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Techtextil 2013

Hightech-Textilien für die Medizin(-technik)

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Der Textilbranche kommt im Themenfeld Gesundheit ein immer größerer Forschungsbedarf zu. Denn die Medizintechnikindustrie setzt Hightech-Textilien zum Mobilitätserhalt von Patienten und älteren Menschen ein. Dieser Artikel stellt aktuelle Forschungsprojekte vor und gibt damit einen Vorgeschmack auf die diesjährige Fachmesse Techtextil in Frankfurt.

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Bluepad mit elektrotextilem Innenleben: Das blaue Licht vom tragbaren Behandlungsgerät hat eine schmerzreduzierende Wirkung als Alternative zu entsprechenden Medikamenten.
Bluepad mit elektrotextilem Innenleben: Das blaue Licht vom tragbaren Behandlungsgerät hat eine schmerzreduzierende Wirkung als Alternative zu entsprechenden Medikamenten.
( Bild: TITV )

Ganz oben auf der Liste des entsprechenden textilen Forschungsbedarfs stehen angepasste Bekleidung und Bandagen mit einstellbarem Bewegungswiderstand und vordefinierten Winkeln oder aktorische Materialien für künstliche Muskeln und für Exoskelette.

Nervenleitschienen mindern Unfallfolgen

Eines der aktuellsten Projekte am Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf hat mit der Mobilität, genauer mit der Verfügbarkeit von menschlichen Gliedmaßen zu tun: Forschungen zu Nervenleitschienen, um das Nachwachsen von Nerven nach Unfällen wie Quetschungen oder Schnittverletzungen zu beschleunigen.

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Basis der Neuerung sind hochporöse, resorbierbare Spinnfaservliesstoffe, die in Denkendorf zur Regeneration von Knorpelgewebe entwickelt wurden. Sie haben das Potenzial, durchtrennte Nerven schneller wachsen zu lassen. Bisher wachsen getrennte Nervenstränge „wild“, also unkanalisiert und damit langsam nach. Mit der Neuerung aus Denkendorf – einer Art Hülse für die Nervenfaser-Bündel – soll eines Tages die Wiederherstellung der Funktionalität des betreffenden Gliedmaßes weitaus schneller von statten gehen.

Medizintextilien integrieren neue Funktionen

Medizintextilien unterstützen durch Integration von Mikrosensoren und elektrisch leitfähigen Polymeren in Bekleidung zum Beispiel auch die Überwachung der Vitalparameter von Patienten und Pflegebedürftigen. Mit Blick auf Prothesen und Orthesen werden durch Kombination von textilen und textilfremden Materialien gravierende Versorgungsfortschritte greifbar. Mit 3D-Abstandsgewirken sind die Grundlagen für die Entwicklung neuer, leichterer und besser zu tragender Protektoren gelegt, die zugleich Stöße abmildern können.

Durch die Integration von Mess- und Stimulationsfunktionen in Textilien – hier leistet das Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV) Pionierarbeit – werden neue Möglichkeiten zur Integration verschiedener klassischer Sensorsysteme wie zur Erfassung von EKG bzw. der Temperatur in körpernaher Kleidung geschaffen.

Zudem bieten leitfähige Textilien am Körper die Möglichkeit, punktgenau zu heizen oder durch Einbindung flexibler Sensoren den Druck von Kompressionsstrümpfen oder -verbänden zu überwachen. Integriert in Bandagen, signalisieren textile Elektroden zur Stimulation beispielsweise der Oberschenkelmuskulatur den baldigen Abschied von herkömmlichen Klebeelektroden.

Mit LED-Licht Rückenbeschwerden kurieren

Auf die Wiederherstellung der Mobilität, die durch Rückenbeschwerden beeinträchtigt wird, zielt ein Ergebnis der europäischen Forschung: das Blue-Touch-Pad. Bei dem von Philips bereits seit einem Jahr vermarkteten Ergebnis eines noch laufenden EU-Projekts mit dem in Greiz ansässigen TITV als Partner wird blaues LED-Licht eingesetzt.

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