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Medical Mountains Jubiläumstalk: Blick zurück und weit nach vorn

| Redakteur: Julia Engelke

Spot an, Kamera an, Film ab: Als hybrides Online-Event feierte die Medical Mountains GmbH ihr zehnjähriges Bestehen. Der Jubiläumstalk warf Schlaglichter auf die Entwicklung der Clusterorganisation und beleuchtete vor allem, welche Wege in die Zukunft sich abzeichnen – für die einzelnen Medizintechnik-Unternehmen und den Standort in Gänze.

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Die Medical Mountains-Geschäftsführerinnen Yvonne Glienke und Julia Steckeler begrüßten rund 20 Gäste im Tuttlinger „Medical Mountains-Studio“ und mehr als 200 Zuschauer per Livestream an den Monitoren.
Die Medical Mountains-Geschäftsführerinnen Yvonne Glienke und Julia Steckeler begrüßten rund 20 Gäste im Tuttlinger „Medical Mountains-Studio“ und mehr als 200 Zuschauer per Livestream an den Monitoren.
(Bild: Medical Mountains)
  • Verbindung von persönlichem Austausch vor Ort und Interaktion im Netz
  • Stimmen aus Politik und der Medtech-Branche
  • Zuschauer-Votings: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als wichtigste Themen in der Branche

Die Medical Mountains-Geschäftsführerinnen Yvonne Glienke und Julia Steckeler begrüßten rund 20 Gäste im Tuttlinger „Medical Mountains-Studio“ und mehr als 200 Zuschauer per Livestream an den Monitoren. „Social Distancing“ war das Gebot der Stunde, aber die Verbindung von persönlichem Austausch vor Ort und Interaktion im Netz überbrückte den virtuellen Abstand. Beim ersten Blick zurück kam Guido Wolf zu Wort. Der Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg war 2010 als damaliger Tuttlinger Landrat einer der Gründerväter und Taufpaten: Die „schwäbische Bescheidenheit“ sei abgelegt und „Medical Mountains“ in Anlehnung an das „Silcon Valley“ ins Leben gerufen worden. Die mit dem ambitionierten Namen verbundenen Ziele seien erreicht worden, befanden die Gesellschafter der Medical Mountains GmbH in ihren Videostatements: „Heute schaut man bundesweit auf diese Clusterinitiative“, so stellvertretend die Einschätzung von Georg Hiltner (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Konstanz) – und für Talk-Gast Stefan Bär (Landrat Tuttlingen) habe sich Medical Mountains zum „Botschafter der Medizintechnik“ entwickelt. Thomas Albiez (Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg) sah messbare Erfolge, indem Medizintechnik-Unternehmen eine Stimme gegenüber Politik und Verwaltung erhielten, der Technologietransfer forciert und Qualifizierungsangebote vorgehalten würden. Am wichtigsten empfinde er jedoch, „in einer komplexen Welt eine Plattform zu schaffen, um Menschen zusammenzubringen“, um ihnen auch in schwierigen Zeiten zu sagen: „Ihr seid nicht allein.“

Wer den Jubiläumstalk nicht live mitverfolgt hat oder nochmals ansehen möchte, kann sich die Aufzeichnung des Abends anschauen.

Blick in die Zukunft

Das Fundament ist also gelegt, von dem aus in die Zukunft geblickt werden kann. Eine „visionäre Entwicklung“ regte Prof. Dr. Alfons Dehé (Institutsleiter Hahn-Schickard) an, „einen Thinktank der Medizintechnik-Branche“, der eine Roadmap für die weitere Entwicklung entwerfe. Die Medical Mountains sollten weltweite Sichtbarkeit bekommen – ein Gedanke, der im folgenden Unternehmer-Talk durchaus auf fruchtbaren Boden fiel. Die Etablierung der Medical Mountains als internationale Marke für den Medizintechnik-Standort und deren Unternehmen hätte einen globalen Stellenwert, war sich Simone Pajunk-Schelling (Geschäftsführende Gesellschafterin Pajunk GmbH Medizintechnologie) sicher. Christian Leibinger (Geschäftsführender Gesellschafter der KLS Martin Group) warb dafür, die Medical Mountains ebenso als attraktives Lebensumfeld für Arbeitskräfte zu vermarkten.

Mehr Kooperation und Innovation

Für Carina Bertram (Geschäftsführende Gesellschafterin VBM Medizintechnik GmbH) zählte die Internationalisierung ebenso zu den „strategischen Hebeln“ der Zukunft wie Qualität und Innovationen. Der Fortschritt beschränke sich indes nicht auf Produkte, sondern beziehe Prozesse mit ein, so Bertram. Christian Leibinger erinnerte, dass es zunehmend schwieriger werde, disruptive Innovationen umzusetzen. Eine Lösung bestehe darin, hochwertige Produkte mit Serviceangeboten zu kombinieren. Was die Technologiefelder und Zukunftsprojekte anging, deckten sich die Ansichten auf dem Podium mit jenen der Zuschauer. Sie nannten in den Votings Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als wichtigste Themen, die in den Unternehmen auf verschiedene Weise konkret angegangen werden: von Automatisierung und Robotik in der Produktion bis hin zur Lasertechnologie bei Diagnose und Behandlung. Ebenso deutlich wurde: Die Rahmenbedingungen sind alles andere als fortschrittsfreundlich. „Dass sinnloser Überregulierung Einhalt geboten wird und statt nutzloser Papierwerke wieder Kreativität, Innovation und Erfindergeist in den Vordergrund treten“, lautete daher ein Wunsch für die Zukunft. Aber auch „mehr Kooperation“ wurde des Öfteren genannt – ein Plädoyer dafür, dass dieser Gedanke noch wichtiger ist als vor zehn Jahren. Denn erfolgreiche Unternehmen haben neben einer guten Idee vor allem eines: Vernetzung. Diese wurde durch die Medical Mountains GmbH in der hybriden Veranstaltung auf ein neues Level gehoben.

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