Additive Fertigung Nickelfreies Stahlpulver für medizinische Anwendungen
Die Deutschen Edelstahlwerke (DEW) haben mit Medidur ein nickelfreies austenitisches Stahlpulver entwickelt. Das unmagnetische und korrosionsbeständige Material wurde speziell für die additive Fertigung von Implantaten, Zahnersatz, Orthesen und Prothesen optimiert.
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Durch die Verwendung von Mangan wurde bei dem neuen Spezialstahl auf Nickel verzichtet. Laut DEW kann das Metallpulver auf Laserschmelz-Anlagen mit typischen 316L-Verarbeitungsparametern gedruckt werden. Verglichen mit dem Standardstahl in der additiven Fertigung, dem Werkstoff 316L, weise Medidur eine deutlich höhere Härte und eine doppelt so hohe Streckgrenze wie Zugfestigkeit auf. Dadurch könnten medizinische Bauteile dünnwandiger bzw. kleiner zu konstruiert werden.
Zusätzlich sei die Dauerschwingfestigkeit rund 30 Prozent höher. Nach eigenen Angaben bescheinige die hohe Pitting Resitance Equivalent Number (PREN) von 36 dem Werkstoff eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit. So soll Medidur im gedruckten Zustand nach SEP 1877 Verfahren II (Prüfung zur Beständigkeit gegen Lochkorrosion) und nach ASTM G48 Methode E (Prüfung zur Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion) korrosionsbeständig sein. Die DEW produziert das neue Stahlpulver in seinem Werk in Krefeld. Hier wird eine gleichbleibend hohe Qualität durch die Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagementsysteme) und nach DIN ISO 13485 (Qualitätsmanagement Medizinprodukte) bescheinigt.
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