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Micro-Epsilon 40 Jahre präzise Messtechnik – zunehmend für die Medizintechnik

| Autor: Peter Reinhardt

Vom Drei-Mann-Betrieb ist Micro-Epsilon binnen 40 Jahren zu einer inter­nationalen Unternehmensgruppe mit über 900 Mitarbeitern weltweit angewachsen. Die erfolgreiche Firmengeschichte ist geprägt von technischen Innovationen, zunehmend sollen davon auch Medtech- Hersteller profitieren.

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Gruppenfoto: Seit 40 Jahren sitzt Micro-Epsilon in Ortenburg.
Gruppenfoto: Seit 40 Jahren sitzt Micro-Epsilon in Ortenburg.
(Bild: Micro-Epsilon)

Präzision im Mikrometerbereich hat dem Unternehmen im niederbayerischen Ortenburg seinen Namen gegeben. Doch heute sind es Genauigkeiten von wenigen Nanometern, die Kunden mit Lösungen von Micro-Epsilon messen. „Das können weltweit nur ganz wenige“, sehen die Verantwortlichen keinen Anlass zu Understatement. Das gilt auch für die Breite der Angebotspalette, „die ein weltweit einzigartiges Spektrum an Sensoren, Messsystemen und kundenspezifischen Lösungen darstellt – immer best of class.“

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Damit ist das Unternehmen ein interessanter Ausrüster beziehungsweise Zulieferer für Medizinproduktehersteller. Denn Sensorik und Messtechnik von Micro-Epsilon wird sowohl in der Medtech-Fertigung eingesetzt, wie bei der Dickenmessung von Stents oder Infusionsschläuchen, als auch als OEM-Komponente in Medizingeräten. Gassensorelemente zur Überwachung der CO2-Konzentration in Beatmungsgeräten und Seilzüge für die Positionierung von OP-Tischen und Patientenliegen sind hier nur zwei Beispiele von vielen. Meist geht es dabei um Speziallösungen. Denn das ist es, was Micro-Epsilon besonders gut kann: hochspezialisierte Lösungen statt Mainstream. Dieser Philosophie folgend stammen aus Ortenburg beispielsweise der kleinste Wirbelstromsensor der Welt (1987) oder der weltweit kleinste konfokale Sensor (2006).

Der Bereich Medizintechnik soll nun ausgebaut werden. Dazu Thomas Wisspeintner, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Alexander Wisspeintner in zweiter Generation führt: „Unsere hochpräzise Messtechnik eignet sich für einen breiteren Einsatz in Herstellungsprozessen von Medizinprodukten, da hier höchste Anforderungen an die Genauigkeit gestellt werden.“ Dabei gibt es durchaus im eigenen Firmenverbund aus mittlerweile 23 Einzelunternehmen Erfahrung mit dieser Branche. „Micro Hybrid in Dresden hat vor der Wiedervereinigung Deutschlands den ganzen Osten mit Herzschrittmachern und Hörgeräten versorgt“, blickt Wisspeintner senior zurück. Zwar sei quasi mit der Wende das ursprüngliche Kerngeschäft dieses Unternehmens eingebrochen, doch auf der vorhandenen Basis insbesondere keramischer Technologien erfolgte eine Weiterentwicklung für Gassensorik und für spezielle Anwendungen – auch im Hochvakuum. Ein Beispiel: die Elektronik des Massenspektrometers des Marsrovers.

Das Unmögliche messen

Um das Jahr 2005 richteten sich die unternehmerischen Aktivitäten dann auf Aktormed. Mit Soloassist als intelligentem Assistenzsystem für minimal-invasive Eingriffe gelang international der große Durchbruch im Nahen Osten, Asien und China. Das System erlaubt Chirurgen, mit beiden Händen zu arbeiten. Es gibt also durchaus Erfahrung in der Medizintechnik. Und die schätzt man im Hause Micro-Epsilon als höchstes Gut ein. Strategisches Ziel ist daher, Wissen langfristig zu kumulieren. Das sei wichtiger als kurzfristiger Umsatz oder Gewinn. „Wir haben heute einen Wissenspool im Bereich elektromagnetischer Sensoren, der hierzulande seinesgleichen sucht“, ist Karl Wisspeintner überzeugt.

Längst entwickelt Micro-Epsilon auch Sensorik für die Industrie 4.0. Dazu erklärt Geschäftsführer Thomas Wisspeintner: „Ohne Sensorik keine Industrie 4.0. Unser Fokus liegt auf der Entwicklung von intelligenten und integrierbaren Systemen, welche noch flexibler auf die künftige Kundenapplikation angepasst werden können. Auch in Zukunft wollen wir Trends setzen.“

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Über den Autor

 Peter Reinhardt

Peter Reinhardt

Chefredakteur, DeviceMed - Für Profis der Medtech-Branche