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Medizintechnik-Report 2014 Radikaler Wandel der Branchenregeln für Medizintechnikhersteller

| Redakteur: Peter Reinhardt

Der jährliche Medizintechnikreport von EY (Ernst & Young) stellt klassischerweise die finanzielle Situation der Branche da. Die ist aktuell robust. Dieses Jahr wird jedoch darüber hinaus ein radikaler Wandel der klassischen Branchenregeln prognostiziert.

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„Medizintechnikunternehmen müssen ihr Angebot deutlich von den Angeboten anderer Hersteller abheben und ihre Produkte so konzipieren und vermarkten, dass die Vorteile für die Kunden offensichtlich werden“, Siegfried Bialojan, Leiter des EY-Life-Science-Kompetenzzentrums in Mannheim.
„Medizintechnikunternehmen müssen ihr Angebot deutlich von den Angeboten anderer Hersteller abheben und ihre Produkte so konzipieren und vermarkten, dass die Vorteile für die Kunden offensichtlich werden“, Siegfried Bialojan, Leiter des EY-Life-Science-Kompetenzzentrums in Mannheim.
(Bild: Reinhardt)

Drei Kernaussagen kennzeichnen den Medizintechnik-Report 2014 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young):

  • 1. Die Umsatzerlöse der Medizintechnikunternehmen in den USA und Europa steigen moderat.
  • 2. Das Deal-Volumen von Fusionen und Übernahmen steigt signifikant.
  • 3. Die wichtigste Botschaft ist jedoch, dass Ärzte schon in den nächsten drei Jahren immer weniger Einfluss auf Kaufentscheidungen im Bereich Medizintechnik haben werden. Damit steht ein radikaler Wandel der klassischen Branchenregeln bevor.

Medizintechnikumsätze wachsen moderat um 4 Prozent

Die Medtech-Unternehmen in den USA und Europa verzeichneten laut EY-Report im Jahr 2013 ein moderates Umsatzwachstum von 4 Prozent auf 336,2 Mrd. US-Dollar. Damit liegt das Branchenwachstum globaler Public Companies jedoch noch erheblich unter den vor der Finanz- und Wirtschaftskrise verzeichneten Wachstumsraten. Noch geringer fällt das Umsatzwachstum deutscher Medizintechnikunternehmen aus, das der Branchenverband BVMed mit 2,6 Prozent fürs Jahr 2013 beziffert.

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Deutlich mehr M&A-Aktivitäten in der Medizintechnik

Deutlich zugenommen haben hingegen die weltweiten M&A-Aktivitäten in der Medizintechnikbranche: In dem im Juni 2014 endenden Zwölfmonatszeitraum stieg der Gesamtwert von Fusionen und Übernahmen von US-amerikanischen und europäischen Unternehmen um 135 Prozent auf 85,6 Mrd. US-Dollar. Auch ohne die sogenannten Megadeals, also Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 10 Mrd. US-Dollar, erhöhte sich der Wert der M&A-Transaktionen in diesem Zeitraum um 28 Prozent auf 29,3 Mrd. US-Dollar. Dabei konzentrierten sich die Medizintechnikunternehmen auf Akquisitionen, mit denen sie ihr Know-how für bestimmte Krankheiten erweitern oder ihre Präsenz in bestimmten Regionen, wie den Schwellenländern, verstärken konnten.

Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Börsengänge von Medizintechnikunternehmen: Sie erreichte in dem im Juni 2014 endenden Zwölfmonatszeitraum den höchsten Stand der letzten Jahre. Insgesamt 31 Unternehmen wurden in diesen zwölf Monaten in den USA und Europa an die Börse gebracht, das Emissionsvolumen betrug 1,5 Mrd. US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 600 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Medizintechnik-Report 2014“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young).

Klassische Branchenregeln verlieren an Bedeutung

„Die Medtech-Branche zeigt sich weiterhin robust“, erklärt Siegfried Bialojan, Leiter des EY-Life-Science-Kompetenzzentrums in Mannheim, anlässlich einer Pressekonferenz zur Präsentation des aktuellen Medizintechnik-Reports. „Wir sehen aber, dass die klassischen Branchenregeln zunehmend an Bedeutung verlieren und Unternehmen neue Strategien entwickeln müssen, um nachhaltige Erfolge zu erzielen. Jedes Unternehmen wird eine andere Strategie wählen und jedes Unternehmen muss neue Möglichkeiten finden, mit denen es beweisen kann, dass seine Produkte höchste Qualitätsstandards erfüllen. Ziel müsse sein, die eigenen Marktanteile zu erhöhen und die Kosten zu senken.

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