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Zwar ist die Skepsis unter den Befragten in Deutschland etwas größer – Ängste wie diese ist man hierzulande aber bei ähnlich gelagerten Themen wie dem autonomen Fahren gewohnt. „Ob es uns gefällt oder nicht: Die Zukunft der Medizin liegt eindeutig im vermehrten Einsatz von technologischen Hilfsmitteln“, schlussfolgert Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen und Pharma bei PwC Deutschland, und verknüpft diese Erkenntnis mit einem nicht ganz unwichtigen Hinweis: Dies dürfe man sich nicht so vorstellen, dass künstliche Intelligenz und Robotik den Arzt tatsächlich ersetzten – „wohl aber werden sie ihm immer mehr Aufgaben abnehmen“.
Eine zentrale Frage: Wie nahe ist der Arzt zukünftig am Patienten?
Eine zentrale Frage, die Mediziner wie Patienten hierbei umtreibt, lautet: Wie nahe ist der Arzt zukünftig am Patienten? Der Augenroboter von Ophthorobotics entlässt den Arzt aus dem Operationssaal – er kann den Roboter von seinem Sprechzimmer aus steuern, mit dem Patienten über eine Skype-ähnliche Technik kommunizieren. Bei Medizinrobotern wie dem Da-Vinci-System aus dem Hause Intuitive Surgical sitzen Ärzte ebenfalls mehrere Meter vom Operationstisch entfernt – und steuern die beweglichen Greifarme des OP-Roboters mittels Konsole. Damit das funktioniert, sind die Greifarme nicht nur mit Instrumenten, sondern auch mit einer endoskopischen Kamera ausgestattet. Sie werden minimal-invasiv in den Bauchraum eingeführt. Die Handbewegungen der Chirurgen werden an der Konsole auf die elektronischen Roboterarme übertragen – millimetergenau. Und: Unwillkürliche Bewegungen des Chirurgen werden dabei ausgeglichen.
So verführerisch das mit Blick auf Sicherheitsaspekte ist – es gibt auch Konzepte, die den Arzt nicht vom OP-Tisch trennen. Ein solches System bietet Medineering an. Dr. Maximilian Krinninger ist CTO und Gründer des Start-ups. Er erklärt: „Im Gegensatz zum Da-Vinci-System bleibt der Chirurg bei unserem System die zentrale Figur am OP-Tisch. Er kann den Grad der robotischen Assistenz selbst wählen.“ Das System wurde für den Einsatz an anatomisch beengten und sensiblen Körperregionen entwickelt. Es besteht aus einem kompakten Roboter mit einem intelligenten Positionierarm, der direkt an die OP-Tisch-Schiene geschraubt wird und den Roboter trägt. „Unsere erste robotische Lösung ist für die transnasale Endoskopieführung entwickelt und nimmt dem Chirurgen diese physisch anstrengende Aufgabe ab“, so Krinninger.
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