Swiss Medtech Expo

„Die wichtigste Medizintechnik-Veranstaltung der Schweiz“

| Redakteur: Kathrin Schäfer

René Ziswiler, Messe Luzern: „Das Innovation Symposium der SMTE vermittelt den aktuellen Stand der Forschung und Techniktrends der Schweiz, Deutschlands und Österreichs.“
René Ziswiler, Messe Luzern: „Das Innovation Symposium der SMTE vermittelt den aktuellen Stand der Forschung und Techniktrends der Schweiz, Deutschlands und Österreichs.“ (Bild: Messe Luzern)

Neues Konzept, neue Laufzeit, neuer Name: Am 15. und 16. September findet in Luzern die erste Swiss Medtech Expo statt. Devicemed hat René Ziswiler vom Veranstalter Messe Luzern sowie die strategischen Partner Dr. Urs Schneider vom Fraunhofer IPA und Ralf Schumacher von der Hochschule für Life Sciences der Fachhochschule Nordwestschweiz zu der Veranstaltung befragt.

Herr Ziswiler, mit der SMTE macht die Messe Luzern einen neuerlichen Anlauf, eine Messe für Medizintechnikhersteller in der Schweiz zu etablieren. Was unterscheidet diese von anderen Veranstaltungen?

Mit dem Auslaufen des Export-Förderprogrammes von Medtech Switzerland, des Bundes für die Medizintechnikindustrie, haben die Messe Luzern und der Medical Cluster die wichtigste und größte Medizintechnik-Veranstaltung der Schweiz neu positioniert. Man hat sich entschieden, das Konzept zu überarbeiten und ein Format zu schaffen, welches die Zulieferer im Bewältigen der kommenden Herausforderungen optimal unterstützt. Der 2014 veröffentlichte Swiss Medical Technology Industry Survey zeigt deutlich auf, dass insbesondere die mittleren und kleineren Medizintechnik-Hersteller ein beachtliches Umsatzwachstum erwarten und die Innovationstätigkeit zunehmen wird. An diesen Punkt knüpft die Swiss Medtech Expo an und stellt die Kompetenzen der Zulieferindustrie sowie der Forschung und Entwicklung ins Zentrum. So fokussiert sich die Swiss Medtech Expo am 15. und 16. September auf Innovation, Systemlieferanten und additive Fertigung.

Wie viele Firmen stellen auf der SMTE aus und was sind die thematischen Schwerpunkte, Herr Ziswiler?

Auf der Swiss Medtech Expo präsentieren sich 150 Aussteller, vorwiegend Zulieferer, Systemlieferanten, Forschungs- und Bildungsinstitute sowie spezialisierte Dienstleister. Besuchende sind Entwickler und Ingenieure von Herstellerfirmen. Nebst den Ausstellern und einem „Innovation Symposium“ wird auf der SMTE eine Rapid Area zu sehen sein. In Kooperation mit der Messe Erfurt konnte diese mobile Plattform für additive Fertigung und 3-D-Druck nach Luzern geholt werden.

Warum beteiligt sich das Fraunhofer IPA als strategischer Partner an der SMTE, Herr Schneider?

Die Schweiz ist eines der bedeutendsten Länder weltweit, wenn es um die Herstellung von Medizintechnik geht – mit einer Exportquote von 99 Prozent. Eine eigene Plattform ist wichtig. Als F&E-Dienstleister für die Medizintechnikindustrie ist es eine unserer Aufgaben, solche Impulse wie die Swiss Medtech Expo zu unterstützen.

Und was steckt hinter dem Engagement der Fachhochschule Nordwestschweiz, Herr Schumacher?

Die FHNW und insbesondere die Hochschule für Life Sciences adressieren die Medizintechnik in dezidierten Studiengängen und in diversen Forschungsschwerpunkten. Hierzu ist eine starke Vernetzung zur Medtech-Industrie in der Schweiz, aber auch in den angrenzenden Ländern ein wichtiges Erfolgsmerkmal. Daher ist es für uns wichtig, die Swiss Medtech Expo zu unterstützen und aktiv mit aktuellen Forschungsthemen präsent zu sein.

Welche Bedeutung haben die in die Messe integrierten Innovationssymposien, Herr Ziswiler?

Das Innovation Symposium vermittelt den aktuellen Stand der Forschung und die Techniktrends der Schweiz, Deutschlands und Österreichs. Es werden zukunftsweisende Themen mit hohem Praxisbezug behandelt.

Am ersten Messetag wird das Thema „Mobilität schaffen – Innere und äußere Behandlungsstrategien am Bewegungsapparat“ beleuchtet. Die Vortragsreihe wird von Dr. Urs Schneider, Fraunhofer IPA, Stuttgart, und Dr. Claas Albers, AO Foundation, Davos, organisiert. Das Innovation Symposium am zweiten Messetag befasst sich mit dem Thema „Additive Fertigung in der Medizintechnik“. Das Symposium wird von der FHNW Hochschule für Life Sciences, von Dipl.-Ing. Ralf Schumacher, Leiter Medical AM, und von Dr. Stefan Köstler und Ulrich Trog von Joanneum Research organisiert.

Das von Ihnen organisierte Innovation Symposium am ersten Messetaghat „Mobilität schaffen“ als Leitthema. Warum gerade dieses Thema, Herr Schneider?

In unseren alternden Gesellschaften ist eine bezahlbare, effiziente, weil personalisierte Medizin ein zentrales Thema. Zukünftige Behandlungsstrategien erfordern eine eng verzahnte operative und konsequente Therapie. Die Schweiz spielt medizintechnisch bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eine wichtige Rolle. Diese beiden Faktoren wollen wir verbinden.

Am zweiten Messetag geht es in dem von Ihnen organisierten Innovation Symposium um additive Fertigung in der Medizintechnik, Herr Schumacher. Steckt in dieser Technologie tatsächlich so viel Potenzial, wie die gegenwärtige Präsenz in den Medien glauben macht?

Die Fachwelt sieht Additive Manufacturing (AM) als Fertigungstechnologie mit viel Potenzial hinsichtlich neuer Produkte und Geschäftsmodelle. In der Medizintechnik liegt das große Potenzial in der individuellen Versorgung von Patienten, sowohl für dentale Anwendungen wie auch für orthopädische Lösungen.

Herr Ziswiler, wie viele Besucher müssen die Messe besuchen, damit Sie sagen: „Es war eine gelungene Veranstaltung“, und die SMTE fortführen?

Bei einer Veranstaltung ist es schwierig, Prognosen abzugeben. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Qualität der Teilnehmer, nicht primär auf der Quantität. Für die Fachmesse erwarten wir rund 1.500 Besucher aus der Schweiz und dem angrenzenden Ausland.


Die Fragen stellte Peter Reinhardt.

Kommentare werden geladen....

Diesen Artikel kommentieren

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

DER COMMUNITY-NEWSLETTER Newsletter abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43539390 / Management)