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TU Hamburg-Harburg Professor Morlock fordert verpflichtendes Endoprothesenregister

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Der Biomechaniker Prof. Dr. Michael Morlock von der TU Hamburg-Harburg fordert ein verpflichtendes Endoprothesenregister. Damit ließen sich Gründe eines Prothesenwechsels systematisch erfassen und nicht notwendige Operationen vermeiden

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Prof. Dr. Michael M. Morlock, Leiter des Instituts für Biomechanik an der TU Hamburg-Harburg, sagt: „Ich halte die Einrichtung eines solchen Endoprothesenregisters für zwingend notwendig.“
Prof. Dr. Michael M. Morlock, Leiter des Instituts für Biomechanik an der TU Hamburg-Harburg, sagt: „Ich halte die Einrichtung eines solchen Endoprothesenregisters für zwingend notwendig.“
(Bild: TUHH)

400.000 Menschen erhalten in Deutschland jährlich ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Um jedoch eventuelle Probleme bei der klinischen Anwendung mit bestimmten Prothesendesigns frühzeitig erkennen zu können, fordert Morlock ein Endoprothesenregister.

Gründe eines Prothesenwechsels systematisch erfassen

„Ich halte die Einrichtung eines solchen Endoprothesenregisters für zwingend notwendig. Damit lassen sich Gründe eines Prothesenwechsels systematisch erfassen wie auch Vergleiche innerhalb der Gütekategorien sowie über die Dauerhaftigkeit verschiedener Implantate anstellen, um eventuell gehäuft notwendige Wechseloperationen (Revisionsoperation) aufzuzeigen“, erklärt Morlock. Auch könne durch ein derartiges Register eine objektive Rückmeldung an die Leistungserbringer (Krankenhäuser/Operateure), Implantathersteller, Kostenträger und auch Patienten gewährleistet werden.

Forderung steht nicht allein auf weiter Flur

Der Professor verweist darauf, dass ein verpflichtendes Register bereits seit Jahrzehnten in den skandinavischen Ländern üblich sei. Schweden und Finnland gründeten bereits 1979 das weltweit erste Endoprothesenregister. Das Resultat: In Schweden sank die Zahl der jährlichen Wechseloperationen um die Hälfte.

Morlock steht mit seiner Forderung nicht allein da. Eine permanente Qualitätskontrolle der Hüft- und Knieprothesenimplantationen, die Auswertung von Daten aus Registern und klinischen Studien sowie weitergehende Ansätze zur Qualitätssicherung durch eine Zertifizierung von Kliniken und Ärzten fordern auch der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und die Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik.

Ein „Endoprothesenregister Deutschland“ (EPRD) zur Erfassung der Hüft- und Knieproblematik in Deutschland ist seit April im Aufbau. Kassen und Kliniken entscheiden freiwillig, ob sie mitmachen oder nicht. Getragen wird das Register von der EPRD gGmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie.

Kontakt:

Technische Universität Hamburg-Harburg

D-21073 Hamburg

www.tuhh.de

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