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Pulverlackbeschichtung reduziert Infektionsrisiko

Redakteur: Kathrin Schäfer

Sekrete aus Mund und Nasenschleimhäuten sind Hauptüberträger und Auslöser von Infektionen. Eine keimtötende Pulverbeschichtung auf Metallmöbeln, Geräten, Türdrückern, Badausstattungen und anderen keimbelasteten Gegenstände kann dazu beitragen, die Anzahl solcher Infektionen nachhaltig zu verringern.

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Antimikrobieller Pulverlack schützt wirksam gegen Keime – unter anderem auf HNO-Möbeln.
Antimikrobieller Pulverlack schützt wirksam gegen Keime – unter anderem auf HNO-Möbeln.
(Bild: Bubenhofer)

Das Unternehmen G. Heinemann Medizintechnik GmbH stellt Behandlungseinheiten für den HNO-Bereich her und setzt dabei auf eine ganz besondere Art der Oberflächenbehandlung. „Wir beschichten alle unsere Einheiten standardmäßig mit einem antimikrobiellen Pulver. Neben dem dauerhaften Schutz vor Korrosion unterbindet diese Art der Oberflächenbehandlung nachhaltig die Keimbildung“, sagt der Produkt- und Marketingmanager, Jakob Hoffmann. Die spezielle Pulverlackschicht wirkt präventiv und tötet 24 Stunden am Tag Keime, wo hingegen eine normale Wischdesinfektion bereits nach vier bis fünf Stunden ihre Wirkung verliert. Diese neuartige Pulverlackbeschichtung bietet den Patienten also einen nachhaltigen Schutz vor Infektionen.

Tägliche Reinigung ist kein Problem

Seit 2011 setzt das Unternehmen auf das antimikrobielle Pulver Polyflex PES-Steridur II von Karl Bubenhofer (Kabe), einem Schweizer Pulverlackhersteller. „Die Zusammensetzung des Pulvers entstand in langen Versuchsreihen und ist heute in verschiedenen Anwendungen auf Türdrückern, Fenstergriffen, Monitoren im OP, Metalldecken, Lüftungsanlagen und HNO-Möbel im Einsatz“, so Herbert Lohmann, Gebietsverkaufsleiter von Kabe Pulverlack Deutschland. Zu Anfang verfügten diese Pulver über Nanosilberpartikel, welche aber nach relativ kurzer Zeit in der Wirksamkeit nachließen. Heute werden metallionische Verbindungen eingesetzt, welche nachweislich über extrem lange Zeit antimikrobiell wirken. „Die keimtötende Wirkung hält im Prinzip so lange an, wie das Pulver auf dem Werkstück haftet“, so Herbert Lohmann.

Das Verfahren der Pulverbeschichtung ist in der Industrie seit Jahrzehnten Standard. Die Applikation des Pulvers erfolgt mittels Elektrostatikpistolen. Diese laden das Pulver elektrostatisch auf, wodurch es auf den Metalloberflächen haften bleibt. Beim folgenden Einbrennvorgang verbindet sich die Lackschicht dauerhaft mit dem Untergrund. „Im Vergleich zu flüssig lackierten Werkstücken sind pulverbeschichtete Teile wesentlich unempfindlicher gegen Schläge und Kratzer. Zudem ist das Pulver langfristig farbecht und mit vielen zugelassenen Desinfektionsmitteln problemlos zu reinigen“, so Lohmann. Dazu kommt, dass durch die tägliche Reinigung keine Inaktivierung des Wirkstoffes stattfindet.

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