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Messe Düsseldorf / IVAM

12. Compamed Frühjahrsforum gewährt tiefe Einblicke in innovative Implantat-Technologien

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Barriere- und Biokompatibilitätseigenschaften von Parylene-Beschichtungen

Parylene, eine Gruppe von inerten, hydrophoben, optisch transparenten, polymeren Beschichtungsmaterialien, spielen eine Schlüsselrolle bei vielen fortschrittlichen medizinischen Implantaten und Geräten. Neben dem Kohlenwasserstoff Poly-p-xylylen (häufig als Parylen N bezeichnet) kommen in diesem Bereich auch Parylen C und HT häufig zum Einsatz. Parylene sind nicht nur wasserabweisend, sondern auch chemisch resistent gegenüber anorganischen und organischen Medien, starken Säuren, Laugen, Gasen und Wasserdampf. „Parylene sind eine der fortschrittlichsten Beschichtungstechnologien, die aufgrund ihrer hervorragenden elektrischen, Barriere- und Biokompatibilitätseigenschaften gerade für die Kapselung von Implantaten sehr gut geeignet ist“, betont Aaron Clark vom weltweit führenden Parylene-Anbieter Specialty Coating Systems. Parylene-Beschichtungen, die ultra-dünn ausgeführt werden können, werden insbesondere in Bereichen wie Stent-Technologien, Neurostimulation und Neuromodulation sowie Infusionstechnologien mit einem Schwerpunkt auf Diabetes-Management verwendet, in dem zunehmend aktive Implantate eine Rolle spielen.

Für Langzeitimplantate oder wenn das Bauteil so dünn wie möglich sein soll, kann Parylen allein die erforderliche Barriereleistung nicht erbringen. Deshalb hat die Comelec SA eine Technologie mit dem Ziel zu entwickeln, diese Beschränkung zu überwinden, indem Parylen mit einer anorganischen Schicht mit hoher Barrierewirkung wie Silizium- oder Aluminiumoxid kombiniert wird. „Dank der synergetischen Wirkung unserer mehrschichtigen Systeme ist es gelungen, die Wasserdampfdurchlässigkeit um den Faktor 100 zu verringern“, erklärt Dr. Florian Bourgeois, Leiter Forschung und Entwicklung der Comelec. Dazu wurde ein neuer Hybridprozess etabliert, der die Chemische Gasphasenabscheidung (CVD) von Parylen mit der Plasma-unterstützten Gasphasenabscheidung (PECVD) von den keramischen Komponenten in einer Kammer kombiniert.

Aktive Implantate für die personalisierte Neuroprothetik

Ein wichtiges Feld zum Einsatz von aktiven Implantaten ist die Neuroprothetik. In diesem Bereich hat die Cortec eine Close-Loop-Technologie zur Messung und Stimulation von Gehirnaktivität für den Langzeit-Einsatz entwickelt. „Grundlage unserer Aktivitäten ist die Erkenntnis, dass derartige Therapien personalisiert werden müssen“, sagt Dr. Martin Schüttler, Gründer und Geschäftsführer von Cortec. Das Brain-Interchange-Konzept basiert auf drei Komponenten: Elektroden zur Ableitung und Stimulation des Nervensystems, der Telemetrie-Einheit zur optischen Kommunikation mit dem Implantat sowie der Computer-Einheit, die die Hirnsignale in Echtzeit auswertet, um den aktuellen Stimulationsbedarf des Patienten zu ermitteln. Die Elektroden stellt Cortec selbst her – sie bestehen aus fünf Schichten, die mit ultrakurz gepulsten Lasern und Methoden der Mikrofabrikation gefertigt werden. Dadurch lassen sie sich in jeder geometrischen Form (auch dreidimensional oder im Cuff-Design), mit hoher Kontaktdichte sowie für vielfältige Anwendungen produzieren. Cortec stellt also sowohl Komponenten als auch komplette aktive Systeme her.

Elektrospinnen sehr dünner Fasern aus Polymerlösungen

Unter Elektrospinnen versteht man die Herstellung von meist sehr dünnen Fasern aus Polymerlösungen durch die Behandlung in einem elektrischen Feld. Diese Methode wendet das Unternehmen Statice auch an, um neue Designmöglichkeiten für die Entwicklung und Herstellung von fortschrittlichen medizinischen Bauteilen zu schaffen. Voraussetzung dafür sind kontrollierte Bedingungen hinsichtlich Temperatur, Feuchtigkeit und Partikel. Durch Verwendung verschiedener Düsen lassen sich unterschiedliche Lösungen erreichen: Röhren mit komplexer Form, besonders dünne Röhren oder pflasterartige Flächen. Anwendung finden sie bei der Beschichtung von metallischen Implantaten, der Filtration, der Medikamentenverabreichung sowie der Hautregeneration. Beim Drug Delivery ist zum Beispiel denkbar, die Wirkstoffe in die Fasern zu laden und kontrolliert freizugeben. „Maßgeschneiderte Merkmale wie Durchmesser der Fasern und ihre Porosität ermöglichen die Zellbesiedlung“, erläutert Benoit Studlé, CEO von Statice. Eine Machbarkeitsstudie zum Einschluss eines antibakteriellen Wirkstoffs in Fasern für eine Anwendung im Dentalbereich ist bereits in Arbeit.

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