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Demografischer Wandel Studie zeigt Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen

| Redakteur: Kathrin Schäfer

Die aktuellen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung lassen darauf schließen, dass das Gesundheitssystem aufgrund des demografischen Wandels vor massiven Veränderungen steht. Dass innovative Medizintechnik mit einer verbesserten Kosten-Nutzen-Relation dazu einen wichtigen Beitrag leisten kann, zeigt eine neue Studie der medizintechnischen Fakultät der Technischen Universität Berlin, der Industrieverbände Spectaris und ZVEI sowie der Unternehmensberatung Ernst & Young.

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Innovative Medizintechnik: Laut einer aktuellen Studie ist sie kein Kostentreiber. Vielmehr kann sie helfen, Kosten einzusparen.
Innovative Medizintechnik: Laut einer aktuellen Studie ist sie kein Kostentreiber. Vielmehr kann sie helfen, Kosten einzusparen.
(Bild: Spectaris/Dräger)

Wie sehen diese Veränderungen aus? Es sind steigende Fallzahlen, insbesondere bei den altersbedingten Volkskrankheiten, zu erwarten. Da die Kosten der medizinischen Versorgung mit dem Alter der Patienten zunehmen, ist von einem weiter ansteigenden Kostendruck im Gesundheitssystem auszugehen. Das Fachpersonal ist bereits jetzt schon knapp – Tendenz weiter steigend. Da den Auswirkungen der demografischen Entwicklung nicht nur die Nachfrager akut medizinischer Leistungen (Patienten), sondern auch die Anbieter (Ärzte, Pflegepersonal) unterliegen und beide Seiten im Schnitt älter werden, entsteht ein Multiplikator-Effekt – das „demografische Dilemma“. Auch eine hohe Lebensqualität im Alter und ein längeres aktives Berufsleben sind Aspekte, die weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden.

Innovative Medizintechnik ist kein Kostentreiber

Vor dem Hintergrund dieser zu erwartenden Entwicklungen ist es wichtig, bereits jetzt Effizienzpotenziale zu heben und den Menschen gleichzeitig eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Die Studie mit dem Titel „Innovative Medizintechnik mit verbesserter Kosten-Nutzen-Relation vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ zeigt anhand konkreter Produktbeispiele, dass innovative Medizintechnik kein Kostentreiber ist. Sie kann im Gegenteil dabei helfen, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen. Professor Mark Kraft, Leiter des Fachgebiets Medizintechnik an der TU Berlin, hat die Studie im Rahmen des Medica Tech Forums jetzt vorgestellt.

Durch eine genauere Diagnostik, moderne Operationsmethoden oder Therapiemöglichkeiten sowie durch Produktlösungen zur Optimierung von Prozessen im Krankenhaus und beim niedergelassenen Arzt werden Operations- und Liegezeiten verkürzt, Heilungsprozesse beschleunigt und der Verwaltungsaufwand reduziert. Personalkosten können so gesenkt, Material kann gespart werden. Dabei steht ein verbesserter Patientennutzen nicht im Widerspruch zu den möglichen Einsparungen: In erster Linie profitieren die Patienten von den neuen Behandlungsmöglichkeiten moderner Medizintechnik.

150 Millionen Euro jährlich sparen

In der Studie vorgestellt werden unter anderem ein System zur mehrdimensionalen intraoperativen Röntgen-Bildgebung, ein photodynamisches System zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Harnblasenkrebs, ein System zur verbesserten bipolaren Blutstillung bei Operationen mit starken Blutungen, ein System zum sicheren und verlässlichen Blutzuckermanagement bei schwerstkranken Patienten, ein Handprothesensystem mit natürlicher Greifbewegung zur exoprothetischen Versorgung der oberen Extremitäten sowie eine innovative Keramikoberflächenbeschichtung für Knieendoprothesen. Alleine bei diesen Beispielen ergibt sich ein jährliches Einsparpotenzial in Höhe von rund 150 Millionen Euro pro Jahr. In früheren Studien der Herausgebergemeinschaft konnte bereits bei weiteren 45 Beispielen ein Einsparpotenzial von mehreren Milliarden Euro aufgezeigt werden.

Die Studie ist ab sofort verfügbar unter www.einsparpotenzial-medizintechnik.de.

Kontakt:

Spectaris Indstrieverband

D-10117 Berlin

www.spectaris.de

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