France

Techtextil 2013

Hightech-Textilien für die Medizin(-technik)

Seite: 3/5

Anbieter zum Thema

In der Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes können bereits Teile des Gehirns durch mangelnde Durchblutung und Versorgung mit Sauerstoff nachhaltig geschädigt werden. Nicht selten werden die Betroffenen dadurch zum Pflegefall. Wird die Körpertemperatur jedoch auf 32 bis 34 Grad Celsius abgekühlt, kann dadurch das Gehirn vor irreparablen Schäden besser geschützt werden.

Das jetzt vorgestellte prototypische Versorgungssystem basiert auf dieser Erkenntnis. Es kommt ohne Strom aus und ist damit insbesondere für die Erstversorgung bei einem Herzstillstand optimal geeignet. Die Kühlpads bestehen aus einem wasser- und luftdichten textilen Hohlgewebe. Sie sind mit einem unter Vakuum stehenden Metallbehälter verbunden, der ein spezielles Mineral (Zeolith) enthält. Beim Öffnen eines zwischengeschalteten Ventils wird das Wasser in den Pads schlagartig fast bis zum Gefrierpunkt heruntergekühlt. In der Folge wird dem Patienten schnell viel Körperwärme entzogen. In Zukunft sollen die autarken Kühl-Pads moderne mobile Defibrillatoren (mit automatisierter EKG-Analyse) ergänzen und z.B. in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln von Ersthelfern ohne medizinische Kenntnisse eingesetzt werden.

Kühlmanschette lässt Schwellungen zurückgehen

Speziell zur Ruhigstellung von Gliedmaßen wurde vom Sächsischen Textilforschungsinstitut Chemnitz (STFI) eine neuartige Kühlmanschette entwickelt. Sie beschleunigt durch gesteuertes Kühlen z. B. von Unterarm- oder Sprunggelenksbrüchen den Rückgang von Schwellungen, macht Schmerzen erträglicher und kann die Liegezeiten des Patienten verkürzen. Als Kühlelemente sind in die hochelastische Manschette automatisch regelbare Kühlschläuche integriert, die sich den Körperformen anpassen. Die Innovation wird unter dem Gipsverband angebracht, vorrangige Einsatzfelder sind die Unfallchirurgie sowie Sport- und Veterinärmedizin.

Reizstrombody integriert textile Flächenelektroden

Ein vielversprechendes Geschäftsfeld eröffnet ebenso die Entwicklung eines therapeutischen Reizstrombodys (TRB) am STFI: Der körpernahe Einteiler arbeitet ähnlich wie die Lumbalbandage mit lagegerecht integrierten textilen Flächenelektroden zur direkten Strom-/Signalübertragung auf mehreren Behandlungszonen.

(ID:38901030)