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Fräsmaschinen Produktiv und präzise fertigen

Redakteur: Julia Engelke

Auf der diesjährigen Open House Online stellte die Chiron Group Neuheiten ihres Portfolios vor, auch speziell für die Medizintechnik. Und das in einem besonderen Jahr: Der Spezialist für Fräs- und Fräs-Dreh-Bearbeitungszentren sowie Turnkey-Fertigungslösungen wird 100.

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Ein Blick ins Innere der Chiron MT 715: Die neue Baureihe 715 ist prädestiniert für anspruchsvolle Komplettbear­beitungen u. a. in der Medizintechnik.
Ein Blick ins Innere der Chiron MT 715: Die neue Baureihe 715 ist prädestiniert für anspruchsvolle Komplettbear­beitungen u. a. in der Medizintechnik.
(Bild: Chiron)

Wann immer kleinste medizinische Instrumente hochpräzise und gleichzeitig dynamisch zu bearbeiten sind, sorgt das Bearbeitungszentrum Micro 5 der Marke Factory 5 für eine „kleine“ Revolution: Die Maschine mit fünf Achsen ist kompakt und lässt sich in kürzester Zeit nahezu überall aufstellen. Mit einem Verhältnis 5:1 von Maschine zu Werkstück, einem 5-mal geringeren Gewicht und einem 50-mal niedrigeren Energieverbrauch im Vergleich zu konventionellen Anlagen überzeugt das Bearbeitungszentrum.

Zentrales Element der Micro 5, die lediglich die Größe eines Kühlschranks hat, ist eine hochleistungsfähige Frässpindel. Damit kann die Bearbeitungszeit im Vergleich zu größeren Maschinen deutlich reduziert werden. Ein Werkzeugwechsel erfolgt in unter fünf Sekunden. Zusätzlich erreicht das 5-Achs-Bearbeitungszentrum Bestwerte in der Präzision und eine optimale Oberflächengüte durch die besonders hohe Steifigkeit der Maschine. Ein weiteres Plus der Micro 5 ist der sehr geringe Energieeinsatz von gerade mal 500 Watt. Und: Mit einem Geräuschpegel von unter 50 Dezibel ist sie leiser als ein Geschirrspüler. Eine wichtige Anforderung seitens der ersten Anwender der Micro 5 war eine höhere Autonomie – die Maschine sollte automatisch zu beladen sein und so mehr Fertigungskapazität ermöglichen. Die erste Antwort darauf ist Feed 5: Der 6-achsige Handlingroboter zum Be- und Entladen führt Werkstücke vollautomatisch zu.

Erstmals in Aktion war auf der Open House Online 2021 der Chiron Group die neue Baureihe 715 für die autonome Bearbeitung aller sechs Seiten zu sehen. Entwickelt auf Basis der Fertigungszentren für die Stangenbearbeitung, der Chiron FZ 08 S Mill Turn Precision+ und der STAMA MT 733, reiht sich das neue Bearbeitungszentrum in das Portfolio ein. Durch die Kombination aus Schnelligkeit und Präzision ist die Baureihe 715 prädestiniert für anspruchsvolle Komplettbearbeitungen u. a. in der Medizintechnik.

Das Bearbeitungszentrum ist in zwei Varianten und mit einer Vielzahl an Optionen für die individuelle Konfiguration verfügbar. Die beiden Maschinentypen Chiron MT 715 und Chiron MP 715 – dabei steht MT für Mill Turn und MP für Multi Profile – umfassen insgesamt vier Ausbaustufen für Fräs- und Drehoperationen in beliebiger Abfolge. Schwenkkopf, Drehspindel und Gegenspindel ermöglichen das multifunktionale Bearbeiten aller sechs Seiten in einem vollkommen durchgängigen Prozess. Und das mit hoher Sicherheit und Qualität.

Beide Maschinenvarianten haben Platz für insgesamt 128 Werkzeuge und verfügen über ein integriertes Werkstückhandling inklusive Werkstückspeicher. Damit erfüllen die Bearbeitungszentren sämtliche Voraussetzungen für das automatisierte Fertigen von Werkstücken in kleineren und mittleren Losgrößen mit zusätzlich mannlosen Schichten.

Jubiläum: 100 Jahre Leidenschaft für Präzision

Die diesjährige Open House Online fand in einem besonderen Jahr statt: 2021 wird Chiron 100 Jahre alt. Als der Stuttgarter Kaufmann Otto Staebler und der Tuttlinger Fabrikant Gottfried Schnell 1921 ihre „Fabriken für feinmechanische Apparate und chirurgische Instrumente GmbH“ gründen, ist die Weltlage unsicher, Wirtschaft und Bevölkerung leiden unter der Inflation.

In den Anfangsjahren ergeben sich neue Möglichkeiten durch den Werkstoff Edelstahl für die Herstellung hochwertiger chirurgischer Instrumente. Stabil und präzise: Diese beiden Begriffe prägen die ersten Jahrzehnte. Chiron stellt zunächst alles her, was machbar ist und Abnehmer findet – und vollzieht dann den Schritt vom Hersteller von Medizintechnik zum Hersteller von Druckluftgeräten jeder Art. Mit jedem neuen Produkt, mit jedem Jahr kennen Entwicklung und Fertigung bei Chiron ihren Maschinenpark immer besser und optimieren die Produktionsanlagen für ihre Zwecke, bauen sukzessive Anwender-Know-how auf.

1957 wird das Unternehmen durch die damalige Hoberg & Driesch GmbH übernommen. Peter Hoberg und Toni Driesch – zur Zeit der Übernahme Inhaber – erkennen die vertiefte Kompetenz im Maschinenbau, die Chiron „nebenher“ aufgebaut hat. Sehen das Fachwissen, die Innovationskraft und Flexibilität der Mitarbeiter und geben den entscheidenden Impuls, das vorhandene Know-how auf den Bau von Maschinen zu transferieren. Über erste Vorschub-Einheiten zum Bearbeiten von Metall führt der Weg zu Sondermaschinen für die spanende Fertigung, zu Revolverbohrmaschinen, zum ersten „Fertigungszentrum“ FZ 32.

Heute steht der Name Chiron für CNC-Bearbeitungszentren und Turnkey-Lösungen, für Produktivität, Dynamik und Präzision bei minimalen Stückkosten. Seit Ende 2020 ist Chiron eine der vier Marken in der neuen, übergreifenden Unternehmensstruktur der Chiron Group SE.

Weitere Artikel über Auftragsfertigung und Fertigungseinrichtungen finden Sie in unserem Themenkanal Fertigung.

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