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Zusammenarbeit Halbleiter-Hype betrifft auch Neurotech

Quelle: Pressemitteilung Precisis 3 min Lesedauer

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Der schnelle Fortschritt der KI verändert derzeit viele Branchen – und erhöht weltweit die Nachfrage nach leistungsfähigen und zugleich energieeffizienten Halbleitern. Auch die Medizintechnik profitiert davon: Deutsche Unternehmen nutzen moderne Chiptechnologie, um neue Therapien für neurologische Erkrankungen zu entwickeln. Das Medtech-Startup Precisis und der Halbleiterkonzern Infineon Technologies AG bündeln ihre Expertise, um Lösungen für die Behandlung medikamentenresistenter Epilepsie voranzutreiben.

Im Zentrum der Zusammenarbeit von Precisis und Infineon steht EASEE, ein minimalinvasives Gehirnstimulationssystem.(Bild:  Precisis)
Im Zentrum der Zusammenarbeit von Precisis und Infineon steht EASEE, ein minimalinvasives Gehirnstimulationssystem.
(Bild: Precisis)

Die weltweite Nachfrage nach Halbleitern erlebt durch den rasanten Aufstieg von künstlicher Intelligenz einen großen Wachstumsschub. Ein Trend, der auch für Deutschland enorme wirtschaftliche Chancen eröffnet. Als Schlüsseltechnologie für nahezu alle Zukunftsbranchen gilt der Halbleitersektor zunehmend zum strategischen Pfeiler der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Besonders die Medtech-Industrie profitiert. Energieeffiziente, hochzuverlässige Chips ermöglichen Therapieformen, die bisher technisch undenkbar waren. Vor diesem Hintergrund formt sich eine richtungsweisende Partnerschaft: Seit Jahren arbeiten der Halbleiterkonzern Infineon und das Heidelberger Medtech-Start-up Precisis gemeinsam daran, die Therapie medikamentenresistenter Epilepsie grundlegend weiterzuentwickeln. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht EASEE, das weltweit erste minimalinvasive Gehirnstimulationssystem seiner Art. Es eröffnet Patienten eine neue therapeutische Perspektive. Im Kern des Implantats, dem so genannten Implantable Pulse Generator (IPG), kommen gesicherte Speicherchips und energieeffiziente Halbleiter von Infineon zum Einsatz. „Die solide technologische Basis, die zudem im europäischen Raum unabhängig verfügbar ist, ermöglicht es nicht nur den hohen Anspruch bei der Medizinprodukteentwicklung zu genügen, sondern auch eine langfristige und sichere Patientenversorgung zu gewährleisten“, erklärt Dr. Ciamak Abkai, R&D Vice President von Precisis. „Die enge Zusammenarbeit mit Infineon ist für uns ein zentraler Baustein, um unsere Technologie weiter zu skalieren und neue Indikationen zu erschließen“, betont Karl Stoklosa, CEO von Precisis.

Künstliche Intelligenz soll im Kopf bald neuronale Wellen analysieren

Dank der Kombination aus KI-gestützter Analyse und den Infineon-Chips entsteht das Fundament einer neuen Ära personalisierter Medizin. „Durch energieeffiziente und sichere Chips können wir zukünftig neuronale Daten im Implantat per KI analysieren und so die Stimulation in Echtzeit anpassen. Das eröffnet bisher ungekannte Möglichkeiten für hochpersonalisierte Neurotherapien“, erläutert Dr. Abkai. Echtzeitdaten können unmittelbar verarbeitet, die Stimulation bedarfsgerecht angepasst und Therapien auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden. Das System arbeitet mit einer dünnen, unter der Kopfhaut platzierten Elektrode, die gezielt elektrische Pulse an die überaktiven Gehirnareale sendet. Die Platzierung der Elektrode erfolgt minimalinvasiv, ohne den Schädel zu öffnen. „Künstliche Intelligenz hält in nahezu allen Branchen Einzug – so auch in der Medizintechnik. Entscheidend ist nun, auf welche Partner man in dieser neuen Ära setzt. Mit der bewussten Wahl eines deutschen Unternehmens und des führenden Halbleiterherstellers Infineon arbeiten wir langfristig an einer Lösung, die KI nachhaltig in unser Produkt integriert und auf diese Weise möglichst vielen Patienten weltweit zugutekommt“, erklärt Stoklosa.

Precisis und Infineon kooperieren im deutschen M/EDGE-Projekt

Im Rahmen des M/EDGE-Projekts, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird, vertiefen Precisis und Infineon ihre Zusammenarbeit zur Entwicklung gesicherter und energieeffizienter Edge-Computing-Lösungen für medizinische Implantate. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, Implantate in die Lage zu versetzen, komplexe neuronale Daten direkt zu verarbeiten, KI-Algorithmen lokal auszuführen und Therapieentscheidungen in Echtzeit bei höchster Datensicherheit zu unterstützen. „Die Expertise von Infineon im Bereich energieeffizienter und hochmoderner Halbleitertechnologien ermöglicht es Geräten wie EASEE, komplexe neuronale Daten lokal und in Echtzeit zu verarbeiten und damit Therapieentscheidungen bei maximaler Datensicherheit zu unterstützen“, erklärte Maurizio Skerlj, Senior Vice President und Product Line Head bei Infineon. „Die Zusammenarbeit mit Precisis stellt einen entscheidenden technologischen Fortschritt dar und zeigt, wie unsere Technologie die Lebensqualität von Menschen mit neurologischen Erkrankungen verbessern kann.“

Neue Perspektiven für Patienten – Präziser, verträglicher, individueller

Die Kombination aus minimalinvasiver Neurostimulation, energieeffizienter Halbleitertechnologie und KI-gestützter Echtzeitauswertung eröffnet neue Wege für personalisierte Therapien. Patienten profitieren von individuell abgestimmten Stimulationsmustern, die schneller greifen, präziser wirken und weniger Nebenwirkungen verursachen als viele medikamentöse Behandlungsansätze. Die Technologie bietet nicht nur eine neue Option für Menschen mit therapieresistenter Epilepsie, sondern legt den Grundstein für zukünftige Anwendungen bei weiteren neurologischen Erkrankungen. „Wir wollen die Grenzen der Neurostimulation konsequent weiter verschieben und arbeiten daran, KI künftig dauerhaft in unsere Technologie zu integrieren. Unser Anspruch ist es, neuartige Therapien zu entwickeln, die weltweit eingesetzt werden können – präziser, schonender und individuell zugeschnitten auf jeden einzelnen Patienten“, so Precisis-CEO Stoklosa abschließend. Precisis arbeitet bereits daran, seine Expertise auf Indikationen wie medikamentenresistente Depression auszuweiten und damit das Potenzial moderner Neurotechnologie für ein breites Patientenspektrum nutzbar zu machen.

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