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Elektronisches Pflaster Ein Pflaster, das vor Krankheiten warnt

| Redakteur: Peter Koller

Ein flexibles, dehnbares Pflaster mit integrierter Elektronik zur Gesundheitsüberwachung haben Forscher zweier US-Universitäten entwickelt. Die Besonderheit: Für die Elektronik kommen statt aufwändig gedruckter Komponenten herkömmliche SMD-Bauteile zum Einsatz.

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Ein bieg- und dehnbares Sensorpflaster auf Basis herkömmlicher SMD-Komponenten.
Ein bieg- und dehnbares Sensorpflaster auf Basis herkömmlicher SMD-Komponenten.
( Northwestern University)

Das Ziel der Forscher von Northwestern University und University of Illinois sind elektronische Pflaster, mit denen sich Langzeituntersuchungen wie EKG oder EEG vornehmen lassen, ohne den Träger in seiner Bewegungsfreiheit zu beeinträchtigen. In einem ersten Schritt haben sie dazu ein drahtloses Sensorpflaster entwickelt, das auf gedruckter Elektronik basiert (siehe Bildergalerie) und wie ein temporäres Tattoo auf der Haut getragen werden kann. Das Pflaster erwies sich als sehr leistungsfähig, allerdings auch recht aufwändig herzustellen.

Bildergalerie

Um das Pflaster einer kostengünstigen Serienfertigung näher zu bringen, haben sie nun das Trägermaterial des gedruckten Pflasters mit herkömmlichen SMD-Komponenten kombiniert. Der Trick dabei: Das Trägermaterial ist ein mikrofluidisches Material: Es besteht aus einer transparenten und biegsamen Hülle, die mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Die SMD-Komponenten werden nun auf kleinen Säulen in der Flüssigkeit verankert, so dass sie sich in alle Richtungen bewegen können.

Die Verbindung zwischen den Komponenten wird durch Drähte hergestellt, die wie beim japanischen Origami kunstvoll gefaltet sind und sich dadurch nicht nur biegen, sondern auch ausdehnen und wieder zusammenziehen können.

Die ersten Tests mit den neuen Pflastern verliefen sehr vielversprechend. Ein direkter Vergleich mit traditionellen EKG- und EEG-Systemen erbrachte eine vergleichbare Datenqualität bei wesentlich höherem Komfort für den Träger. Anwendungen sehen die Forscher um die beiden Professoren John A. Rogers und Yonggang Huang auch in der Prävention: "Solche Pflaster könnten zum Beispiel auch veränderte Bewegungsmuster des Trägers erfassen, die auch eine künftige Parkinson-Erkrankung hindeuten", sagte Huang.

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