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Medizinprodukte-Abkommen Schweizer Medizintechnik fordert MDR-Klarheit

Redakteur: Julia Engelke

Swiss Medtech begrüßt die Klärung der Situation zwischen der Schweiz und der EU und die Fortsetzung des konstruktiven Dialogs zum institutionellen Abkommen. Die EU ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner für die Schweizer Medtech Unternehmen. Vor allem in Sachen Medical Device Regulation (MDR) gibt es noch Klärungsbedarf.

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Beat Vonlanthen, Präsident von Swiss Medtech: „Wir erwarten vom Bundesrat, dass er in den kommenden vier Wochen Rechtssicherheit herstellt.“
Beat Vonlanthen, Präsident von Swiss Medtech: „Wir erwarten vom Bundesrat, dass er in den kommenden vier Wochen Rechtssicherheit herstellt.“
(Bild: Swiss Medtech)

Der schweizerische Medizintechnikverband Swiss Medtech begrüßt die Gespräche zwischen Bundespräsident Guy Parmelin und EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen und stellt mit Befriedigung fest, dass diese Gespräche zwischen der Schweiz und der EU zum Institutionellen Abkommen nicht abgebrochen werden sollen. Für die nach wie vor großen inhaltlichen Differenzen in zentralen Punkten muss bald eine Annäherung gefunden werden, so der Verband in einer Pressemitteilung.

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Die Schweizer Medizintechnikindustrie braucht mit Bezug auf den Geltungsbeginn der europäischen Medizinprodukteverordnung vom 26. Mai 2021 eine sofortige politische Lösung zwischen der Schweiz und der EU. Swiss Medtech fordert daher den Bundesrat erneut auf, noch vor dieser Deadline die erwartete Lösung zu realisieren. Dies scheint möglich zu sein, indem der Bundesrat namentlich die Bereitschaft bekundet, die Kohäsionsgelder auszuzahlen. Im Gegenzug erwarten die Unternehmen der Medizintechnikbranche von der EU als Entgegenkommen die sofortige und bedingungslose Nachführung des Abkommens über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen (Mutual Recognition Agreement, MRA).

Schwerwiegende Konsequenzen vermeiden

Ohne baldige Nachführung des MRA drohen nämlich schwerwiegende Konsequenzen:

  • Schweizer Medizinprodukte könnten nicht mehr hindernisfrei in den EU-Raum exportiert werden. Das Ergreifen entsprechender Gegenmaßnahmen würde die Industrie in den nächsten Jahren mehrere Hundert Millionen Franken kosten.
  • Die wirtschaftliche Standortattraktivität der Schweiz würde erheblich leiden. Investitionen in industrielle Arbeitsplätze, in innovative Start-up-Unternehmen und in Headquarterfunktionen wären in Gefahr.
  • Die ohne Abkommen benötigten Maßnahmen für den Import von Medizinprodukten würden ausländische Lieferanten abschrecken. Umfragen von Swiss Medtech zeigen, dass rund jedes achte Medizinprodukt in der Schweiz nicht mehr verfügbar sein würde. Dies mit entsprechenden negativen Folgen für die medizinische Versorgungsqualität in der Schweiz. Auch die Patientinnen und Patienten in den EU-Ländern würden ohne Abkommen direkt leiden, da Lieferungen aus der Schweiz behindert würden.

„Wir erwarten vom Bundesrat, dass er in den kommenden vier Wochen Rechtssicherheit herstellt“, sagt Beat Vonlanthen, Präsident von Swiss Medtech.

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