Spectaris

Neuer Code of Conduct zur Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris: „Der Code kann gleichgesetzt werden mit rechtsunverbindlichen Normen im Sinne von allgemein anerkannten Regeln. Solange sich die Unternehmen an diese Normen – Kodices – halten, können sie relativ sicher davon ausgehen, dass sie sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewegen.“
Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris: „Der Code kann gleichgesetzt werden mit rechtsunverbindlichen Normen im Sinne von allgemein anerkannten Regeln. Solange sich die Unternehmen an diese Normen – Kodices – halten, können sie relativ sicher davon ausgehen, dass sie sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewegen.“ (Bild: Spectaris)

Mit einer Zustimmung von 97 Prozent der anwesenden Mitglieder hat sich der Spectaris-Fachverband Medizintechnik bereits am 28. September 2017 auf seiner Jahrestagung für einen grundlegend überarbeiteten Spectaris-Code of Conduct ausgesprochen, der Empfehlungen zur Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft gibt.

  • Grundlegend überarbeiteter Spectaris-Code of Conduct gibt Empfehlungen zur Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft
  • Deutsche Version des MTE-Code of Ethical Business Practice gibt Empfehlungen
  • Orientierung in Sachen Compliance-Regeln

Vor dem Hintergrund des im vergangenen Jahr in Kraft getretenen Gesetzes zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen sowie insbesondere der aus Brüssel stammenden Compliance-Vorgaben war eine Überarbeitung des zuletzt im Jahre 2009 aktualisierten Spectaris-Code of Conduct erforderlich geworden.

Deutsche Version des MTE-Code of Ethical Business Practice gibt Empfehlungen

Ende 2016 hat der europäische Medizintechnikverband Medtech Europe (MTE) einen neuen Compliance-Kodex, den MTE-Code of Ethical Business Practice, vorgelegt, der den Charakter einer freiwilligen Selbstverpflichtung hat. Der Spectaris-Fachverband Medizintechnik hat daraufhin die konsensfähigen Vorgaben aus dem MTE-Code 1:1 adaptiert, ins Deutsche übersetzt und zu Empfehlungen umformuliert. Im grundsätzlichen Gegensatz zum MTE-Code verzichtet der Spectaris-Code mit seinen Empfehlungen zur Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft allerdings bewusst auf einen Durchsetzungs- und Sanktionsmechanismus. Vielmehr handelt es sich beim Spectaris-Code of Conduct ausdrücklich lediglich um Empfehlungen.

Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris, erklärte dazu: „Der Code kann gleichgesetzt werden mit (rechtsunverbindlichen) Normen im Sinne von allgemein anerkannten Regeln. Solange sich die Unternehmen an diese Normen – Kodices – halten, können sie relativ sicher davon ausgehen, dass sie sich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewegen. Der Code dient im Wesentlichen der Konkretisierung der in der Regel doch sehr allgemein gehaltenen gesetzlichen Vorgaben.“ Aus Sicht von Spectaris besteht eine besondere Beziehung zwischen Industrie und medizinischen Fachkräften, die ein geschäftsethisches Verhalten erforderlich machen. Für das Image der Branche ist es aus Sicht von Spectaris von großer Bedeutung, dass sich die Medtech-Industrie auf allgemeine und einheitliche Compliance-Regeln verständigt, die auch international anerkannt sind.

Spectaris unterstreicht mit den Empfehlungen aus dem Code of Conduct die Notwendigkeit eines transparenten und rechtskonformen Umgangs der Medizintechnikhersteller und Homecare-Provider mit Heilberuflern, medizinischen Einrichtungen und Institutionen der Gesundheitswirtschaft sowie den dort Bediensteten.

Die fünf Grundprinzipien des Code of Conduct

Durch die Einhaltung der im Spectaris-Code of Conduct zugrundeliegenden Prinzipien können Unternehmen weitgehend sicherstellen, sich Compliance-konform zu verhalten:

  • 1. Prinzip „Außenwahrnehmung/Darstellung in der Wahrnehmung anderer“: Auf die Buchung von Luxushotels oder luxuriöse Abendessen sollte verzichtet werden
  • 2. Prinzip „Transparenz“: Benachrichtigung des Arbeitgebers bzw. der zuständigen Stelle, Listung von Studien in Registern
  • 3. Prinzip „Äquivalenz“: Honorare/Zuwendungen müssen sich stets am üblichen Marktwert orientieren
  • 4. Prinzip „Trennung“: Zuwendungen dürfen nicht im Zusammenhang mit Beschaffungsentscheidungen stehen
  • 5. Prinzip „Dokumentation“: Vertragsabschluss und Dokumentation der Ausgaben müssen schriftlich niedergelegt werden

Der neue Spectaris-Code of Conduct empfiehlt zudem, auf die direkte Kostenübernahme (Direct Sponsorship) für Teilnehmer externer Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen zu verzichten, auch wenn dies momentan rechtlich in Deutschland noch möglich ist. „Dennoch müssen Mitglieder gemeinsam mit Spectaris die jeweils aktuelle Rechtsprechung und die Auslegung der Gesetze im Auge behalten. Ein Code of Conduct wie die Spectaris-Empfehlungen zur Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft kann immer nur eine Orientierung bieten. Recht gesprochen wird in den Gerichten. Die Einhaltung der Regeln des Codes dokumentiert aber, in bester Absicht zu handeln und sich an die Compliance-Regeln halten zu wollen. Um seine Mitglieder auf dem aktuellen Stand zu halten, bietet Spectaris regelmäßig Workshops, Seminare und Arbeitsgruppen an“, erläutert Marcus Kuhlmann.

Der Spectaris-Code of Conduct „Empfehlungen zur Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft“ gilt ab dem 1. Januar 2018 und kann zusammen mit einer Kurzinformation auf der Spectaris-Webseite heruntergeladen werden.

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