Smarte Kleidung könnte Patienten mit Herzinsuffizienz unterstützen
Ein weiteres spannendes Projekt in Sachen intelligente Textilien befindet sich noch im Frühstadium, ist aber überaus vielversprechend: Der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein fördert die Entwicklung smarter Textilien.
Prof. Dr. Anne Schwarz-Pfeiffer arbeitet an der Entwicklung faserbasierter elektrochemischer Transistoren für textiles Gewebe. Die Langzeitvision ist eine elektronische Textilstruktur, die gezielt den Herzmuskel stimulieren und somit ein insuffizientes Herz unterstützen kann. Dazu werden elektrisch-leitfähige Fäden mit einem leitfähigen Polymer beschichtet und in Kett- und Schussrichtung, das heißt kreuzend, in einem textilen Gewebe verarbeitet. Auf ihrem Kreuzungspunkt werden Halbleitermaterialien punktförmig aufgetragen, so dass ein elektrochemischer Transistor und somit ein Transistorknoten entsteht. So können von außen steuerbare Schaltvorgänge ausgelöst werden.
Diese Entwicklung soll dann Grundlage für eine zukünftige Anwendung in textilen Medizinprodukten sein. Angedacht ist eine elektronische Textilstruktur, die den Herzmuskel gezielt an gewünschten Stellen und in bestimmten Zeitabständen elektrisch stimulieren kann. Auf diese Weise kann ein insuffizientes Herz unterstützt werden. Man darf gespannt sein.
Wie Medizinprodukte beschaffen sind, hängt nicht nur vom Material selbst, sondern auch vom Fertigungsverfahren ab. So arbeitet die Firma Wacker Chemie beispielsweise am 3D-Druck von Silikonen (Devicemed berichtete). In Zukunft sind demnach additiv gefertigte, individuell angepasste Atemmasken und Hörgeräte aus Silikon denkbar. Grundsätzlich lässt sich feststellen: Im Prototyping, aber auch bei der Herstellung individueller Teile und komplexer Geometrien oder für die Forschung und Entwicklung ist der 3D-Druck seit einiger Zeit auf dem Siegeszug. In der Medizin im Kommen sind, neben speziell angepassten medizinischen Instrumenten, Prothesen und Implantate. Im Bereich der dentalen Medizin kann Patienten maßgeschneiderter Zahnersatz angeboten werden. Wie lassen sich bereits etablierte Materialien für den 3D-Druck rüsten?