Internationale Studie

Antimikrobielle Kupferwerkstoffe reduzieren nosokomiale Infektionen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Ein Studienzimmer am Ralph H. Johnson Veteran Affairs Medical Center in Charleston: Bettengriffe, Beistelltisch und Infusionsständer aus antimikrobiellen Kupferwerkstoffen reduzieren das Infektionsrisiko auf hochfrequenten Kontaktflächen.
Ein Studienzimmer am Ralph H. Johnson Veteran Affairs Medical Center in Charleston: Bettengriffe, Beistelltisch und Infusionsständer aus antimikrobiellen Kupferwerkstoffen reduzieren das Infektionsrisiko auf hochfrequenten Kontaktflächen. (Bild: Deutsches Kupferinstitut Berufsverband)

Aktuelle Studienergebnisse der Medical University of South Carolina belegen, dass die Verwendung antimikrobieller Kupferlegierungen die Gefahr nosokomialer Infektionen auf Intensivstationen um 58 Prozent senken kann. Mit dieser Studie wurde erstmals in Klinikversuchen nachgewiesen, dass Kupferwerkstoffe die mikrobielle Last auf Kontaktflächen deutlich verringern.

Denn Kupferoberflächen inaktivieren nicht nur Antibiotika-resistente Keime, sondern auch viele weitere Erreger und minimieren so die Infektionsübertragung in Gesundheitseinrichtungen. In Europa erkrankt jeder 14. Patient während eines Krankenhausaufenthaltes an einer nosokomialen Infektion. Dies führt schätzungsweise zu 147.000 Todesfällen pro Jahr. Eine aktuell abgeschlossene Studie, deren Ergebnisse im Mai diesen Jahres im „Journal of Infection Control and Hospital Epidemiology“ veröffentlicht werden, belegt, dass antimikrobielle Kupferwerkstoffe dauerhaft die Keimbelastung reduzieren und dadurch die Infektionsrate minimieren können. Denn Kupfer inaktiviert Mikroorganismen nachhaltig. Somit stellen antimikrobielle Kupferoberflächen im Krankenhaussektor eine wichtige ergänzende Maßnahme zu der 4-Säulen-Strategie des Robert-Koch-Instituts dar.

Die Keimbelastung senken

Die Studie wurde auf Intensivstationen von drei großen US-amerikanischen Krankenhäusern durchgeführt: Beteiligt waren die Medical University of South Carolina, das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York City und das Ralph H. Johnson Veterans Affairs Medical Center in Charleston, South Carolina. Finanziert wurde die Studie vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten.

Mit der Fragestellung nach Senkung der Keimbelastung durch Nutzung von Kupferlegierungen im Krankenzimmer schloss die Studie an internationale Forschungen aus Deutschland, Japan, Chile und Großbritannien an. Als deutsche Referenz galt die Asklepios Klinik Wandsbek.

Kupfer wirkt dauerhaft antimikrobiell

„Massive Kupferlegierungen bieten eine Alternative, um die wachsende Zahl von nosokomialen Infektionen zu reduzieren, ohne dass es zu einem Mehraufwand für das Pflegepersonal und die Putzkräfte kommt“, erklärt Professor Dr. Michael Schmidt, Mitautor der Studie und stellvertretender Leiter der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie an der Medical University of South Carolina. „Aufgrund der kontinuierlichen und dauerhaften antimikrobielle Wirkung von Kupfer lässt sich zeigen, dass eine Vermehrung von Krankheitserregern auf diesen Flächen signifikant verringert ist. Die Nutzung von Kupfer bietet deshalb ein sichereres Umfeld insbesondere für bereits geschwächte Patienten.“

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