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Medtech-Vertriebskonferenz

„Systempartnerschaften zwischen Industrie und Kliniken gehört die Zukunft“

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Ohne E-Business geht heute gar nichts mehr

Das Uniklinikum steuere dagegen, indem es den Aufwand durch moderne, elektronisch unterstützte Prozesse in punkto Beschaffung, Verteilung, Lagerung, Anwendung und Dokumentation der Medizinprodukte reduziert. Als Beispiel nennt Winzer elektronische Beschaffungsprozesse, also E-Business. Bereits seit 2007 bietet das UKD seinen Lieferanten an, elektronische Bestellungen über die GHX-Plattform zu erhalten. Voraussetzung sind sauber gepflegte Artikelstammdaten. Für alle Warenempfänger werden in Bestellungen weltweit eindeutige Lokationsnummern des GS1-Standards GLNs hinterlegt und bei geforderter Direktanlieferung mit versendet. Bei zentraler Warenanlieferung werden die GLNs für die interne Verteilungslogistik verwendet. Ein weiteres Beispiel sind elektronische Rechnungen: Das UKD kann standardisierte pdf-Rechnungen automatisch verarbeiten, freigeben und archivieren. Bei den Barcodes auf Medizinprodukten kann das UKD in seinen ERP- und KIS-Systemen Standardbarcodes aller Formen der GS1-Standards und HIBC verarbeiten. Zudem ist das UKD Miteigentümer der EK-Unico, der Einkaufsgemeinschaft von zwölf deutschen Universitätskliniken. Die EK-Unico wird künftig bei Identifikation und Datenbezeichnern verstärkt die GS1-Standards sowie bei Warengruppen und Merkmalen E-Class einfordern. Winzers Appell an die Industrie: „Nur durch saubere Stammdaten und Verwendung der Standards können wir durchgängige elektronische Beschaffungsprozesse zum gegenseitigen Nutzen etablieren.“

Vielfalt erfordert einen neuen Führungsstil

Aus Sicht eines international aufgestellten Medtech-Unternehmens aus Deutschland erklärt Andreas Joehle, CEO der Hartmann Gruppe, die Vorteile der Diversität einer globalen Organisation in einer Zeit, in der die Gesundheitssysteme durch Ressourcenmangel und demografische Veränderungen weltweit vor großen Herausforderungen stehen: „Es ist an der Zeit, eine ganzheitlichere Sichtweise zu entwickeln, die einen praktischen Nutzen für die Gesundheitsversorgung hat“, so Joehle. Es gehe – über das Produkt hinaus – um Mehrwert und bessere Ergebnisse plus Evidenz. Hartmann habe sich das Ziel gesetzt, „umfangreiche Lösungen für verbesserte Effizienz und Wirksamkeit, geringere Komplexität und wirtschaftliches Handeln“ zu bieten. Als ein Beispiel nennt Joehle die rund 80.000 Infektionsfälle, die es in Europa täglich gebe. Dadurch entstehen 2,5 Millionen Krankenhaustage. 90 Prozent aller Keimübertragungen erfolgten durch Handkontakt. Im Bereich der Handhygiene gebe es aber noch große Defizite. Hier sei nur ein kleines Budget nötig, um dieser Herausforderung zu begegnen. Hartmann biete von der Ausstattung über Trainings bis zur klinischen Anwendung ein optimiertes Prozessmanagement.

Als weiteres Beispiel verweist der Hartmann-CEO auf die Wundversorgung, wo das Unternehmen versuche, die Komplexität der Behandlung mit einfachen Produktlösungen zu reduzieren. Diversität" sei hier der Schlüssel, um Gesundheit neu zu denken. Aufgabe der Führungskräfte sei es, die Diversität im Unternehmen zu fördern und zu steuern. Vielfalt erfordere dabei einen anderen Führungsstil: „Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen, multikulturelle Erfahrung, ein hohes Maß an Empathie, die diplomatische Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, sowie Motivation und Inspiration“, fordert Joehle.

Unter diesen Gesichtspunkten habe Hartmann seine Vertriebsorganisation in Deutschland innerhalb von 18 Monaten umstrukturiert. Ergebnis sei ein Umsatzwachstum von 5 Prozent. Die Schwerpunktbereiche Desinfektion (13 Prozent) und moderne Wundbehandlung (12 Prozent) wachsen überdurchschnittlich. Neue Geschäftsstrategien würden gemeinsam von Business Units und Länderorganisationen erarbeitet, „um über den Tellerrand zu schauen“. Außerdem wolle Hartmann „einen Schmelztiegel an Talenten schaffen“, so Joehle weiter, der dafür verschiedene globale Programme aufgelegt hat.

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