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Feimess Suhl Spürbar präzise Gewindetriebe

| Redakteur: Peter Reinhardt

Zur genauen Ausrichtung auf die Pupillenmitte setzt ein Hersteller augenoptischer Apparaturen auf hochpräzise Gewindetriebe, in die das Know-how aus der Fertigung von Präzisionsgewinden für Messschrauben einfließt. Das erlaubt den Bedienern, die Bewegungen feinfühlig zu spüren und zu hören.

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Fast jeder kennt sie – die Messapparaturen zur Feststellung geeigneter Sehhilfen. Waren es früher Messbrillen, in die verschiedene Gläser eingesetzt wurden, sind es heute manuell oder computergesteuerte Phoropter, mit denen sich Glasstärken und Achslagen für die Augen bestimmen lassen.
Fast jeder kennt sie – die Messapparaturen zur Feststellung geeigneter Sehhilfen. Waren es früher Messbrillen, in die verschiedene Gläser eingesetzt wurden, sind es heute manuell oder computergesteuerte Phoropter, mit denen sich Glasstärken und Achslagen für die Augen bestimmen lassen.
(Bild: Doms)

Fast jeder kennt sie – die Messapparaturen zur Feststellung geeigneter Sehhilfen. Waren es früher Messbrillen, in die verschiedene Gläser eingesetzt wurden, sind es heute manuell oder computergesteuerte Phoropter, mit denen sich Glasstärken und Achslagen für die Augen bestimmen lassen. Neben diesen Werten ist besonders die präzise Messung des Pupillenabstands entscheidend. Dafür wird jede Phoropterhälfte mit ihrer Optik in Breite und Höhe präzise auf die Mitte der Pupille ausgerichtet und deren Abstand von der Mitte des Nasenrückens nach rechts und links festgehalten. Die Ausrichtung jeder Gerätehälfte erfolgt wahlweise manuell oder motorisch über je einen hochpräzisen Gewinde-trieb. Dabei handelt es sich um eine besondere Form von Linearantrieben, die sich durch hohe Reproduzierbarkeit, Schlupffreiheit sowie hohe Auflösung und geringe Einbaumaße auszeichnen. Die Präzision der Gewinde-triebe hängt in hohem Maße von der Güte ihrer Antriebsspindeln und deren Muttern ab.

Gewindetriebe für den weltweit kleinsten Phoropter

„Bei Phoroptern der Spitzenklasse muss der Augenarzt die Präzision des Gewindetriebs spüren, wenn er ihn manuell bedient. Und er muss sie hören, wenn die Spindel motorisch bewegt wird“, sagt Manfred Doms, geschäftsführender Gesellschafter von Doms Eye-Technology im thüringischen Saalfeld. Sein Unternehmen ist spezialisiert auf augenoptische Untersuchungsplätze. Zu den jüngsten Eigenentwicklungen zählt ein besonders kleiner und leichter Phoropter. Das Gerät liefert alle üblichen Gebrauchswerte, sei aber das mit Abstand kleinste und mit einem Gewicht von nur 600 Gramm auch das leichteste seiner Art weltweit. Vergleichbare Phoropter sind knapp sechsmal so schwer.

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Die Gewindetriebe müssen daher ebenfalls sehr klein und leicht sein. Jeder Doms-Phoropter ist entsprechend mit zwei applikationsspezifisch angefertigten Verstelleinheiten der Baugröße M3 ausgerüstet – eine mit Rechts- und eine mit Linksgewinde. Dabei setzt Doms in den motorisch verstellbaren Refraktionssystemen Spindeln mit einer Steigung von 0,5 mm und in den manuellen Varianten dreigängige Spindeln mit einer Steigung von 1,5 mm ein. „Für die Distanzanpassung per Hand benötigten wir eine selbsthemmende Verstelleinheit mit möglichst wenigen Umdrehungen für den Verstellbereich“, erklärt Doms die hohe Steigung der dreigängigen Spindel.

Lieferant der maßgeschneiderten Gewindetriebe mit einer Länge von 37,9 mm ist Feinmess Suhl (FMS). Das Unternehmen entwickelt und fertigt mechanische sowie elektronische Präzisionsmesstechnik und zählt zu Deutschlands ältesten Herstellern von Messwerkzeugen. Der Schwerpunkt liegt neben der Produktion von Standardmessgeräten auf der Entwicklung kunden- und applikationsspezifischer Systemlösungen. Zu dieser Produktgruppe gehören auch die speziell für Doms konzipierten Gewindetriebe.

Mit der Präzision einer Messschraube

Bei der Fertigung dieser Passgruppen aus Präzisionsspindeln und extra kleinen Messingmuttern fließt Know-how aus der Herstellung von Präzisionsgewinden für Messschrauben ein. Wie alle Gewindetriebe von FMS zeichnen sich auch die Phoropterantriebe durch hohen Wirkungsgrad, Linearität sowie durch gleichförmige Antriebsmomente und lange Lebensdauer aus. Weiteres Merkmal ist ihre Gängigkeit. „Spindel und Mutter müssen so gut aufeinander eingestellt sein, dass sie sich beim Drehen zwischen zwei Fingern wie eine hochwertige Messschraube anfühlen. Erst dann sind wir zufrieden“, erklärt Theo Merkel, der auf Seiten von FMS maßgeblich an der Entwicklung der Präzisionsgewindetriebe für Doms beteiligt war.

Hochgenaue Gewindetriebe werden deshalb bei FMS ausschließlich schleifend hergestellt. Profiltreue, Konstanz der Flankendurchmesser, Steigungsgenauigkeit und beste Oberflächengüte sind maßgebliche Faktoren für das Zusammenspiel der Gewindespindeln mit spielarmen Muttern. Dafür verfügt FMS über eine vollklimatisierte Gewindeschleiferei mit angegliedertem Messraum. So erreichen die Messtechnik-Spezialisten Genauigkeiten bis ISO-Toleranzklasse T1. Auf Wunsch kann FMS die Gewindetriebe auch galvanisieren, skalieren und beschriften.

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