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Hörschäden

Aktives Knochenleitungsimplantat verspricht Abhilfe

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Med-El Medical Electronics, Anbieter von Hörimplantatsystemen, hat das nach eigenen Angaben erste aktive Knochenleitungsimplantat vorgestellt. Damit sei Transkutane Intact-Skin Technologie nun erstmals für die sogenannte Knochenleitungsstimulation verfügbar, so das Unternehmen. Das Einsetzen dieser Technologie wurde durch ein optimiertes Energiemanagement ermöglicht.

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Die „Bonebridge“ besteht aus zwei Komponenten: dem Implantat und dem Audioprozessor.Sie eignet sich besonders für Menschen, die an einer Schallleitungsstörung oder an einseitigem Hörverlust leiden
Die „Bonebridge“ besteht aus zwei Komponenten: dem Implantat und dem Audioprozessor.Sie eignet sich besonders für Menschen, die an einer Schallleitungsstörung oder an einseitigem Hörverlust leiden
( Bild: Med-EI )

Es zeichnet sich durch einfache Handhabung und sehr geringe medizinische Komplikationsraten aus. Die „Bonebridge“ eignet sich besonders für Menschen, die an einer Schallleitungsstörung oder an einseitigem Hörverlust leiden, die beispielsweise durch Erkrankungen des Mittelohrs oder Fehlbildungen des Außenohrs entstehen können. Neben der, im Vergleich zu bisherigen knochenverankerten Hörgeräten, geringeren Komplikationsrate hat sich durch die Intact-Skin-Technologie auch der ästhetische Aspekt für den Patienten wesentlich verbessert.

Für Erwachsene bereits zugelassen

Die „Bonebridge“ besteht aus zwei Komponenten: dem Implantat und dem Audioprozessor. Das Implantat mit elektromagnetischem Wandler, Spule und Magnet ist mit einer Silikonhülle ummantelt und bis 1,5 Tesla MRT-tauglich. Bei der Wahl der optimalen Position für das Implantat unterstützen präoperativ aufgenommene MRT- bzw. hochauflösende CT-Bilder die Chirurgen.

Während der Operation kann der Chirurg das Implantat flexibel an die anatomische Schädelstruktur in der Region hinter dem Ohr anpassen. Sobald die OP-Wunde abgeheilt und die Schwellung zurückgegangen ist, kann der Audioprozessor aufgesetzt, eingestellt und aktiviert werden. Er verfügt über 16 Frequenzbänder, acht Kompressionskanäle und ausgefeilte Technologien für verbesserte Hörqualität.

Dazu gehören ein Richtmikrofon, Windgeräusch-Minimierung, Sound Smoothing sowie ein Programm zum Sprach- und Geräuschmanagement, welches störende Hintergrundgeräusche im Vergleich zu Sprachgeräuschen vermindert. Das Implantat ist für Erwachsene zugelassen und wird in zahlreichen HNO-Kliniken eingesetzt werden, eine klinische Studie für die Zulassung bei Kindern ist derzeit im Gange.

Kontakt:

Med-El Elektromedizinische Geräte Gesellschaft mbH

A-6020 Innsbruck

www.medel.com

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