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Messevorschau EPHJ 2021 EPHJ als Zeichen für Wiederaufschwung

Redakteur: Anne Richter

Nach einer langen Zeit rein virtueller Veranstaltungen wird es in diesem Herbst wieder Präsenzmessen geben. Die EPHJ, das internationale Treffen für Hochpräzisionstechnologien, findet vom 14. bis 17. September in Genf statt.

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Die EPHJ zeigt jedes Jahr, dass das unvergleichliche Know-how der Uhrmacherei der Entwicklung in anderen Bereichen der Hochpräzision, wie der Medtech-Branche, und Mikrotechnik zugutekommen kann.
Die EPHJ zeigt jedes Jahr, dass das unvergleichliche Know-how der Uhrmacherei der Entwicklung in anderen Bereichen der Hochpräzision, wie der Medtech-Branche, und Mikrotechnik zugutekommen kann.
(Bild: Palexpo)

„Mehr als fünfhundert Aussteller haben bereits ihre Teilnahme bestätigt“, freut sich Alexandre Catton, Direktor der EPHJ Fachmesse. „Im Hinblick auf die Anforderungen und Empfehlungen zum Gesundheitsschutz wurden die Pläne so angepasst, dass die Stände optimal präsentiert werden können, und wir sind so gut wie ausgebucht. Die vom Schweizer Bundesrat im Juni gewährten Lockerungen der Corona-Maßnahmen könnten noch weitere Unternehmen ermutigen, sich anzumelden.“

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Die EPHJ ist weltweit bekannt dafür, dass sie die ausgewiesene Fachmesse für Uhrmacherei und Juwelierskunst ist und seit 20 Jahren das Beste aus all diesen Hochpräzisionsbereichen vereint. In der Regel kommen bis zu 800 Unternehmen zur Messe, um den 20.000 Fachbesuchern ihre Erzeugnisse, Dienstleistungen oder Maschinen zu präsentieren. In diesem Jahr werden mehr als 500 Unternehmen vertreten sein. Die meisten von ihnen warten auf die EPHJ, um der Welt ihre Innovationen und Erfindungen vorzustellen. Bei jeder Ausgabe des Genfer Salons herrscht dieselbe Erwartungshaltung: Die Fachbesucher der Hersteller von Uhren und Endprodukten drängen sich um die vorgestellten Neuheiten, denn so können sie diese als erste entdecken und als Vorreiter eines Marktes agieren, der sich fortlaufend weiterentwickelt.

Hochpräzisionstechnologie profitiert vom Technologietransfer

Zudem beweist die EPHJ jedes Jahr, dass das unvergleichliche Know-how der Uhrmacherei der Entwicklung von medizinischen Geräten und Mikrotechnologien zugutekommen kann. Und umgekehrt. Die Erfolgsgeschichte der Technologiekompetenzen in der Hochpräzision beschränkt sich nicht nur auf eine einzelne Sparte, und sei sie noch so prestigeträchtig, wie zum Beispiel die Uhrmacherei. Sie reicht weit darüber hinaus, und es gibt viele Beispiele von Technologien, die ursprünglich für die Uhrmacherei entwickelt wurden und sich nun für die Medizintechnik oder die Luft- und Raumfahrt als nützlich erweisen.

Zu den zahlreichen Beispielen gehören Materialbearbeitung, Montage, Feindrehen, Oberflächenbehandlung, Laseranwendungen, die Verwendung wertvoller Materialien und die Nanotechnologie. Angefangen bei der traditionellen und handwerklichen Präzision bis hin zur Hochpräzision im Nanometerbereich profitieren alle Akteure der Uhren- und Schmuckindustrie, der Mikrotechnologien, der Medizintechnik, der Luftfahrt und der Automobilindustrie von den Synergien und den Technologietransfers, die die EPHJ ermöglicht. Der gemeinsame Nenner all dieser Unternehmen, egal ob es sich um Startups oder multinationale Konzerne handelt, ist genau diese Fähigkeit, mit immer größerer Präzision und Leistung im kleinen Maßstab zu arbeiten, von einigen Zentimetern bis zu wenigen Nanometern.

Medtech-Unternehmen werden von den Kompetenzen des Hochpräzisionssektors stark angezogen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist, dass mehrere auf der EPHJ präsente Unternehmen an der Entwicklung des ersten auf Lebenszeit eingesetzten künstlichen Herzens beteiligt waren, das von der Firma Carmat entwickelt wurde. Der Technologietransfer ermöglicht es, Innovationen nutz- und gewinnbringend einzusetzen.

Eine Geschäftsplattform seit 20 Jahren

Dies ist auch der Grund, warum viele Geschäfte unter Ausstellern abgeschlossen werden. Die Geschäftsführer der Aussteller kommen miteinander ins Gespräch und entdecken oft, dass ihre Unternehmen sich technologisch ergänzen. Dies führt zu gemeinsamen Projekten, zu temporären oder langfristigen Verträgen, die auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind.

Letztendlich kommt es den Ausstellern der EPHJ vor allem darauf an, Geschäfte zu tätigen, Verträge zu unterzeichnen oder Interessenten zu treffen, um ihren Kundenstamm zu erweitern. Seit rund 20 Jahren bestätigt die überwiegende Mehrheit der Unternehmen, dass sie auf der EPHJ Geschäfte abschließen. Das ist der Grund, warum diese Aussteller dem Genfer Salon die Treue wahren.

Die Messeausgabe 2021 wird den Teilnehmern einen Vorteil bieten. Seit fast zwei Jahren haben die Aussteller weitergearbeitet und Visionen von der Zukunft der Hochpräzisionstechnologien entwickelt. In ihren Werkstätten, Büros und Fabriken haben sich Innovationen angesammelt. Darum hat noch nie zuvor eine Veranstaltung so hohe Erwartungen an technologische Innovationen geweckt. Nächsten September in Genf wird jeder Aussteller die Gelegenheit haben, seine Neuerungen und Verbesserungen im Dienste der Kundenprodukte zu präsentieren.

„Wir ... wollen unsere Kunden wiedersehen“

„Aber jenseits dieser branchenspezifischen Erwartungen gibt es eine zutiefst menschliche Ungeduld“, erklärt Alexandre Catton. „Wir, die Organisatoren und ausstellenden Unternehmen, wollen unsere Kunden wiedersehen, sie begrüßen, ihnen zulächeln, ihre Blicke sehen, wenn sie die entwickelten Innovationen entdecken. Wir haben diese Zwischenmenschlichkeit so sehr vermisst, dass es nun wirklich an der Zeit ist, aus dieser Phase der Abschottung unserer Branche herauszutreten, um uns zu treffen, uns gegenseitig herauszufordern, zu verhandeln und endlich gemeinsam etwas zu trinken. Das ist der Geist der EPHJ: Innovation, Business, Schlichtheit und Geselligkeit.“

Die EPHJ wird auch mehrere Themen bei ihren berühmten Rundtischgesprächen behandeln, die im Programm der Messe Akzente setzen. Insbesondere geht es um die Anforderungen hinsichtlich von Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit, welche für die Zulieferer immer mehr ins Gewicht fallen, sowie um die Neuordnung des Uhrenmarktes und die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für die Hochpräzisionsindustrie.

Für Veranstalter Palexpo scheinen nun alle Sterne günstig zu stehen, dass die EPHJ-Ausgabe 2021, die vom 14. bis 17. September stattfindet, sich als prägender Event und Beschleuniger für die Erholung unserer Branche und die Rückkehr zu einem etwas normaleren und spannenderen Berufsleben erweisen kann.

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