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PFAS-Verbot
PFAS-freie Medizinprodukte – Fluch und Chance

Ein Gastbeitrag von Stefan Lange* 8 min Lesedauer

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Ein PFAS-Verbot würde die Medizintechnikbranche hart treffen – müssten doch viele Geräte und Hilfsmittel komplett neu entwickelt, getestet und zertifiziert werden. Welche Chancen liegen hier für Hersteller und worauf muss die Branche sich einstellen? Ein Überblick.

Durch den Einsatz von PFAS werden z. B. Outdoor-Ausrüstungen wasser- und schmutzabweisender. In der Medizintechnik punkten viele PFAS mit einzigartiger Biokompatibilität. (Bild:  Raumedic AG)
Durch den Einsatz von PFAS werden z. B. Outdoor-Ausrüstungen wasser- und schmutzabweisender. In der Medizintechnik punkten viele PFAS mit einzigartiger Biokompatibilität.
(Bild: Raumedic AG)

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind ein Erfolgsmodell par excellence. Allein durch ihren Einsatz werden Outdoor-Ausrüstungen, Lebensmittelverpackungen, medizinische Hilfsmittel und andere Produkte widerstandsfähiger, wasser- und schmutzabweisender, hitzebeständiger, gleitfähiger, anti-haftend und vieles mehr. Hinzu kommt die einzigartige Biokompatibilität vieler PFAS, die für die moderne Medizintechnik unerlässlich geworden ist.

Doch so vielversprechend sie klingen mag, die Erfolgsgeschichte der PFAS hat auch eine dunkle Seite: Als „ewige Chemikalien“ sind die unsichtbaren Substanzen extrem langlebig. Sie verbreiten sich Stück für Stück in der Umwelt und reichern sich in Nahrungsketten an. So haben bspw. das UFZ Helmholtz Zentrum für Umweltforschung und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen festgestellt, dass PFAS Leberschäden, Krebs, Störungen des Immunsystems, Fruchtbarkeitsprobleme und andere Krankheiten verursachen können.