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Quartalszahlen: Medizintechnik 2024/2025 Umsatzwachstum trotz Herausforderungen

Quelle: Pressemitteilung Spectaris 2 min Lesedauer

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Die Medizintechnik-Industrie startete das Jahr 2025 mit einem Umsatzplus. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und einem Investitionsstau bleibt die Branche optimistisch, unterstützt durch internationale Märkte und innovative Technologien, die zentrale Wachstumsfaktoren darstellen. Der zunehmende Druck auf das Inlandsgeschäft sowie das PFAS-Verbot trüben allerdings die Stimmung.

Die neuen Quartalszahlen zeigen: Die Medizintechnik behauptet sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen.(Bild:  GPT Image Editor / KI-generiert)
Die neuen Quartalszahlen zeigen: Die Medizintechnik behauptet sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen.
(Bild: GPT Image Editor / KI-generiert)

Die deutsche Medizintechnik-Industrie ist mit einem leichten Aufwärtstrend ins Jahr 2025 gestartet. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, stieg der Umsatz der Branche im ersten Quartal nominal um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit behauptet sich die Industrie in einem wirtschaftlich angespannten Umfeld nach einem eher verhaltenen Vorjahr.

2024 erzielten die über 1.500 Medizintechnik-Unternehmen in Deutschland einen Gesamtumsatz von 41,4 Milliarden Euro – ein nominales Wachstum von 2,5 Prozent gegenüber 2023. Die Erzeugerpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,7 Prozent. Der Inlandsumsatz belief sich auf 13,2 Milliarden Euro (+1,7 %), während das Auslandsgeschäft mit 28,2 Milliarden Euro (+2,9 %) erneut eine tragende Rolle spielte. Die Exportquote lag somit bei stabilen 68 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche wuchs um 2,8 Prozent auf rund 166.000 Mitarbeiter.

Medizintechnik im Inland unter Druck

Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris, bewertet die aktuelle Entwicklung mit gemischten Gefühlen: „Nach Jahren mit deutlich stärkeren Wachstumsraten sehen wir nun die Folgen eines zunehmenden Investitionsstaus im deutschen Gesundheitswesen. Besonders im Inland gerät der Wachstumsmotor Medizintechnik ins Stocken. Gleichzeitig belasten hohe Kosten und ein massiver bürokratischer Aufwand die Ertragslage vieler Unternehmen. Der angekündigte Bürokratieabbau ist in der Medizintechnik noch nicht sichtbar.“ Ein wesentliches Problem stellt die angespannte finanzielle Lage vieler Kliniken und Pflegeeinrichtungen dar. Investitionen in moderne Medizintechnik, die unmittelbar der Patientenversorgung zugutekämen, werden vielfach verschoben.
Leonhard kritisiert zudem den durch die europäische Medizinprodukteverordnung (MDR) verursachten Verwaltungsaufwand sowie die geplante pauschale Beschränkung von PFAS-basierten Hochleistungswerkstoffen. Letztere könnten dazu führen, dass zahlreiche etablierte Medizinprodukte aufgrund der Lieferkettenproblematik vom Markt verschwinden, selbst wenn Medizintechnik vom Verbot ausgenommen würde.

Internationale Märkte gelten weiterhin als Hoffnungsträger

Trotz aller Herausforderungen bleibt die Branche zuversichtlich – insbesondere mit Blick auf internationale Absatzmärkte. Die Exporte in andere EU-Länder stiegen 2024 um vier Prozent, auch das Geschäft mit den USA – dem wichtigsten Exportmarkt – legte leicht zu. Dagegen verzeichnete der Handel mit China einen Rückgang von 14 Prozent. „Die geopolitische Lage, insbesondere die Handelspolitik zwischen den USA und China, beobachten wir mit Sorge“, erklärt Leonhard. Er betont jedoch auch die weiterhin bestehenden Wachstumschancen: „Der demografische Wandel, der technologische Fortschritt – etwa durch KI und Robotik – sowie die Digitalisierung und Automatisierung des Gesundheitswesens bleiben zentrale Treiber für unsere Branche. Damit die Unternehmen ihr Innovationspotenzial ausschöpfen können, brauchen wir aber dringend innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen.“
 

Der demografische Wandel, der technologische Fortschritt – etwa durch KI und Robotik – sowie die Digitalisierung und Automatisierung des Gesundheitswesens bleiben zentrale Treiber für unsere Branche. 

Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender der Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris

Deutschland auf Platz 2 bei Patentanmeldungen

Die deutsche Medizintechnik zählt nach wie vor zu den innovativsten Branchen Europas. Mit 1.487 Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt belegte Deutschland 2024 hinter den USA (5.995 Anmeldungen) und vor der Schweiz (1.045) den zweiten Platz. Leonhard begrüßt daher ausdrücklich die Anerkennung der Medizintechnik als Leitindustrie im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung: „Das ist ein wichtiges Signal – jetzt müssen zügig konkrete politische Maßnahmen folgen.“ 

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