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Medical Mountains Der Nordstern soll den Weg weisen: Visionsprozess für die Medizintechnik-Branche

Redakteur: Kristin Breunig

Wenn es nach Medical Mountains geht, steht die Zukunft der süddeutschen Medizin nicht in den Sternen. Gemeinsam mit der Branche soll ein Visionsprozess angestoßen werden, um die Zukunft aktiv gestalten zu können. Das Kick-off-Event fand nun digital statt.

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Medical Mountains-Geschäftsführerin Yvonne Glienke (rechts) und Ressortleiterin Britta Norwat moderierten das Kick-off-Event, bei dem sich rund 50 Teilnehmer zuschalteten.
Medical Mountains-Geschäftsführerin Yvonne Glienke (rechts) und Ressortleiterin Britta Norwat moderierten das Kick-off-Event, bei dem sich rund 50 Teilnehmer zuschalteten.
(Bild: Medical Mountains)

Wohin kann und soll sich die süddeutsche Medizintechnik-Branche entwickeln? Das Kick-off-Event von Medical Mountains zum gemeinsamen Visionsprozess steckte erste Orientierungspunkte ab. Rund 50 Teilnehmer hörten zu, schätzten ein und diskutierten, mit dem Ziel, Elemente eines gemeinsamen Zukunftsbilds zu finden. Geschäftsführerin Yvonne Glienke vergleicht das Vorgehen damit, einen „Nordstern“ zu finden. Einen Fixpunkt am Horizont, der unerreichbar zu sein scheint, aber die Richtung weist. Dessen Position sich aus der Schnittmenge der Interessen und Erwartungen definiert.

Der Ist-Zustand

Seit November vergangenen Jahres haben Yvonne Glienke und Ressortleiterin Britta Norwat mehr als 20 Interviews mit Geschäftsführern und Stakeholdern aus großen und kleineren Unternehmen geführt. Die Ergebnisse beschreiben zunächst den Ist-Zustand, das Fundament, von dem aus aufgebrochen wird. Verlässlichkeit, Tradition, Erfindergeist, Leidenschaft und Qualität sind Begriffe der Selbstvergewisserung. Auf diesen Tugenden baut die Medizintechnik im Südwesten auf. Gleichwohl ergeben sich daraus Herausforderungen. „Erfolg als Innovationsbremse“ oder „Eigenbrötler-Mentalität“ wurden bei dem Kick-off ebenso benannt wie die Feststellung: „Das Herz der Region schlägt mechanisch“. Hinzu kommt der globale Wettbewerbsdruck, die fehlende Wertschätzung, der Kampf um Fachkräfte.

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Die Visionen

Aus der Verbindung von Erfolgsfaktoren und Problemfeldern kristallisierten sich Ausgangs- und Endpunkte der Wege heraus; einzelne Visionselemente, die sich im fortlaufenden Prozess weiter konkretisieren und verketten sollen. Dazu zählen die Wahrnehmung der Medizintechnikbranche in der Gesellschaft und der Komplex „Lebensqualität verbessern“. Plädoyers wie „Der Wert von Medizinprodukten muss sichtbar gemacht werden“ waren zu hören. Bei den Punkten „Technologien und Innovationen“ und „Digitalisierung & Geschäftsmodelle“ kam der Vorschlag auf, „ein eigenes ‚Amazon‘ für die Medizintechnik“ einzurichten. „(Unternehmens-)Führung“ gehört zu den Elementen, um den Standort für Arbeitskräfte attraktiver zu machen, aber auch, um Mitarbeiter für die neuen Herausforderungen zu befähigen und die Chancen der Generationenvielfalt zu nutzen. Beim Thema „Nachhaltigkeit“ waren sich alle einig – ohne sie geht heute nichts mehr: „Corporate Social Responsibility wird auch immer mehr von den Kunden eingefordert“. Als Überbegriff des Abends, stand das Visionselement „Zusammenarbeit“ im Fokus.

Der nächste Schritt

Eine rege Diskussion prägte den Abend. Zu den einzelnen Visionselementen bilden sich jetzt Arbeitsgruppen, in denen die Aspekte erweitert, konsolidiert und bei der nächsten großen gemeinsamen Veranstaltung Ende des Jahres vorgestellt werden. Daraus wird dann ein gemeinsames Zukunftsbild entwickelt und in der folgenden Etappe Werte und Leitsätze abgeleitet. „Wir freuen uns, wenn sich möglichst viele Unternehmen einbringen“, betonen Yvonne Glienke und Britta Norwat, „daher sind die Arbeitsgruppen natürlich offen für weitere Zugänge – unabhängig davon, ob man beim Kick-off dabei war“. Denn letztlich sei es das Ziel, die Medizintechnik im Südwesten in Gänze voranzubringen, und nicht nur einzelne Akteure. Die ersten Treffen sind für Ende März vorgesehen.

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