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Siemens „Siemens Healthineers ist bereit für sein Börsendebüt“

Redakteur: Kathrin Schäfer

Heute Morgen hat Siemens den Börsengang von Siemens Healthineers für das erste Halbjahr 2018 angekündigt. Wie viele Anteile Siemens verkaufen wird, ist noch unklar.

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Siemens Healthineers soll ein Kerngeschäft von Siemens bleiben. Doch mit dem Börsengang möchte der Konzern seine unternehmerische Flexibilität erhöhen und das Fundament für künftiges Wachstum legen.
Siemens Healthineers soll ein Kerngeschäft von Siemens bleiben. Doch mit dem Börsengang möchte der Konzern seine unternehmerische Flexibilität erhöhen und das Fundament für künftiges Wachstum legen.
(Bild: www.siemens.com/press)
  • Siemens plant Börsengang für die bestehenden Aktien von Siemens Healthineers
  • Börsengang soll planmäßig in der ersten Jahreshälfte 2018 erfolgen, vorbehaltlich Kapitalmarktumfeld
  • Bedeutender Minderheitsanteil soll in den Streubesitz übergehen
  • Notierung im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse vorgesehen

Die Siemens AG Siemens und Siemens Healthineers haben heute angekündigt, dass der geplante Börsengang der Siemens Healthineers AG vorbehaltlich Kapitalmarktbedingungen in der ersten Jahreshälfte 2018 erfolgen soll. Auch wenn sich der Konzern selbst nicht genauer äußert, so weist das Handelsblatt darauf hin, dass es von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz in der Regel lediglich vier Wochen dauere, „sodass Healthineers noch vor Ostern an der Börse gelistet sein kann.“

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Bei dem Börsengang handelt es sich um eine Zweitplatzierung von Aktien aus den bestehenden Anteilen von Siemens. Der geplante Streubesitz eines bedeutenden Minderheitsanteils soll einen liquiden Markt für die Aktien von Siemens Healthineers schaffen. Die Mehrheit der Aktien an Siemens Healthineers bleibt jedoch langfristig bei Siemens. „In Finanzkreisen wird erwartet, dass Siemens 15 bis 20 Prozent seiner Healthineers-Papiere verkauft“, heißt es dazu bei der Nachrichtenagentur Reuters.

Börsengang als Fundament für weiteres Wachstum von Siemens Healthineers

Der Börsengang ist im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse geplant. „Siemens Healthineers ist jetzt bereit für sein Börsendebüt“, sagte Michael Sen, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens Healthineers und Vorstandsmitglied von Siemens. „Wir haben hart dafür gearbeitet, nun ein so spannendes Geschäft an die Börse zu bringen und erwarten, dass Siemens Healthineers seine Stärken nach dem Listing noch effektiver einsetzen kann.“

Video: Die Ankündigung des Siemens-Konzerns, Werke in Deutschland zu schließen, war am 21. November 2017 Thema einer aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag.

Während Siemens Healthineers ein Kerngeschäft von Siemens bleibt, soll der Börsengang die unternehmerische Flexibilität erhöhen und das Fundament für künftiges Wachstum legen. Mit einem Umsatz von 13,8 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2017 und einem bereinigten Profit von 2,5 Mrd. Euro (was einer bereinigten Profit-Marge von zirka 18 Prozent entspricht) zählt Siemens Healthineers zu den weltweit führenden Unternehmen im Gesundheitswesen.

Healthineers-Strategie 2025 setzt auf Wachstum und Margenausweitung

„Durch den Börsengang erhalten wir die zusätzliche Freiheit, die wir brauchen, um unsere globale Führungsrolle weiter auszubauen. Mit unserer Strategie 2025 sind wir ideal positioniert, um den Paradigmenwechsel in unserer Branche zu nutzen und weiteres Wachstum zu generieren,“ äußert sich Bernd Montag, CEO von Siemens Healthineers, zum Börsengang.

Für die Kernmärkte von Siemens Healthineers mit einem geschätzten Volumen von mehr als 50 Mrd. Euro pro Jahr wird von 2016 bis 2021 ein jährliches Wachstum von durchschnittlich drei bis fünf Prozent erwartet, unterstützt durch Megatrends wie eine wachsende und alternde Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, den verbesserten Zugang zur Gesundheitsversorgung in aufstrebenden Ländern sowie den technologiegetriebenen Wandel. Mit seiner Strategie 2025 beabsichtigt Siemens Healthineers, das Umsatzwachstum mit struktureller und kontinuierlicher Margenausweitung zu beschleunigen.

In anderen Sparten baut Siemens weltweit Personal ab

Nicht allen Siemens-Sparten geht es jedoch so gut wie dem Bereich Healthare. Erst im November 2017 sorgte eine Ankündigung des Siemens-Konzerns in Deutschland für Unmut unter Beschäftigten, Politikern und Gewerkschaftlern: Demnach wird Siemens in den nächsten Jahren weltweit 6.900 Stellen im Geschäft mit großen Gasturbinen, Generatoren und Elektromotoren abbauen. In Deutschland ist eine Anpassung um rund 2.600 Stellen geplant.

Die Pläne von Siemens sehen vor, die Standorte Görlitz mit aktuell rund 720 Arbeitsplätzen und Leipzig mit zirka 200 Arbeitsplätzen zu schließen. Schon heute liegt die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland mit 7,7 Prozent deutlich über der von Westdeutschland (5,3 Prozent).
Die Pläne von Siemens sehen vor, die Standorte Görlitz mit aktuell rund 720 Arbeitsplätzen und Leipzig mit zirka 200 Arbeitsplätzen zu schließen. Schon heute liegt die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland mit 7,7 Prozent deutlich über der von Westdeutschland (5,3 Prozent).
(Bild: Bundesagentur für Arbeit / Statista)

Die Pläne sehen vor, die Standorte Görlitz mit aktuell rund 720 Arbeitsplätzen und Leipzig mit zirka 200 Arbeitsplätzen zu schließen. Von einem „Job-Kahlschlag in Deutschland“ sprach damals Der Spiegel in einem Artikel über die Schließung der beiden Werke in Sachsen. „Siemens geht es gut, das gilt aber nicht für alle zehn Sparten des großen Mischkonzerns“, so lautete damals das Fazit der Neuen Zürcher Zeitung.

„Die Einschnitte sind notwendig, um unser Know-how bei der Kraftwerkstechnologie, bei Generatoren und bei großen elektrischen Motoren nachhaltig wettbewerbsfähig halten zu können. Das ist das Ziel unserer Maßnahmen. Das wird uns aber nur gelingen, wenn wir Antworten auf die weltweiten Überkapazitäten und den dadurch ausgelösten Preisdruck finden“, erklärte damals Janina Kugel, Chief Human Resources Officer und Mitglied des Vorstands der Siemens AG, im November. In der Tat investiert Siemens weiter in Wachstumsmärkte und baut in den entsprechenden Geschäften Personal auf. So wurden im Geschäftsjahr 2017 weltweit fast 39.000 Menschen eingestellt, davon etwa 5.200 in Deutschland.

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