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National Regulatory Conference Druck auf Schweizer Medtech-Branche nimmt weiter zu

Quelle: Pressemitteilung Swiss Medtech 3 min Lesedauer

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An der Swiss Medtech National Regulatory Conference in Bern diskutierten am 15. Oktober über 450 Branchenvertreter die wirtschafts- und handelspolitischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der EU und den USA. Aktuelle Umfragen zeigen, dass 80 Prozent der Unternehmen das Schweiz-EU-Paket befürworten, während US‑Zölle von 39 Prozent die Branche schwer belasten. Ein Drittel der Firmen legt den Fokus auf neue Märkte, 20 Prozent prüfen eine Verlagerung von Produktionsanteilen in die USA.

Beschlüsse aus der EU und den USA setzen die Schweizer Medizintechnik weiter unter Druck.(Bild:  GPT Image Editor / KI-generiert)
Beschlüsse aus der EU und den USA setzen die Schweizer Medizintechnik weiter unter Druck.
(Bild: GPT Image Editor / KI-generiert)

In seiner Eröffnungsrede skizzierte Damian Müller, Präsident von Swiss Medtech, das Spannungsfeld, in dem sich die Branche aktuell bewegt: „Die Medtech-Industrie steht mitten in den globalen Umwälzungen von Handel und Politik“, sagt der Luzerner Ständerat. „Wir müssen die Rahmenbedingungen im Inland stärken und den freien Handel aktiv fördern. Eine Branche, die Leben rettet, über 70.000 Menschen beschäftigt und wesentlich zum Wohlstand der Schweiz beiträgt, verdient volle Unterstützung von Politik und Behörden.“

Branche stimmt für das Paket Schweiz-EU

Unter dem Motto „Ein Jahr danach“ trat Botschafter Patric Franzen, Chefunterhändler der Schweiz für die Verhandlungen mit der EU und stellvertretender Staatssekretär im EDA, auf die Bühne der Konferenz. Berichtete er vor einem Jahr über den Stand der Gespräche, präsentierte er diesmal das Verhandlungsergebnis. In Bezug auf das Paket Schweiz-EU zeigt eine neue gfs-Umfrage, dass acht von zehn Medtech-Unternehmen hinter dem bilateralen Weg stehen und die große Mehrheit heute Ja zum Paket sagen würde. Ausschlaggebend für die Unterstützung: Die Medtech-Branche will den direkten EU-Marktzugang zurück, den sie im Mai 2021 beim Abbruch der Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU verloren hat.

„Unsere Unternehmen wissen genau, was der Verlust des reibungslosen Zugangs bedeutet. Sie müssen nicht spekulieren“, sagt Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech. „Keine andere Industrie in der Schweiz ist legitimierter, sich dazu zu äußern.“ Rund die Hälfte aller Medtech-Exporte geht in die EU – sie ist damit der wichtigste Handelspartner der Branche.

US-Zölle belasten Exportwirtschaft schwer

Seit dem 7. August 2025 erhebt Washington einen Zollsatz von 39 Prozent auf Schweizer Medtech-Produkte. Von den Zöllen ausgenommen sind derzeit ausschließlich Produkte für Menschen mit Behinderungen – basierend auf dem Nairobi-Protokoll.

Die USA sind nach der EU der zweitwichtigste Absatzmarkt; fast ein Viertel der Exporte geht dorthin. Eine Verbandsumfrage zeigt: Acht von zehn Unternehmen bewerten die aktuelle Wirtschaftslage als eher bis sehr negativ. Neben dem starken Franken und dem erschwerten EU-Marktzugang setzen die US-Zölle die Industrie zusätzlich unter Druck. Besonders betroffen sind global tätige Hersteller und Zulieferer. Ein Drittel der Firmen legt den Fokus auf neue Absatzmärkte, während 20 Prozent prüfen, Teile der Produktion in die USA zu verlagern. Gleichzeitig fordert die Branche von der Innenpolitik den Abbau von Überregulierung, die Unterstützung der Bilateralen III und die Stärkung des Freihandels mit weiteren Weltmärkten.

Ende September hat die US-Regierung eine Untersuchung nach Section 232 eingeleitet. Sie soll prüfen, ob die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von Medtech-Importen ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellt. Betroffen ist eine breite Produktpalette – von persönlicher Schutzausrüstung und Verbrauchsmaterial über Investitionsgüter bis hin zu komplexen Medizinprodukten wie Implantaten.

„Diese Untersuchung schafft zusätzliche Unsicherheit“, sagt Hunn, Direktor von Swiss Medtech. „Handelsbarrieren auf Medizinprodukte schaden der Industrie – und letztlich den Patienten.“

Mit Klimadaten zum Marktzugang

Auch Klimapolitik ist Wirtschaftspolitik – das wurde auf der Konferenz deutlich. Im Rahmen eines Schwerpunktprogramms präsentierte Swiss Medtech einen Dekarbonisierungsfahrplan, der Unternehmen dabei unterstützt, ihren CO2-Ausstoß systematisch zu senken und das Netto-Null-Ziel effizient zu erreichen. „Klimadaten sind eine Voraussetzung für den Zugang zu vielen Märkten“, betont Hunn. „Mit unserem Fahrplan geben wir den Unternehmen ein praxistaugliches Werkzeug, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

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