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Brexit-Votum: „No Deal“ schädigt Export deutscher Hightech-Unternehmen

| Redakteur: Peter Reinhardt

Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer: „Die Exporte der Medizintechnik ins Vereinigte Königreich sind bereits rückläufig.“
Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer: „Die Exporte der Medizintechnik ins Vereinigte Königreich sind bereits rückläufig.“ (Bild: Spectaris)

Nachdem das britische Unterhaus das Brexit-Abkommen abgelehnt hat, kann es am 29. März zu einem ungeregelten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU kommen. Die deutsche Medizintechnik-Industrie träfe das doppelt hart.

  • Spectaris warnt vor erheblichen Konsequenzen
  • Wirtschaftsverträgliche Lösungen finden
  • Regulatorische Unsicherheiten im Bereich Medizintechnik drohen

Der Brexit ist vergangene Woche in die nächste Runde gegangen: Ob es tatsächlich zum sogenannten „No Deal“ kommen wird oder sich die Briten doch noch für einen anderen Weg entscheiden, bleibt weiterhin offen. Für den Industrieverband Spectaris ist jedenfalls klar, dass ein ungeregelter Austritt die denkbar schlechteste Option wäre: „Für unsere Unternehmen würde sich ein erheblicher finanzieller und zeitlicher Mehraufwand ergeben: Zollanmeldungen, Zölle und Ursprungsregeln müssen eingehalten werden. Verzögerungen im Lieferverkehr sind da programmiert, zumal die administrative Vorbereitung seitens der Briten fraglich ist“, erklärt Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer.

„No Deal“ bringt erhebliche Probleme

Im Falle eines „No Deals“ kommen erschwerend regulatorische Unsicherheiten im Bereich der Medizintechnik und der Umweltgesetzgebung hinzu. Zügige Vereinbarungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sind dann notwendig, um einen reibungslosen Warenverkehr zu ermöglichen. Dazu bedarf es umfassender Übergangsfristen und der langfristigen gegenseitigen Anerkennung von Marktzugangsregelungen.

Um diese Situation abzuwenden, plädiert Spectaris dafür, dass die britische Regierung mit der EU weiter nach einer Verhandlungslösung sucht. Mayer: „Die Briten sind hier in der Bringschuld und müssen der EU aussichtsreiche Alternativen zum abgelehnten Abkommen präsentieren, damit ein ,No Deal‘-Szenario am 29. März verhindert wird. Andernfalls kommen schwierige Zeiten auf die exportintensiven deutschen Hightech-Industrien zu.“

Exporte sind bereits rückläufig

Das Vereinigte Königreich gehört zu den Top-10-Exportländern der Spectaris-Branchen für optische, medizinische und mechatronische Technologien. In einigen Zweigen zeige sich bereits ein Rückgang der Ausfuhren, erklärt der Verband in einer Pressemitteilung. So sind bis Herbst 2018 die Ausfuhren der Photonik im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 Prozent eingebrochen. Auch die Exporte der Medizintechnik sind rückläufig, nachdem bereits in 2017 ein Minus von 7 Prozent zu verzeichnen war.

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