Suchen

ERP/MES Flexibilität als Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit

| Redakteur: Peter Reinhardt

Weltweit präsent sein und dabei Zertifizierungsstandards wie ISO 13485 oder die FDA-Richtlinien erfüllen müssen – das veranlasst auch immer mehr kleine Unternehmen in der Medizintechnik, eine alle Bereiche abbildende ERP/MES-Lösung anzuschaffen.

Firmen zum Thema

Von Kopf bis Fuß: Bei der Arno Fritz GmbH, einem Hersteller von Implantaten und Instrumenten für die MKG-, Hand- und Fußchirurgie, sorgt eine ERP/MES-Branchenlösung für die Medizintechnik durchgängig für Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
Von Kopf bis Fuß: Bei der Arno Fritz GmbH, einem Hersteller von Implantaten und Instrumenten für die MKG-, Hand- und Fußchirurgie, sorgt eine ERP/MES-Branchenlösung für die Medizintechnik durchgängig für Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
(Bild: Arno Fritz)

Die Arno Fritz GmbH in Mühlheim an der Donau ist ein Familienunternehmen mit gut 30 Mitarbeitern. Spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Implantaten und Instrumenten für die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) sowie die Hand- und Fußchirurgie, hat das Unternehmen die Medizintechnik-Branchenlösung von Gewatec eingeführt. Sie ermöglicht eine bis dato nicht gekannte Übersicht der Fertigung sowie eine rückverfolgbare und normengerechte Dokumentation aller qualitäts- und fertigungsrelevanten Auswertungen und Dokumente.

Vertrieben werden die Produkte von Arno Fritz weltweit über die eigens gegründete Vertriebsgesellschaft Mondeal Medical System, in Deutschland im Direktvertrieb und im Ausland in über 40 Ländern mit Vertriebspartnern. Geschäftsführer Arno Fritz sieht die Medizintechnikbranche heute nicht mehr in so einem rosigen Licht wie noch in den neunziger Jahren. Und auch wenn nach seinen Worten die Medizintechnik heute überwiegend vom Export lebt, habe sich der Preisdruck auch in dieser Branche durch neue Konkurrenz aus Ländern wie China enorm erhöht.

Bildergalerie

Schrauben, Platten und Instrumente

Für die Produktion der Platten und Schrauben setzt Arno Fritz ausschließlich hochwertiges Titan ein. Die Schrauben, Platten und Instrumente werden als kompletter Größensatz in Implantatkassetten und Instrumententrays an die Krankenhäuser geliefert. Die Ware wird in einem Reinraum verpackt, bei Bedarf auch steril zugesandt.

Eins der wichtigen Ziele neben höchstmöglicher Qualität ist für den Medizintechnikhersteller, von einem auf den anderen Tag Kundenanfragen beliefern zu können. „Als kleineres, flexibleres Unternehmen ist das unser Pluspunkt gegenüber den großen Medizintechnikunternehmen. Unser Ziel einer Lieferzeit binnen eines Tages wird in den allermeisten Fällen erreicht“, erklärt Ina Wirth, zuständig für die gesamte Administration in Einkauf, Produktion und Verkauf. Unterstützt wird diese Strategie durch ein Lager für Fertigwaren und ein Zwischenlager für Halbfabrikate, sodass der weitaus größte Teil sofort ab Lager geliefert werden kann. Die Qualität der Produkte wird belegt durch die Zertifizierungen von Konstruktion, Herstellung und Vertrieb nach der internationalen Norm ISO 13485 und nach der europäischen Richtlinie für Medizinprodukte. Darüber hinaus sind die regulatorischen Anforderungen verschiedener Länder, wie die der US-amerikanischen FDA, in den Abläufen berücksichtigt.

30 Jahre Rückverfolgbarkeit

Eine derart flexible Fertigung und hohe Qualität der Produkte, die zum Beispiel bei den Implantaten auch nach über 30 Jahren noch rückverfolgbar sein muss, erfordert ein leistungsfähiges Fertigungs- und Qualitätsmanagement. 80 Prozent der Teile werden im Unternehmen gefertigt, 20 Prozent sind Zukaufteile. Bis 2010 wurde dazu bereits ein in der Medizintechnik verbreitetes ERP-System eingesetzt, welches aber nicht den gesamten Bereich der Produktion vollständig abdecken konnte. Ebenso war die Erfassung der Qualitätsdaten eine eher manuelle Aufgabe mit entsprechendem Aufwand und mit Fehleranfälligkeit.

Arno Fritz: „Mit der Medizintechnik-Branchenlösung von Gewatec fanden wir ein alle Unternehmensbereiche integrierendes System von einem Hersteller, das zudem besondere Stärken im BDE/MDE- und CAQ-Bereich hat.“ Installiert wurde die gesamte Bandbreite der Lösung mit den Modulen Win-Kalk (Kalkulation), PPS, Kap-Plan (Leitstand zur Kapazitätsplanung), Grips (CAQ), Pro-Vis (BDE/MDE), und Dokumentenverwaltung. Das ERP/MES steuert heute über gut 30 Arbeitsstationen (PCs und Gewatec-BDE/MDE-Funkterminals) rund 8.000 Artikelnummern durch die Serienfertigung mit hochautomatisierten CNC-Fräs- und Langdrehmaschinen, einer Wasserstrahlschneidmaschine, einem Laserbeschrifter sowie auch eine CNC-Lasermessmaschine – aber auch durch Bereiche mit Handarbeitsplätzen, wie in der Montage und Qualitätserfassung.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42370618)