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BGS Beta-Gamma-Service

Modernste und sicherste Gamma-Bestrahlungsanlage in Betrieb genommen

| Autor: Kathrin Schäfer

Sie ist gegen Flugzeugabstürze geschützt und entspricht den aktuellen Sicherheitsanforderungen – die neue Gamma-Bestrahlungsanlage der Firma BGS am Standort Bruchsal. Eingeweiht wurde sie zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern – im Rahmen einer spektakulären Feier.

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Effektvoll in Szene gesetzt: Mit einer beeindruckenden Lasershow hat die Firma BGS Beta-Gamma-Service die neue Bestrahlungsanlage in Bruchsal bei Karlsruhe in Betrieb genommen. Mit dabei: Zahlreiche Kunden und Geschäftspartner.
Effektvoll in Szene gesetzt: Mit einer beeindruckenden Lasershow hat die Firma BGS Beta-Gamma-Service die neue Bestrahlungsanlage in Bruchsal bei Karlsruhe in Betrieb genommen. Mit dabei: Zahlreiche Kunden und Geschäftspartner.
(Bild: Schäfer / Devicemed)
  • Strahlensterilisation für die Medizintechnik- und Biotechnologiebranche
  • Medizinprodukte sicher und schnell sterilisieren

Der Markt für Strahlensterilisation wächst, im Bereich Medizintechnik beispielsweise jährlich um zirka 5 Prozent. Nicht oder nur wenig mitgewachsen sind jedoch in den letzten Jahren die Kapazitäten von Bestrahlungsdienstleistern, die Medizinprodukte sterilisieren können. Die Firma BGS Beta-Gamma-Service hat deshalb am baden-württembergischen Standort Bruchsal in eine neue Anlage zur Strahlensterilisation investiert – und die Inbetriebnahme im Rahmen einer spektakulären Show gefeiert. Angereist waren Kunden aus ganz Deutschland, aber auch aus der Region um Bruchsal und Karlsruhe. Denn insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern sind zahlreiche Medizintechnikfirmen angesiedelt, die zum Kundenstamm von BGS gehören.

Die Sterilisationsanlage ist gegen Flugzeugabstürze und ähnliches geschützt

Knapp anderthalb Jahre hat es nach dem Spatenstich am 4. Dezember 2016 gedauert, bis die neue Anlage mit einer maximalen Aktivität von 6.000 Curie in Betrieb genommen werden konnte. Ein relativ kurzer Zeitraum, wenn man bedenkt, welche Auflagen heute an ein solches Unternehmen gestellt werden: So ist die Anlage, in der rund 2.400 m3 Beton und rund 300 Tonnen Stahl verbaut wurden, sowohl gegen Flugzeugabstürze als auch nach den neuesten Anforderungen der allgemeinen Gefahrenabwehr abgesichert. Um dies zu bewerkstelligen, brauchte es zahlreiche Gespräche mit Behörden, Regierungspräsidien und Ministerien, denn mit den Auflagen des neuen Strahlenschutzgesetzes vom 12. Mai 2017 gab es bislang keine Erfahrungen.

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Umso erstaunlicher ist es, dass der Bau nach dem Spatenstich am 14. Juli 2017 in nur sechs Monaten fertiggestellt war. Bereits mit der Betriebsgenehmigung im Februar 2018 war das Bauprojekt abgeschlossen – warten musste man bei BGS nur noch auf die erste Beladung Kobalt – eine Investition von noch einmal gut 3 Mio. Euro. Zusammen mit der Gebäudeinvestition von rund 15 Mio. Euro hat BGS damit rund 18 Mio. Euro in den Standort Bruchsal investiert. Eine nicht unerhebliche Summe für jetzt 2.500 m2 Hallenfläche sowie insgesamt 3.400 m2 nutzbare Fläche. Und eine Leistung, auf die man in dem mittelständischen Unternehmen durchaus stolz ist. Dass dieses Projekt so schnell und so reibungslos über die Bühne gegangen ist, dafür dankt BGS-Geschäftsführer Dr. Andreas Ostrowicki speziell seinen Mitarbeitern. Sie alle waren auf die eine oder andere Weise in den Bau der neuen Anlage involviert.

Medizinprodukte sterilisieren, ohne sie auspacken zu müssen

Die optimale geografische Lage am Industriestandort Bruchsal, das heißt zwischen der Metropolregion Nürnberg und der Technologieregion Baden-Württemberg, ist nur ein Grund, warum die Anlage für die Medizintechnik- und die Biotechnologiebranche von so großer Bedeutung ist. Aufgrund mangelnder Kapazitäten habe es in letzter Zeit einen regelrechten Tourismus für Sterilisationskapazitäten gegeben, so Ostrowicki, und das weit über deutsche Landesgrenzen hinaus. Diesen Engpass kann BGS jetzt beheben. Besonders gut geeignet für Medizintechnik und Biotechnologie sind Gammastrahlen übrigens wegen ihrer großen Durchdringungstiefe. So können ganze Paletten mit Medizinprodukten sterilisiert werden, ohne dass sie ausgepackt werden müssen.

Einer, der um diese Vorteile weiß, ist beispielsweise der BGS-Kunde Inpac Medizintechnik, ein Verpackungsdienstleister. An der Gammasterilisation schätzt Inpac-CEO Dr. Ralph Hermann, dass diese schnell und effizient von Statten geht. Und: Mit BGS habe man einen Geschäftspartner auf Augenhöhe gefunden, bei dem Preis, Qualität und Lieferzeit stimmten. Denn, so Herrmann, „die Medizintechnik ist eine hochregulierte Branche. Konkret bedeutet dies: Wenn man wie wir bei Inpac Medizinprodukte verpackt, dann fallen mir auf Anhieb mindestens 20 Normen ein, die erfüllt werden müssen.“ Vor allem steril müssen zahlreiche Medizinprodukte sein – und dieser Zustand lässt sich mit der Anlage in Bruchsal problemlos herstellen. Nicht zuletzt deshalb blicken Inpac und BGS heute auf eine fast zehnjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück. Wie viele andere an diesem Abend freut sich Hermann also über die neuen Kapazitäten und die Inbetriebnahme der Anlage in Bruchsal.

Letztere geht an diesem Abend mit einer fulminanten Lasershow über die Bühne. Unter dem Beifall der Gäste und in gedämpftem Licht wird die erste Palette in Gang gesetzt und Richtung Strahlenkammer transportiert. Grund zum Feiern haben hierbei nicht nur Kunden aus Medizintechnik und Biotechnologie, sondern auch BGS selbst: Zusammen mit seiner zweiten Anlage am Hauptsitz in Wiehl kann der Dienstleister jetzt 150.000 Paletten im Jahr mit Gammastrahlung sterilisieren – und ist damit nach eigenen Angaben in Sachen Kapazitäten Marktführer in Deutschland.

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 Kathrin Schäfer

Kathrin Schäfer

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