Günther Technologietage 2018

Mit innovativer Heißkanaltechnik zu effizienteren Spritzgießprozessen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Themengerechte Architektur: Die neu gestaltete Fassade des erweiterten Verwaltungsgebäudes greift mit ihrer Form das Layout des Dickschicht-Heizelements der Blue-Flow Heißkanaldüse von Günther Heisskanaltechnik auf.
Themengerechte Architektur: Die neu gestaltete Fassade des erweiterten Verwaltungsgebäudes greift mit ihrer Form das Layout des Dickschicht-Heizelements der Blue-Flow Heißkanaldüse von Günther Heisskanaltechnik auf. (Bild: Günther)

Als Hersteller von Spritzen, Kanülen und anderen medizinischen Massenprodukten aus Kunststoff suchen Spritzgießer permanent nach Möglichkeiten, toleranzärmer, mit höherer Qualität und Prozesssicherheit sowie schneller und kostengünstiger zu produzieren. Viele von ihnen finden in Heißkanaldüsen und -systemen passende Lösungen.

  • Temperiersysteme: Einsparpotenziale identifizieren, Energieeffizienz steigern
  • Digitalisierung: Werkzeugassistenzsysteme auf Basis des Forminnendrucks
  • Mehrkomponententechnik: Endprodukte aufwerten, zusätzliche Funktionen generieren
  • Mikrospritzgießen: Heißkanaltechnik unter Berücksichtigung von Verweilzeiten und Temperaturführung

Vom 26. bis 27. September 2018 fanden die 10. Technologietage bei Günther Heisskanaltechnik in Frankenberg (Eder) statt. An jedem der beiden Tage informierten sich jeweils über 300 Besucher über Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung beim Spritzgießen. Darunter neben Kunden aus der Medizintechnik auch solche aus den Bereichen Elektronikindustrie, Verpackungstechnik, Konsumgüter und Automobilbau.

Durch die Bildergalerie klicken und nachvollziehen, was die Teilnehmer live erlebt haben

Innovationen des Frankenberger Spezialisten für Heißkanaltechnik

Äußere Zeichen für Innovation beim Frankenberger Spezialisten für Heißkanaltechnik sind eine Fülle an Patenten und neuen Entwicklungen. Dazu erklärt Geschäftsführerin Siegrid Sommer bei der Eröffnung der Technologietage: „Unsere Produkte und Lösungen eröffnen Spritzgießern neue Möglichkeiten, toleranzärmer, mit höherer Qualität und Prozesssicherheit sowie schneller und kostengünstiger zu produzieren. Und um die hohe Qualität unserer Heißkanaldüsen und -systeme verlässlich zu gewährleisten und weiter zu erhöhen, sind für uns kontinuierliche Investitionen in den Maschinenpark und die Infrastruktur selbstverständlich.“

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Investiert wurden jüngst knapp 3 Mio. Euro in eine neue Rundschleifmaschine, zwei CNC-Drehmaschinen sowie in einen weiteren Siebdrucker für die Dickschichtfertigung. „Damit wir im Sinne von kürzeren Lieferzeiten zielgenauer planen und Prozessabläufe verbessern sowie unseren Qualitätsstandard noch erhöhen können, legen wir Wert darauf, dass alle Maschinen automatisiert und miteinander vernetzt sind“, vermittelt Vertriebsleiter Horst-Werner Bremmer die Vorteile für die Kunden. Davon konnten sich die Besucher der Technologietage in geführten Betriebsrundgängen überzeugen.

Fachwissen durch Vorträge erweitern …

Im neu gestalteten und erweiterten Verwaltungsgebäude fanden 24 Fachvorträge von externen und internen Referenten statt. In der angenehmen Atmosphäre der großzügig gestalteten Seminarräume, die mit einem Materialmix aus Holz und Glas eine helle und freundliche Lichtstimmung verbreiten, fiel es den Teilnehmern der Fachvorträge leicht, den Ausführungen der Referenten zu folgen.

Zunächst ging Albrecht Weipert von HB-Therm in seinem Vortrag auf die Energieeffizienz bei der Temperierung von Spritzgusswerkzeugen ein. Hierbei ist auf den ersten Blick wenig Einsparpotenzial vorhanden. Hauptaufgabe von Temperiersystemen ist, die von der Schmelze eingebrachte Wärme abzuführen, damit die Bauteile formstabil bleiben. Doch Weipert zeigt auf, wo und mit welchen Maßnahmen eben doch Einsparpotenzial identifiziert und die Energieeffizienz gesteigert werden kann. So zeigte Weipert zuerst die Nutz- und Nebenenergieflüsse beim Spritzgiessen auf, um dann auf die Einsparpotentiale am Werkzeug, am Temperiergerät und an der Kühlanlage einzugehen. Beispielsweise können Abstrahlungsverluste durch Isolieren verringert werden. Auch in Werkzeugbereichen ist das Isolieren abstrahlender Bereiche eine mögliche Maßnahme. Zudem empfiehlt Weipert den Einsatz von Temperiergeräten mit drehzahlgeregelten Pumpen um die Energieeffizienz bei der Temperierung von Spritzgießwerkzeugen zu verbessern.

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Auf die Digitalisierung in der Spritzgießumgebung ging Markus Raffelsieper von Kistler ein. So lassen sich mit auf Basis des Forminnendrucks in einem Werkzeug arbeitenden Assistenzsystemen bereits etablierte Prozesse problemlos von einer Maschine auf eine andere übertragen. Oder es lässt sich der optimale Umschaltpunkt von Spritz- auf Nachdruckphase nutzen – trotz Material- und Maschinenschwankungen. Auch komplexe Geometrien und Qualitätsmerkmale und deren Korrelation zum Forminnendruck lassen sich mit Assistenzsystemen vorhersagen und überwachen.

Mathias Lupberger, Projektmanager bei Braunform, skizzierte Anwendungen mit kleinen Teilegewichten, die in Mehrkomponententechnik verarbeitet wurden. Seine Motive für die Wahl der Mehrkomponententechnik waren unter anderem die Aufwertung der Endprodukte sowie die Generierung zusätzlicher Funktionen. Dabei ging es um den individuellen Zuschnitt erprobter Mehrkomponenten-Werkzeugtechnologien.

Torsten Schnell von Günther Heisskanaltechnik beschrieb anhand von Anwendungsbeispielen Lösungsmöglichkeiten für das Mikrospritzgießen mit Heißkanal unter Berücksichtigung von Verweilzeiten und Temperaturführung. Er zeigte auf, welche Anforderungen an das Heißkanalsystem gestellt werden und welche Voraussetzungen das Heißkanalsystem in Verbindung mit der Spritzgießmaschine und dem Werkzeug erfüllen muss. Die seien zunächst einmal die gleichen wie bei Standardsystemen. Jedoch müsse alles sehr viel kleiner gedacht werden. „Der Heißkanal muss mit Anforderungen an geringste Nestabstände umgehen können, aber auch mit der Verweilzeit unter Berücksichtigung des Druckverlustes und Balancierung des Systems“, geht Schnell ins Detail und ergänzt: „Auch muss die Temperaturführung über die komplette Fließlänge der Schmelze konstant sein.“ Mit den Heißkanalsystemen von Günther ließen sich insbesondere beim prozentualen Anteil des Angusses zum eigentlichen Artikel Materialeinsparung erreichen. Anhand von verschiedensten Beispielen belegte Schnell welche Düsen Anwender mit dem Ziel möglichst direkt anzuspritzen einsetzen sollte.

… und beim Networking vertiefen

Zahlreiche weitere Vorträge von Vertretern renommierter Firmen rundeten die Vortragsreihen ab. An beiden Tagen war immer wieder die begleitende Fachausstellung mit zahlreichen weiteren Unternehmen ein Anziehungspunkt und bot Gelegenheit zum Networking, zum Fachsimpeln und zum Austausch von Wissenswertem rund um die Themen Werkzeug- und Heißkanaltechnik sowie den eigentlichen Spritzgussprozess. Zum Small Talk und Networking trafen sich die Teilnehmer aber auch vor der augenfälligen neuen großen Pflanzenwand im Wartebereich des 3. Obergeschosses des Verwaltungsgebäudes.

Buchtipp „Kunststoffkunde“ Das Fachbuch „Kunststoffkunde“ vermittelt umfassendes Grundwissen zu Aufbau, Eigenschaften, Verarbeitung und den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Kunststoffen. „Kunststoffkunde“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.

Geschäftsführerin Sommer jedenfalls ist mit der Veranstaltung äußerst zufrieden: „Man hat wieder gesehen, dass die Technologieentwicklung in der Kunststoffindustrie ungebremst vorangeht. Täglich eröffnen neue Innovationen ungeahnte Möglichkeiten der Produktherstellung, die wir mit unserer 35-jährigen Erfahrung rund um die Heißkanaltechnik begleiten.“ Die hohe Anzahl an Teilnehmern zeige auch den Stellenwert von Günther Heisskanaltechnik als Innovationsführer und Problemlöser.

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