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Certified Professional for Medical Software Sinn und Qualität zertifizierter Ausbildung

| Autor / Redakteur: Autorin | Dr. Klaudia Dussa-Zieger / Peter Reinhardt

Aus- und Fortbildungen für die Medizintechnik gibt es wie Sand am Meer. Unter wohlklingenden Titeln werden gleiche oder völlig konträre Inhalte angeboten. Fast alle tragen den Vermerk „Zertifikat“ – oftmals nur ein Teilnahmezertifikat. Eine Betrachtung am Beispiel Certified Professional for Medical Software.

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„Zertifikate zeigen Arbeitgebern, welches Know-how sie bei Bewerbern erwarten dürfen“, Dr. Klaudia Dussa-Zieger, Method Park.
„Zertifikate zeigen Arbeitgebern, welches Know-how sie bei Bewerbern erwarten dürfen“, Dr. Klaudia Dussa-Zieger, Method Park.
(Bild: Method-Park)

Wer Schulungsmöglichkeiten zu einem medizintechnischen Thema sucht, sollte bei mehreren Trainingsanbietern die jeweiligen Seminardetails erfragen und das Angebot genau vergleichen. Mitunter geht hierbei die Übersicht verloren. Und dabei ist es egal, ob es um Weiterbildung zur Entwicklung medizinischer Soft- und Hardware oder Einhaltung des Medizinproduktegesetzes geht. Ein gleiches Verständnis der Inhalte und hohe Sicherheit bezüglich der Lehrqualität bieten allein Seminare mit definiertem Lehrplan und Prüfungsunterlagen, die ein unabhängiges Experten-Gremium erarbeitet hat. Die Schulungsanbieter müssen sich für den Lehrplan akkreditieren; unabhängige Zertifizierungsstellen nehmen die Prüfung ab.

Experten aus Industrie und Forschung bilden ein unabhängiges Board und definieren den Lehrplan. Typischerweise enthält der Lehrplan Lernziele, Lerninhalte, damit verbundene Begriffe, Aufwände pro Lerninhalt sowie Kognitivitätsstufen, die beschreiben, wie der Lernende das vermittelte Wissen beherrschen soll. Viele solcher Boards wie das International Software Testing Qualifications Board (ISTQB) oder das International Software Architecture Qualification Board (ISAQB) folgen einem mehrstufigen Schema, in dem erst das Basiswissen und dann weiterführende Kenntnisse definiert werden. In der Regel sind die Lehrpläne frei verfügbar. Zudem ist ersichtlich, wer daran mitgearbeitet hat.

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Gewaltenteilung erwünscht

Jeder Trainingsanbieter muss sich zunächst bei dem entsprechenden Board akkreditieren. Doch nicht jedes Board prüft deren Unterlagen im Vorfeld. So ist das Review der Unterlagen bei ISTQB verpflichtend, während sich das ISAQB vorbehält, die Unterlagen und die Schulungsorganisation nur stichprobenartig zu kontrollieren.

Für die Prüfung der Teilnehmer ist eine unabhängige Zertifizierungsstelle zuständig, die einen Vertrag mit dem Board abgeschlossen haben muss. Das Board erstellt die Prüfungsfragen, die Zertifizierungsstelle nimmt die Prüfung ab. Einzige Verbindung zwischen Trainingsanbieter und Zertifizierungsstelle ist die Abstimmung des Prüftermins.

Die Fachexpertise des Boards stellt Qualität von Lehrplan und Prüfung sicher. Durch die Akkreditierung der Trainingsanbieter wird die Qualität der Unterlagen geprüft. Dabei verhindert die Unabhängigkeit der Zertifizierungsstelle Einflussnahmen durch den Trainingsanbieter. Diese personelle und organisatorische Trennung der Aufgaben bei der Umsetzung von Schulungsthemen macht die hohe Qualität bei den Zertifizierungen letztlich erst möglich. Das gilt beispielsweise auch für die Ausbildung zum Certified Professional for Medical Software (CPMS).

2009 wurde eine Initiative ins Leben gerufen, um für Software-Entwickler in der Medizintechnik ein Aus- und Weiterbildungsschema zu definieren. Namhafte Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie verschiedene Trainingsanbieter gründeten das „International Certified Professional for Medical Software Board“ (CPMS Board). Dieses Board definiert den Lehrplan und die Prüfung für den Certified Professional für Medical Software.

Aussagekräftige Zertifikate

Ein Indikator für die Qualität zertifizierter Schulungen und Zertifikate ist die Verteilung der Verantwortung auf unabhängige Organisationen. Das gilt für die Definition der Lehrinhalte, die Durchführung der Schulung und die Prüfung. Ein Zertifikat zeigt dem Arbeitgeber, welches Know-how er bei einem Bewerber erwarten kann. Eine reale Bereicherung kann eine Schulung indes nur erbringen, wenn der Teilnehmer das vermittelte Wissen auch in seinem Berufsalltag anwendet.

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