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Assistive Technologien XR-Brille soll sehbehinderte Fachkräfte im Beruf unterstützen

Von Guido Deußing 2 min Lesedauer

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KIT und Fraunhofer IOSB entwickeln ein mobiles Assistenzsystem für Menschen mit Sehbehinderung. Eine Kombination aus Extended Reality (XR) und künstlicher Intelligenz soll visuelle Barrieren am Arbeitsplatz reduzieren.

Können XR-Brillen Menschen mit Sehbehinderung im Arbeitsalltag unterstützen? Forschende das Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) arbeiten an einer Lösung.(Bild:  Amadeus Bramsiepe, KIT)
Können XR-Brillen Menschen mit Sehbehinderung im Arbeitsalltag unterstützen? Forschende das Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) arbeiten an einer Lösung.
(Bild: Amadeus Bramsiepe, KIT)

Ein Geräteetikett lesen, handschriftliche Notizen erfassen oder sich in einer unbekannten Arbeitsumgebung orientieren: Für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen können solche Tätigkeiten erhebliche Hürden darstellen. Im Forschungsprojekt „AssistiveXR4Work“ entsteht ein Assistenzsystem, das visuelle Informationen automatisch erkennt und an die individuellen Sehbedürfnisse der Anwender anpasst.

Dafür kombinieren Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB eine XR-Brille mit hochauflösendem Kamerabild und KI-Funktionen. Das System soll unter anderem Kontraste verstärken, Inhalte vergrößern sowie Texte erkennen und diese bei Bedarf vorlesen können.

KI erkennt Texte und Objekte

In Besprechungen soll die Technik etwa Inhalte eines Whiteboards vergrößern oder handschriftliche Notizen in Klartext übertragen, erläutert Professor Rainer Stiefelhagen vom Zentrum für digitale Barrierefreiheit und Assistive Technologien (ACCESS@KIT) des KIT. In technischen Arbeitsumgebungen soll das System relevante Komponenten hervorheben und bei der Orientierung unterstützen. Zusätzlich ist vorgesehen, bei Bedarf über einen Livestream eine weitere Person zur Unterstützung zuzuschalten.

Eine XR-Brille erfasst die Arbeitsumgebung über Kameras. Eine KI erkennt Texte und Objekte und bereitet die Darstellung entsprechend den individuellen Sehbedürfnissen auf – etwa durch Vergrößerung, stärkere Kontraste, Markierungen oder Sprachausgabe.(Guido Deußing, eigene Darstellung nach Angaben des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT))
Eine XR-Brille erfasst die Arbeitsumgebung über Kameras. Eine KI erkennt Texte und Objekte und bereitet die Darstellung entsprechend den individuellen Sehbedürfnissen auf – etwa durch Vergrößerung, stärkere Kontraste, Markierungen oder Sprachausgabe.
(Guido Deußing, eigene Darstellung nach Angaben des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT))

Das Projekt zielt nicht nur auf eine bessere berufliche Teilhabe. Es soll zugleich dazu beitragen, qualifizierte Beschäftigte im Beruf zu halten, wenn deren Sehvermögen im Laufe des Erwerbslebens nachlässt. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) treten Schwerbehinderungen zum Großteil erst im Laufe des Erwerbslebens auf. Fünf Jahre nach Eintritt einer Schwerbehinderung ist die Wahrscheinlichkeit, erwerbstätig zu sein, bei den Betroffenen rund 16 Prozentpunkte niedriger als bei vergleichbaren Personen, bei denen keine Schwerbehinderung eingetreten ist.

Innerhalb der kommenden vier Jahre wollen die Projektpartner einen funktionsfähigen Demonstrator entwickeln, der anschließend unter Praxisbedingungen erprobt werden soll. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert AssistiveXR4Work mit rund 1,5 Millionen Euro.

Referenz

Karlsruher Institut für Technologie. Assistenzsystem gegen Fachkräftemangel: XR hilft Menschen mit Sehbehinderung im Beruf. Presseinformation 070/2026 [Internet]. Karlsruhe: KIT; 11.08.2026 [zitiert: 17.08.2026]. Verfügbar unter: https://www.kit.edu/kit/pi_2026_070_assistenzsystem-gegen-fachkraeftemangel-xr-hilft-menschen-mit-sehbehinderung-im-beruf.php

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