses Angebot gut angenommen wird, zeigt der Umsatz aus dem letzten Jahr: über 40 Prozent ist dieser gewachsen. Uli Kammerer (CEO von Weber Instrumente): „Im Moment ist unser Wettbewerbsvorteil, dass wir unseren Kunden ein Gesamtpaket anbieten können, das nicht nur aus dem reinen Instrument besteht, sondern auch aus der Dokumentation, die der Kunde verwenden kann, um seine eigenen technischen Files zu erstellen und damit alle Regularien erfüllt, um das Produkt in den Markt einführen zu können.“

Zwei Unternehmen aus der Region zeigen, wie das verstärkte Miteinander aussehen kann: Weber Instrumente und Aesculap engagieren sich ehrenamtlich bei Medical Mountains, um andere Unternehmen bei der Umsetzung der EU-Verordnung zu unterstützen. So soll Tuttlingen als größte Medizintechnik-Region europaweit erhalten bleiben.

Der SWR-Beitrag kann hier angeschaut werden.

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