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Kumovis

Erster 3D-Produktionsdrucker mit Reinraumintegration

| Redakteur: Julia Engelke

Damit Medizintechniker Implantate und andere Produkte branchengerecht und effizient additiv fertigen können, hat Kumovis den 3D-Drucker R1 entwickelt. Mit dem integrierten Temperierungs- und Filtersystem können Nutzer den Bauraum zum Reinraum machen und die strengen Kriterien für die Zulassung patientenangepasster Medizinprodukte erfüllen.

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Mit dem integrierten Temperierungs- und Filtersystem des 3D-Druckers R1 können Nutzer den Bauraum zum Reinraum machen.
Mit dem integrierten Temperierungs- und Filtersystem des 3D-Druckers R1 können Nutzer den Bauraum zum Reinraum machen.
(Bild: Kumovis)
  • Besserer Schichtzusammenhalt durch homogene Bauraum-Erhitzung auf bis zu 250 Grad Celsius
  • Hohe Prozesssicherheit mithilfe umfassender Monitoring- und Dokumentationsmöglichkeiten

Das patentierte Temperaturmanagement-System in dem 3D-Drucker ermöglicht, den Bauraum homogen auf bis zu 250 Grad Celsius zu heizen, was unter anderem den Schichtzusammenhalt des jeweiligen Medizinprodukts verbessert. Kumovis bietet den Kunden zudem die Möglichkeit, mithilfe eines optionalen Filters den Bauraum zum Reinraum zu machen. So lassen sich Fehlstellen durch Fremdkörper im Bauteil vermeiden. Alle Systeme für ein umfassendes Monitoring sind integriert, Dokumentation und Sicherheit sind damit während des gesamten Druckprozesses gewährleistet.

Prozessoptimierung und –sicherheit haben bei dem Münchner Start-up seit dessen Gründung Priorität. „Wir freuen uns, mit dem Kumovis R1 der Medizintechnik ein ressourcenschonendes Fertigungssystem zu geben, das einerseits ihre hohen Anforderungen erfüllt und andererseits die Verarbeitung von Hochleistungskunststoffen im FLM-Verfahren zur Industriereife führt“, so Co-Gründer Stefan Leonhardt in einer Pressemitteilung. Seit 2017 leitet er zusammen mit Miriam Haerst die Kumovis GmbH. „Zudem ermöglichen wir mit Partnern wie den Software-Experten von Hyperganic künftig den schnellen Zugang zu individuellen Implantaten und Geräten, mit deren Hilfe ein Mehrwert für Patienten und Ärzte geschaffen wird“, fügte er hinzu.

Medizinische Anwendungen neu erfinden

Um die Implantate passgenauer zu gestalten und so die Heilung der Patienten zu fördern, sind eine gute reproduzierbare Mechanik und Maßhaltigkeit nötig. Im Kumovis R1 kommt hierfür eine lokale Kühlung zum Einsatz, die durch die firmeneigene Hardware und einer Software der Hyperganic Technologies AG bewerkstelligt wird. Deren Geschäftsführer Lin Kayser über die Kooperation mit Kumovis: „Hyperganic arbeitet eng mit Druckerherstellern zusammen, um tiefgreifende Innovationen zu ermöglichen. Ich bin seit Anfang an von der Vision der Kumovis-Gründer beeindruckt, die additive Fertigung für medizinische Anwendungen durch neue Materialien und fortgeschrittene Prozesstechnologie neu zu erfinden. Wir sind davon überzeugt und freuen uns, die Zusammenarbeit mit ihnen weiter zu vertiefen.“

Unter anderem mit der softwarebasierten Drucksteuerung Hyperganic Print ermöglicht Kumovis dem Nutzer, die Drucke über das gesamte Bauteil hinweg zu optimieren. Die Oberfläche ist so gestaltet, dass sich Prozesse nutzerspezifisch anpassen und automatisieren lassen. Ob Druckvorbereitung, Objektorientierung oder technischer Support, medizinische Interessen und Vorgehensweisen standen während der gesamten Entwicklung im Fokus. Der Kumovis R1 ist ab 1. August 2019 per Direktvertrieb oder als Subscription-Modell verfügbar. Drei Maschinen sind bei Pilotkunden bereits im Einsatz.

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