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Gleiten, um zu rollen: Selbstbalancierender Elektrorollstuhl

| Redakteur: Julia Engelke

Um Rollstuhlfahrern die Fahrt abseits befestigter Wege zu erleichtern, hat die Hoss Mobility GmbH einen selbstbalancierenden Elektrorollstuhl ohne Vorderräder entwickelt. Damit dieser auch ohne Stromversorgung nicht umkippt, kommen Stützen zum Einsatz.

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Der „Hoss“ ist selbst im Gelände flink unterwegs. Schmierfreie Gleitlager von Igus sorgen auch bei starker Verschmutzung für eine sichere und schnelle Notabstützung und einen komfortablen Sitz.
Der „Hoss“ ist selbst im Gelände flink unterwegs. Schmierfreie Gleitlager von Igus sorgen auch bei starker Verschmutzung für eine sichere und schnelle Notabstützung und einen komfortablen Sitz.
( Bild: Igus GmbH )
  • Ein Rollstuhl, der keine Vorräder braucht
  • Segway-Prinzip als Vorbild
  • Ausfahrbare Stützen verhindern das Umkippen
  • Gleitlager auch für den Outdoor-Einsatz gemacht

Durch Rollstühle gewinnen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Freiheiten im Alltag zurück. Abseits befestigter Wege stoßen jedoch viele Rollstühle an ihre Grenzen. Kleine Vorderräder sinken auf weichem Untergrund ein und erschweren das Vorwärtskommen. Große Vorderräder erhöhen den Wendekreis und verringern die Agilität. Die Hoss Mobility GmbH entwickelte deshalb mit dem „Hoss“ einen Rollstuhl, der keine Vorderräder braucht. Das Prinzip ist vom Segway Personal Transporter bekannt: Ein elektronischer Regelkreis hält den Rollstuhl durch kleine Bewegungen der beiden Antriebsräder im Gleichgewicht. Wenn der Rollstuhl nicht in Betrieb ist, hindern ihn ausfahrbare Stützen am Kippen. Damit die Sicherheit der Insassen jederzeit gewährleistet ist, können die Stützen in Notfällen in grade einmal 100 ms ausfahren. Das ist notwendig, wenn zum Beispiel die Reifen die Bodenhaftung verlieren oder die Batterie leer ist. Die hohen Belastungen, die dabei entstehen, stellen mit bis zu 5.000 Umdrehungen pro Minute eine besondere Herausforderung für die Lager dar, ebenso wie der kompakte Bauraum. Auch ein geringes Gewicht ist vonnöten, da jedes zusätzliche Gramm die Akkureichweite reduziert. Die Konstrukteure setzen daher auf Iglidur P Gleitlager von Igus. Diese sind kompakt – 1 mm Wanddicke bei 12 mm Innendurchmesser – halten aber trotzdem Belastungen bis zu 50 MPa aus. Dadurch widerstehen sie dem Aufprall auf den Boden, wenn die Stützen schnell ausfahren.

Rollstuhl und Gleitlager für den Outdoor-Einsatz optimiert

Ein Rollstuhl ohne Vorderräder sinkt zwar nicht so leicht in Sand oder Erde ein, trotzdem kommt es bei der Offroad-Nutzung zu Verschmutzungen der Lagerstellen. Die Iglidur Gleitlager bestehen aus Tribo-Polymeren. In ihnen sind Festschmierstoffe eingebettet, die keine zusätzliche Schmierung durch Öle oder Fette benötigen. So kann weder Sand, noch Staub oder Erde anhaften und das Lager blockieren oder beschädigen. Auch Regen oder Schnee stellen keine Gefahr für die korrosionsfreien Iglidur P Werkstoff dar. Dadurch sind die Lager besonders langlebig und wartungsfrei.

Lukas Rigler von der Hoss Mobility GmbH ist von der Igus Gleitlagertechnik überzeugt: „Wir sind so zufrieden mit den Iglidur Gleitlagern in der Notabstützung, dass wir mittlerweile auch in der gedämpften Sitzfläche, der Rückenschale und der abnehmbaren Armlehne auf Igus setzen.“ Auch in diesen Anwendungen gilt: minimaler Wartungsaufwand und maximale Lebensdauer bei geringer Größe und Gewicht.

Der „Hoss“ im Einsatz

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