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Medizintechnik für Metallzerspaner: Die Prozesskette beherrschen

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Rattermarken reduzieren, Zeitspanvolumen steigern

Ins gleiche Horn stößt Oliver Lechner vom Spann- und Wuchtspezialisten Haimer. „Die Leistungsfähigkeit des Prozesses findet an der Schneide statt.“ Um hier keine unnötigen Verluste zu verursachen, „ist das Wuchten der Fräswerkzeuge Pflicht - entweder abtragend oder mittels Wuchtschrauben“, so Lechner, der den Blick zudem auf die richtige Werkzeugspanntechnik richtet. „Wer Rattermarken reduzieren, das Zeitspanvolumen steigern und Vibrationen vermeiden will, ist mit Schrumpffuttern besser bedient als mit Weldon-Aufnahmen oder Hydrodehnspannfuttern“, so seine klare Empfehlung. Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem es beim Schrumpfen zu Ausfällen aufgrund von Ermüdung gekommen wäre, beantwortet er die Frage eines Teilnehmers und ergänzt: „Moderne Schrumpfgeräte ermöglichten heute den Werkzeugwechsel auf Knopfdruck.“

Werkzeuge für die Hochdruckkühlung

Eine weitere große Herausforderung für die Prozesskette stellen die verwendeten Werkstoffe dar. Rostfreie Stähle, Titan, Kobalt-Chrom-Legierungen - um nur die am häufigsten verwendeten wiederzugeben - sind allesamt schwer zu zerspanen. Umso mehr lohnt es, den Blick auf den vergleichsweise kleinen Bereich zu richten, in dem das Werkzeug in das zu bearbeitende Bauteil eindringt. „Dank Hochdruckkühlung konnte ein Kunde die Schnittgeschwindigkeit beim Einstechen von 50 auf 150 m/min verdreifachen“, so Sabine Schmoll vom Werkzeugspezialisten Iscar.

Nebeneffekt: Anstatt sich beim Drehen mit Wirrspänen rumschlagen zu müssen, freue sich der Anwender seit der Umstellung über exzellenten Spanbruch und kurze Späne, die prozesssicher aus der Bearbeitungszone abfließen können. Für Schmoll ist die optimale Kühlmittelzufuhr „brutalst wichtig“ wie sie in ihrem Vortrag betont. Und dafür müssten die Anwender noch nicht einmal unbedingt in den Bereich der Ultra-Hochdruckkühlung mit bis zu 300 bar gehen. Die meisten Langdrehmaschinen bei den Medizintechnikherstellern seien von Hause aus mit Hochdruckpumpen für 70 bis 120 bar ausgestattet, um das Tieflochbohren zu ermöglichen. „Das ist ausreichend“, so Schmoll.

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