Gerresheimer und Zollner haben ihre Partnerschaft bekannt gegeben. Die Kooperation erstreckt sich zunächst auf die Entwicklung von Inhalatoren für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, Autoinjektoren, Systemen in der Augenheilkunde und Medikamentenpumpen sowie die Auftragsfertigung solcher und ähnlicher Geräte.
Gerresheimer verfügt bereits über ein Portfolio elektronisch gesteuerter Geräte und Lösungen, die auf eigenem geistigen Eigentum basieren, z. B. die Sens-Air-Pumpe.
(Bild: Gerresheimer)
Die Gerresheimer AG und die Zollner Elektronik AG bündeln ihre Pharma- und Medizintechnik-Expertise in einer strategischen Partnerschaft. Sie bieten Pharma, Healthcare und Biotech-Unternehmen ab sofort ihre Konzeptionierungs-, Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten für Drug-Delivery- und Medtech-Systeme einschließlich der kompletten Elektronik aus einer Hand an. Gerresheimer agiert als zentraler Ansprechpartner für den Kunden. Die Partner kombinieren die Expertise von Gerresheimer bei Geräten zur Verabreichung von Medikamenten und medizintechnischen Systemen mit der global aufgestellten Elektronikkompetenz von Zollner. Gemeinsam wollen sie ihre Expertise im Gesundheitswesen Sektor ausbauen und neue Märkte erschließen.
Nachfrage nach medizintechnischen Geräten mit Elektronikkomponenten steigt
Gerresheimer und Zollner setzen mit ihrer strategischen Partnerschaft auf den weltweiten Trend hin zu elektronischen, digital steuerbaren und vernetzten Geräten zur Verabreichung von Medikamenten und diagnostischen Systemen. Dazu gehören unter anderem Insulin Pens, Inhalatoren etwa für Asthmatiker, Point-of-Care-Systeme und Medikamentenpumpen. Die Nachfrage nach medizintechnischen und pharmazeutischen Geräten mit Elektronikkomponenten zur Behandlung vor allem chronischer Krankheiten wird sich in den kommenden Jahren weiter deutlich erhöhen: Allein der Markt für digitale und vernetzte Lösungen zur Behandlung von Diabetes soll Studien zufolge bis 2025 auf rund elf Milliarden Euro wachsen.
Die Zollner Elektronik AG ist weltweiter Fertigungsdienstleister für elektronische und mechatronische Komponenten (Electronic Manufacturing Services, EMS). Sie erwirtschaftete 2021 mit knapp 12.000 Mitarbeitern an 23 Standorten im In- und Ausland einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro, davon 18,3 Prozent im Bereich Healthcare & Lifesciences.
„Die Zukunft gehört der digitalen Behandlungsbegleitung mit elektronischen Systemen und vernetzten Plattformen“, sagte Dietmar Siemssen, CEO der Gerresheimer AG. „Die Partnerschaft mit Zollner unterstützt uns dabei, unseren Pharmakunden innovative Medtech-Lösungen aus einer Hand anzubieten. Für Patienten bedeutet der Einsatz dieser Lösungen eine bessere Behandlung und eine Erhöhung der Lebensqualität. Das Gesundheitssystem profitiert zugleich durch dauerhaft niedrigere Behandlungskosten.“
Die Zukunft gehört der digitalen Behandlungsbegleitung mit elektronischen Systemen und vernetzten Plattformen.
Dietmar Siemssen, CEO der Gerresheimer AG
„Die Digitalisierung schreitet bei medizintechnischen Geräten mit großem Tempo voran. Wir bei Zollner freuen uns, mit Gerresheimer den idealen Partner für den Ausbau unserer erfolgreichen Sparte Healthcare & Lifesciences gefunden zu haben“, sagte Markus Aschenbrenner, Mitglied des Vorstands von Zollner. „Gemeinsam werden wir den Zugang zu bestehenden Märkten ausbauen, neue Wachstumsmärkte erschließen und unsere gemeinsamen Kunden über den gesamten Lebenszyklus der Produkte hinweg begleiten.“
Zollner und Gerresheimer haben bei einer Vielzahl von Projekten Kooperationserfahrung gesammelt. So liefert der Elektronikspezialist aus Zandt bereits Bauteile und Baugruppen für eine Medikamentenpumpe in der Parkinson Therapie an das Düsseldorfer Unternehmen. Gerresheimer und Zollner entwickeln diese Zusammenarbeit nun weiter und agieren dabei als Partner auf Augenhöhe für das Gesundheitswesen der Zukunft. Durch die Integration von Konzeptionierung, Entwicklung und Fertigung beider Seiten können Produkte schneller und effizienter zur Marktreife gebracht werden. Zudem erhalten sie einen dauerhaft sicheren Zugriff auf elektronische Bauteile. Die Kooperation erstreckt sich zunächst auf die Entwicklung von Inhalatoren für Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, Autoinjektoren, Systemen in der Augenheilkunde und Medikamentenpumpen sowie die Auftragsfertigung solcher und ähnlicher Geräte.
Gerresheimer verfügt schon jetzt über ein Portfolio elektronisch gesteuerter und auf eigener Intellectual Property (IP) basierender Geräte und Lösungen, wie etwa den Respimetrix-Inhalator oder die Sens-Air-Pumpe. Die strategische Partnerschaft mit Zollner wird dazu beitragen, dieses Portfolio deutlich zu erweitern.
Stand: 08.12.2025
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Die Partnerschaft unterstützt auch die Nachhaltigkeitsstrategien beider Unternehmen. So wurde ein Technologieaustausch vereinbart, durch den noch effizientere Produktionsverfahren – etwa durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz – entwickelt werden sollen, um Abfall und Ausschuss zu minimieren.
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