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Fasmed-Seminar

UDI – aus der Not eine Tugend machen

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Jedes Land hat eigenes Konzept

In Europa ist die Einführung von UDI mit der Neuregulierung von Medizinprodukten (MDR/IVD) verknüpft, die voraussichtlich im 2. Quartal 2016 veröffentlicht wird. Der Vorschlag dazu orientiert sich weitgehend an der Guidance des International Medical Device Regulators Forums (IMDRF). Im IMDRF verfolgen Regulierungsbehörden mit acht Vertretern aus den USA, der EU, Russland und China das Ziel, ein global harmonisiertes UDI-System zu etablieren. Dieses soll mit seinen Regeln zur Platzierung des Labels und der Barcode-Technologie als Blue-Print für die weltweite UDI-Implementierung dienen und Hersteller sowie Anwender entlasten. Ina Trapp, UDI-Verantwortliche bei Roche Diagnostics, schätzt jedoch, dass es im Hinblick auf die Datenbank statt einer globalen Lösung mehrere lokale Varianten geben wird. So arbeitet die chinesische Behörde mit Hilfe der Industrie an einem eigenen UDI-Konzept, entwickelt ein nationales Nomenklatur-Code System und erwägt auch eine länderspezifische Lösung für den Device Identifier anstelle GTIN. Taiwan hat bereits eine eigene UDI-Guideline, Kanada will ihre 2016 veröffentlichen, Indien in zwei Jahren.

Krankenhäuser unter Zugzwang

Auch Kliniken müssen ihr elektronisches Supply Chain Management mit dem Einsatz von UDI und Barcodes effizienter gestalten, um marktfähig zu bleiben. Ziel des Dienstleisters Medsupply ist laut Vereinspräsident Martin Brunner, Standards im Beschaffungswesen zu etablieren, Medienbrüche zu eliminieren und konsequent die IT einzusetzen: Als Basis dazu treibt Medsupply den GS1-Standard und die Implementations-Empfehlungen der Arbeitsgruppe BiG (Beschaffung im Gesundheitswesen) voran. „Dabei soll die Online-Erfassung aller Materialien über die Identifikation mit GTIN erfolgen, damit die Transparenz erhöht, die Bestellprozesse vereinfacht, Fehler und Aufwand reduziert werden“, fordert Brunner, der auch Leiter Einkauf des Universitätsspitals Basel ist. Der Bedarf sei groß: So herrsche keine konsequente beziehungsweise einheitliche Struktur bei den Daten und Systemen sowie in der Kommunikation. Deshalb sensibilisiert Medsupply Lieferanten für eine Standardisierung, plant GTIN/UDI-Schnittstellen zu bauen und will in der Inhouse-Logistik des Basler Unispitals 2016 einen Pilotbetrieb starten.

Mit UDI im E-Business einen Boom auslösen

Auf die Bedeutung des e-Business im Beschaffungswesen verwies Edward Mulder, Leiter der entsprechenden Arbeitsgruppe beim Fasmed, und Verantwortlicher bei der Hartmann-Gruppe. Zwar werden noch fast 40 Prozent der Bestellungen über Fax und Telefon abgewickelt, doch der Trend geht klar in Richtung der elektronischen Kanäle. Erstaunlich ist, dass die Betriebskosten bei den e-Marktplätzen (wie GHX oder Medical Columbus) wesentlich höher sind als bei den Direktanbindungen zwischen Handel und Lieferant. Ferner sind die Effizienzsteigerungen durch e-Business aus Sicht der Lieferanten bei der Direktanbindung wesentlich höher als bei den e-Marktplätzen. Dafür ist laut Mulder die zeitaufwändige Konvertierung verantwortlich, die bei der Übersetzung der Material-Identifikation zwischen Spital und Lieferant anfällt. Zur Vereinfachung des e-Business plädiert auch er für die Etablierung standardisierter Stammdaten. Somit könne der durch UDI erzeugte Druck einen Boom im e-Business auslösen, meinte er.

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