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Elektronik

Medizintechnik-Software vor Produktpiraterie schützen

| Autor/ Redakteur: Oliver Winzenried / Peter Reinhardt

Laut aktueller Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sind über zwei Drittel seiner Mitgliedsunternehmen von Produkt- oder Markenpiraterie betroffen. Einzelne Komponenten sind genauso im Visier der Fälscher wie ganze Maschinen. In der Medizinindustrie dürfte solch eine Umfrage ähnliche Ergebnisse ergeben

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(Bild: Wibu-Systems)

Ob OP-Tisch, Röntgengerät, Kernspintomographe oder Gerät der Dentaltechnik, überall wird immer mehr Funktionalität durch Software in den Steuerungen und „Embedded Systems“ realisiert. Deren Nachbau wird unmöglich oder erheblich erschwert, wenn die Software sowohl vor Kopieren auf ein plagiatiertes Gerät als auch vor Reverse-Engineering geschützt wird (Bild 1).

Ohne Lizenz geht gar nichts

Damit ist das Dekompilieren des Programmcodes und dessen anschließende Analyse gemeint, um ausgefeilte und vorteilhafte Verfahren zu verstehen und dann in eigene Geräte einfließen zu lassen, ohne wie der Originalhersteller in großen Forschungs- und Entwicklungsaufwand investieren zu müssen.

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Speziell Schutz der Embedded-Software in der Medizintechnik hat Wibu-Systems die Softwareschutzlösung „CodeMeter“ angepasst. Die Software wird verschlüsselt und verschlüsselt im Gerät gespeichert. Damit können Softwarekopien weder genutzt noch analysiert werden.

Entschlüsselung und Nutzung funktionieren nur mit einer passenden Lizenz, die hochsicher in der Schutzhardware „CmDongle“ (Bild 2) im Gerät gespeichert und eingebaut ist und nicht kopiert werden kann. Alternativ kann die Lizenz auch in der Lizenzdatei, „CmActLicense“ gespeichert werden, die an einzigartige Eigenschaften des Geräts, wie dessen elektronische Seriennummer, gebunden ist.

Häufig werden Geräte mit Funktionen ausgestattet, die Anwender optional erwerben können. Hier besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Gerätefunktionen in der Software unterschiedlichen Lizenzen zuzuordnen. Dies vereinfacht die Logistik, da alle Geräte die vollständige Funktionalität enthalten. Je nach Bestellung des Kunden werden dann die entsprechenden Lizenzen auf das Gerät übertragen. Dies geht auch nachträglich, wenn der Kunde eine Option nachbestellt oder wenn beispielsweise ein Servicetechniker am Gerät erweiterte Funktionen nutzen muss.

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