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Engel/Med.con Trends beim Spritzgießen medizintechnischer Teile

Autor / Redakteur: Autor | Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

Hannover ist berühmt für seine Messe und berüchtigt für die Chaostage am 1. Mai. Aber einen Namen als Metropole für Kunststoffverarbeitung oder Medizintechnik hat sich die niedersächsische Landeshauptstadt bislang nicht gemacht. Und doch hat die Medizintechnikkonferenz Med.con des Spritzgießmaschinenherstellers Engel dieses Jahr genau hier stattgefunden.

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Exponate auf der Med.con bei Engel: Links im Bild die Anlage für Tropfkammern als Mehrkomponenten-Hohlkörper, rechts die automatisierte Fertigung von Pen Needle Hubs.
Exponate auf der Med.con bei Engel: Links im Bild die Anlage für Tropfkammern als Mehrkomponenten-Hohlkörper, rechts die automatisierte Fertigung von Pen Needle Hubs.
(Bild: Reinhardt)

Aus allen Himmelsrichtungen kommen die Teilnehmer am 22. Januar zur Med.con 2015 nach Hannover. In Ihren Unternehmen sind sie Verantwortlich für Entwicklung und Produktion von medizintechnischen Teile aus Kunststoff. Insgesamt finden sich rund 50 Teilnehmer in der Engel-Niederlassung in Hannover-Isernhagen ein, sodass sich Christopher Vitz als Geschäftsführer des Gastgebers über ein volles Haus freuen darf.

Innovationen beim Spritzgießen medizintechnischer Teile

Auf die wartet ein bunter Themenmix rund um Trends und Innovationen beim Spritzgießen medizintechnischer Teile. Welche Bedeutung die Medizintechnik für Spritzgießmaschinenhersteller im Allgemeinen und für Engel im Speziellen hat, verdeutlicht Christoph Lhota, seines Zeichens Branchenmanager Medical bei Engel: „Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in den USA etwa jede fünfte Spritzgießmaschine in die Medizintechnik geliefert wird. Sogar etwa jede dritte Spritzgießmaschine kommt europaweit betrachtet von uns.“

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Aktuell etablieren sich Sicherheitsprodukte am Markt, die zum Beispiel die nadelfreie Gabe von Wirkstoffen erlauben. Und natürlich sorge Google mit seiner intelligenten Kontaktlinse für großes Aufsehen. Die Google Contact Lense erlaubt Diabetespatienten, den Blutzuckerspiegel anhand von Tränenflüssigkeit zu bestimmen. „Eine wegweisende Entwicklung – auch für Kunststoffverarbeiter“, so Lhota.

Weitere Trends beim Spritzgießen medizintechnischer Teile

  • Sinkende Zykluszeiten: In der Diagnostik ist es beispielsweise gelungen, die Zykluszeit für die Herstellung von Petrischalen von 5 auf weniger als 4 Sekunden zu senken.
  • Hygienic Design: Spritzgießenmaschinen müssen dauerhaft sauber sein. Daher sind moderne elektrische Maschinen so konstruiert, dass deren Holme nur zur Aufnahme der Schließkräfte dienen, aber nicht als Führung.
  • Vollautomation: Gemeinsam mit Hekuma stellt Engel eine Lösung zur Herstellung von Insulin Pen Needle Hubs im Technikum der Hannoverschen Niederlassung aus, bei der die Roboterentnahme mit einer Werkzeugoffenzeit von 0,35 s wesentlich kürzere Zykluszeiten ermöglicht als die freifallende Teilentsorgung. Thorsten Dienst vom Automatisierungsspezialisten Hekuma rechnet vor: „Bei 300 Produktionstagen pro Jahr à 24 Stunden und 90 Prozent Anlagenverfügbarkeit sind mit unserem Entnahmeroboter rund 93 Mio. Teile mehr als mit der Fallentformung möglich.“ Hierfür werde die Werkezeug-offen-Zeit von 1,05 auf 0,35 Sekunden und die Zykluszeit von 4,5 auf 3,8 Sekunden reduziert.
  • Integration von Funktionen: Wie in der Extrusion längst üblich, gilt es auch beim Spritzgießen Lösungen für die Einbindung von Barriereschichten zu entwickeln. Bereits heute ist dagegen schon die Integration von Sensoren in sogenannten Smart Surfaces möglich.
  • Verwendung von Flüssigsilikon.

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