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Wittenstein SE / Rödl & Partner Wittenstein trennt sich von Medizintechniksparte

| Redakteur: Julia Engelke

Die Wittenstein SE trennt sich von seiner Medizintechniksparte: die Orthofix Medical Inc. mit Hauptsitz in den USA übernimmt damit das medizinische Produktportfolio Fitbone und Fitspine der Wittenstein-Tochter Wittenstein Intens GmbH. Unterstützung beim Verkauf bekam das Unternehmen von dem Transaktionsteam Rödl & Partner.

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Die Wittenstein SE hat ihre Medizintechniksparte an den texanischen Medizinproduktehersteller Orthofix Medical Inc. verkauft. In der Übergangsphase wird die Produktion aber zunächst weiterhin am bisherigen Standort Igersheim verbleiben.
Die Wittenstein SE hat ihre Medizintechniksparte an den texanischen Medizinproduktehersteller Orthofix Medical Inc. verkauft. In der Übergangsphase wird die Produktion aber zunächst weiterhin am bisherigen Standort Igersheim verbleiben.
(Bild: Wittenstein SE)
  • Orthofix Medical Inc. übernimmt Medizintechniksparte von Wittenstein
  • Produktionsstandort und Mitarbeiter zunächst nicht betroffen
  • Den Anforderungen im Medizintechnik-Geschäft nicht ausreichend gewachsen

Die Wittenstein Intens GmbH entwickelt, produziert und vertreibt als zertifizierter Anbieter intelligente Implantate für die Orthopädie und Traumatologie sowie beherrschbare mechatronische Antriebssysteme für die Medizintechnik.

Im Rahmen einer etwa zweijährigen Übergangsphase wird die Produktion zunächst weiterhin am bisherigen Standort Igersheim verbleiben und lediglich der Vertrieb wird zentral durch Orthofix Medical erfolgen. Keine Auswirkungen hat der Verkauf auf die Arbeitsverträge der betroffenen Mitarbeiter der Wittenstein Intens GmbH. Neben der Verantwortung für die Mitarbeiter standen für Wittenstein bei der Transaktion mit Orthofix vor allem die Sicherstellung der bestehenden Beziehungen zu Fachkliniken und Patienten im Fokus.

Kapitulation vor spezifischen Besonderheiten des Medizintechnik-Geschäftes

„Den spezifischen Besonderheiten des Medizintechnik-Geschäftes gerecht zu werden, wird für einen klassisch im Maschinenbau agierenden Konzern wie Wittenstein zunehmend schwieriger“ begründet Dr. Bertram Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein SE, den Verkauf.
„Den spezifischen Besonderheiten des Medizintechnik-Geschäftes gerecht zu werden, wird für einen klassisch im Maschinenbau agierenden Konzern wie Wittenstein zunehmend schwieriger“ begründet Dr. Bertram Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein SE, den Verkauf.
(Bild: Wittenstein SE)

„Den spezifischen Besonderheiten des Medizintechnik-Geschäftes gerecht zu werden, wird für einen klassisch im Maschinenbau agierenden Konzern wie Wittenstein zunehmend schwieriger“ begründet Dr. Bertram Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Wittenstein SE, den Verkauf. „Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und der Eigentümerfamilie Wittenstein sind wir zur Überzeugung gelangt, dass die weitere erfolgreiche Entwicklung der Wittenstein -Medizintechnik einem in der Medtech-Branche etablierten Spezialunternehmen weitaus besser gelingen wird.“

Mit der Einführung des Fitbone-Systems wird Orthofix Medical der einzige Medizinproduktehersteller im orthopädischen Bereich, der ein umfassendes Portfolio an internen und externen Lösungen für die Verlängerung von Gliedmaßen anbietet.

Unterstützung bei der Transaktion

Im Rahmen der Transaktion stand Wittenstein ein spezialisiertes und disziplinenübergreifendes Transaktionsteam von Rödl & Partner als Berater in rechtlichen und steuerlichen Transaktionsfragestellungen zur Seite. Partner Dr. Oliver Schmitt und Associate Partner Michael Beder leisteten die umfassende rechtliche (Kauf-)Vertragsgestaltung und Verhandlungsbegleitung von den ersten Gesprächen bis zur Vertragsunterzeichnung. Die breit gefächerte steuerliche Begleitung stand unter der Leitung von Partner Dr. Dagmar Möller-Gosoge und Associate Partner Simone Rupp.

Auswirkung der MDR?

Der Verkauf ihrer Medizintechniksparte und die damit zusammenhängende Kapitulation vor den spezifischen Besonderheiten des Medizintechnik-Geschäfts der Wittenstein SE könnten eine Folge der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR), die ab 26. Mai 2020 gilt, sein. Die Befürchtungen vom Bundesverband Medizintechnologie (BV-Med) und weiteren Experten scheinen sich damit zu bewahrheiten (Devicemed berichtete): es wird davon ausgegangen, dass in Europa gut 10 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz bedroht sind und rund 30 Prozent der Produkte vom Markt genommen werden müssen bzw. nicht rechtzeitig neu zertifiziert werden können. Dies hätte weitreichende Folgen für die Patientenversorgung.

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