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Rapid Manufacturing „Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist deutlich gestiegen“

Redakteur: Kathrin Schäfer

Ein webbasiertes Angebotssystem, eine detaillierte Ausführbarkeitsanalyse, ein genauer Gesamtpreis, kurze Lieferzeiten: das sind die Markenzeichen eines Dienstleistungsunternehmens für spritzgegossene Kunststoffteile. Diese Vorteile nutzt ein Laborautomatisierer, der Transportsysteme entwickelt.

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Das Probenfördersystem transportiert Proben mittels Cars einzeln auf Führungsrillen zu den jeweiligen Zielen und vermindert das Ausfallrisiko.
Das Probenfördersystem transportiert Proben mittels Cars einzeln auf Führungsrillen zu den jeweiligen Zielen und vermindert das Ausfallrisiko.
(Bild: Proto Labs)

Der Geschäftsführer der GLP Systems in Hamburg, Dr. Robert Hecht, entwickelte früher erste kleine Automatisierungsgeräte für Einzelarbeitsplätze und belieferte ein Großlabor, dessen Inhaber, Dr. André von Froreich, sich mit kettenfreien Transportsystemen befasste. „Primär geht es um die Ausfallsicherheit. Wenn bei einem Kettensystem der Antrieb ausfällt, steht die ganze Anlage. In einem großen Labor kommen innerhalb von vier Stunden 20.000 Proben. Der Rückstau ist enorm. Bei unserem System fahren einzelne Transporter, so genannte Cars, in einer Führungsrille. Jedes Car verfügt über einen eigenen Antrieb und entsprechende Sensoren, um sich selbstständig auf den Weg zu seinem Ziel zu machen. Fällt ein Car aus, hat dies keinerlei Auswirkung auf das Gesamtsystem“, erläutert Dr. Hecht die Grundfunktion. Anfang 2011 wurde die Idee geboren, nur knapp zwei Jahre später sind Markterfolge zu verzeichnen.

Die Ursache dafür sieht Hecht in einem seiner Dienstleister, und zwar dem Mosbacher Unternehmen Proto Labs, das schnelle Entwicklungszyklen garantiert. „Wofür ein Konzern sieben Jahre benötigt, dafür brauchten wir nur zwei. Meine Konstruktionen im Solid-Works 3D-CAD-System für die Gehäuse der Cars und für die Schienen habe ich schnell realisieren können. Meine Anforderung lautete: Wie komme ich schnell an 100 bis 200 Kunststoffteile für das Chassis unserer Cars? Rapid-Prototyping-Modelle halfen nur in Bezug auf den Geometrieabgleich. Ich brauche aber Erkenntnisse in Bezug auf das Material und das Reibpaarungsverhalten von Chassis und Schiene, um Abrieb zu vermeiden.“

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Kostengünstiger Kunststoff

Innerhalb eines Tages ist ein unverbindliches Angebot für den Protomold-Service und eine kostenlose Analyse der Konstruktion zur spritzgusstauglichen Fertigung eingegangen. Für das Car sind vier Werkzeuge erstellt worden, obwohl bereits der erste Wurf praxis-tauglich war. Die anderen drei verfolgten kleine Änderungen, die man sonst vielleicht aus Kostengründen nicht realisiert hätte. Mit Protomold lagen die Kosten für die vier Werkzeuge unter zehntausend Euro. Letztendlich entscheidet die Gesamtkalkulation von Teilepreis in Verbindung mit dem Werkzeugpreis und der eingesparten Entwicklungszeit. Bei Standardwerkzeugen entstehen hohe Anfangsinvestitionen. Änderungen ziehen hohe Kosten nach sich.

Selbst wenn bei Proto Labs die teuerste Variante mit Aufpreis für die verkürzte Expresslieferzeit gewählt wird, lohnt sich das, da Entwicklungszeit gespart wird. Heute werden selbst Halter für Hauben, Abstützelemente, Rohrstopfen und auch andere Kleinteile gefertigt. Das hat zur Folge, dass durch das einfache System sowie die hohe Liefertreue mehr und mehr Dinge in kostengünstigem Kunststoff gefertigt werden.

Bis dato sind zirka 20 Werkzeuge gefertigt worden, mit dazugehörigen Losgrößen von über 1.000 Teilen. Verschleißt das Werkzeug, wird es einfach erneuert. Kosten für Lagerung, Wartung und Pflege entfallen.

Weltweite Aufmerksamkeit

Die schnelle Marktreife des Produkts hat in der Branche Aufmerksamkeit erregt. Ein international tätiges Diagnostikunternehmen hat den Anbieter in sein Lieferprogramm aufgenommen. „Neulich hatten wir ein Unternehmen aus Australien im Haus. Das System sollte bei diesem Kunden über zwei Stockwerke verteilt laufen. Ich entwickelte dazu eine Art Wendeltreppe für die Cars. Innerhalb weniger Tage lag das Angebot für die Sonderkonstruktion und die Schienenteile auf dem Tisch“, so Hecht. „Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist deutlich gestiegen.“

Kontakt:

Proto Labs Ltd.

D-74821 Mosbach

www.protolabs.de

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