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Sensitiver Leichtbauroboter ermöglicht bessere Patientenversorgung

| Redakteur: Peter Reinhardt

Roboter gewinnen eine immer größere Bedeutung für die Medizin. Sie sind heute bereits in Operationssälen, Krankenzimmern, Rehabilitationseinrichtungen und Pflegeheimen im Einsatz. Als Technologielieferant für Medizinproduktehersteller präsentiert Kuka auf der Medica 2018 neue Anwendungsbeispiele, die zum Teil in enger Zusammenarbeit mit Kunden aus der Industrie und Forschung entstanden sind.

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Das Schweizer Start-up AOT ist mit seinem System Carlo (Cold Ablation, Robot-guided Laser Ostetome) auf dem besten Weg zur Marktreife.
Das Schweizer Start-up AOT ist mit seinem System Carlo (Cold Ablation, Robot-guided Laser Ostetome) auf dem besten Weg zur Marktreife.
(Bild: Kuka)
  • Weltweit erste zertifizierte robotische Komponente zur Integration in Medizinprodukte
  • Präzision, wie sie mit konventionellen Instrumenten nicht möglich wäre
  • Einblick in erfolgreiche klinische Roboteranwendungen

Basis der gezeigten Applikationen ist der sensitive Leichtbauroboter LBR Med. Dieser stellt laut Kuka die weltweit erste robotische Komponente dar, die zur Integration in ein Medizinprodukt mit einem CB Report zertifiziert wurde. Besucher der Medica können den LBR Med vom 12. bis 15. November 2018 in Halle 10, Stand B44 in unterschiedlichen Applikationen live erleben.

Neue Chancen in der Knochenchirurgie

Das Schweizer Start-up AOT AG ist mit seinem System Carlo (Cold Ablation, Robot-guided Laser Ostetome) auf dem besten Weg zur Marktreife. Carlo soll die Ergebnisse der Knochenchirurgie radikal verbessern, indem mechanische Schneideinstrumente durch berührungslose „kalte“ Laser-Photoablation und Medizinroboter ersetzt werden. „Der LBR Med wird dabei von einem Navigationssystem geleitet und führt den Eingriff selbstständig durch. Neben hoher Präzision ermöglicht Carlo frei definierte, gebogene und funktionelle Schnittkonfigurationen, die mit konventionellen Instrumenten nicht möglich wären“, erläutert Dr. Cyrill von Tiesenhausen, Business Development Manager im Bereich Medical Robotics bei Kuka, Funktion und Vorteile des Systems. Damit ist das Verfahren weniger invasiv, benötigt weniger Fremdmaterial und bietet dem Patient in der Regel eine kürzere Operations- und Heilungszeit.

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Buchtipp „Industrieroboter“ Der neue Leitfaden „Industrieroboter" unterstützt KMU schrittweise bei der Einführung von Robotersystemen – von der Konzeption und Planung bis hin zur Integration. Dabei werden nicht nur die wichtigsten Grundlagen der Robotertechnik erläutert, sondern auch praktische Methoden vorgestellt, anhand derer bewertet werden kann, ob sich Produkte oder Prozesse durch den Einsatz von Robotern automatisieren lassen. Das Fachbuch „Industrieroboter“ kann hier versandkostenfrei oder als E-Book bestellt werden.

Präzision für die Biopsie zur Brustkrebsdiagnose

Das Ziel des von der EU geförderten Forschungsprojekts MURAB (MRI and Ultrasound Robotic Assisted Biopsy) ist eine verbesserte Diagnostik von Brustkrebs. Dazu werden Präzision und Effektivität einer Biopsie erhöht und teure MRT-Aufnahmen gezielter eingesetzt. „Ein robotergesteuerter Ultraschall-Scanner auf Basis des LBR Med tastet den Zielbereich autonom ab, erfasst volumetrische und elastographische Daten und überträgt diese auf das präoperative MR-Bild. Danach wählt der Radiologe das Ziel der Biopsie auf dem Mischbild aus und der Roboter steuert die Biopsie-Nadel genau in die gewünschte Position“, erklärt hierzu Dr. Felix Allmendinger, Projektleiter in der Kuka-Konzernforschung.

Ein Typ für viele Gelegenheiten

Über die beiden konkreten Lösungen hinaus präsentiert Kuka auf der Medica weitere medizinische Anwendungsmöglichkeiten des LBR Med – zum Beispiel den Einsatz des Roboters in der Wirbelsäulenchirurgie. Dabei wird der Roboter entweder per Hand an die zu operierende Stelle an der Wirbelsäule geführt oder kann mit entsprechender Bildgebung beziehungsweise Anbindung einer externen Kamera automatisch an die gewünschte Position fahren. An der zu behandelnden Stelle hält der LBR Med seine definierte Position und assistiert dem Arzt bei der Operation. „Mit der Trokar-Applikation veranschaulichen wir, wie der Roboter eine bestimmte, vom Arzt festgelegte minimal-invasive Öffnung fixieren kann. Der LBR Med speichert diesen Punkt ab und gibt dem Arzt die Möglichkeit, das vom Roboter geführte minimal-invasive Instrument durch diesen Punkt im Körper des Patienten zu bewegen, ohne dass Kräfte auf den Eintrittspunkt ausgeübt werden“, beschreibt Axel Weber, Vice President für den Bereich Medical Robotics bei Kuka, die Anwendung.

Darüber hinaus können Messebesucher einen Einblick in erfolgreiche Produkte von Kunden gewinnen, in denen Roboter in klinischen Anwendungen eingesetzt werden, etwa in der intraoperativen Röntgenbildgebung oder der Strahlentherapie.

Kuka auf der Medica 2018: Halle 10, Stand B44

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