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Metav 2016

Medical Area nimmt Fahrt auf

| Redakteur: Peter Reinhardt

Neue Technologien wie die additive Fertigung, Miniaturisierung, System- und Prozesslösungen sowie die Integration moderner Informations- und Kommunikationstechnologien bestimmen neben dem Trend zur Personalisierung den Alltag von Medizintechnikherstellern. Und zu jeder Innovation in der Medizintechnik gehört die passende Produktionstechnik.

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Handwerkliche Präzision macht Hightech erst nutzbar. Der Prothesenschaft wird haargenau an den Nutzer angepasst.
Handwerkliche Präzision macht Hightech erst nutzbar. Der Prothesenschaft wird haargenau an den Nutzer angepasst.
(Bild: Otto Bock)

Medizintechnik und Produktionstechnik sind gleichermaßen gefordert, immer wieder Innovationen auf den Markt zu bringen. Beispiel Orthopädietechnik: „Beinprothesen sollen ihren Trägern die bestmögliche Mobilität zurückgeben“, sagt Markus Rehm, Orthopädiemechanikermeister, Spitzensportler und Träger einer Unterschenkelprothese.

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Individualität ist Trumpf

„In punkto Funktionsfähigkeit und Sicherheit ist das Optimum jedoch längst noch nicht erreicht“, so der Paralympics-Sieger und Weitsprungweltmeister weiter. Springen, tanzen, joggen, schwimmen, klettern oder einfach nur gehen – um all diese Bewegungen optimal ausführen zu können, seien heute noch mehrere Prothesen notwendig. Den Tragekomfort weiter verbessern, die Prothesen besser an verschiedene Bewegungsabläufe anpassen, sie feinfühliger in vielerlei Hinsicht zu machen: „Hier wünsche ich mir noch einige Verbesserungen für die nahe Zukunft“, sagt der Anwender Rehm.

Dabei ist Individualität Trumpf. Firmen wie Rehms Arbeitgeber, das Rahm Zentrum für Gesundheit in Troisdorf, beziehen vorgefertigte Prothesen aus der Industrie, stellen maßgeschneiderte Schäfte als Verbindung zwischen Prothese und menschlichem Körper her und passen sie individuell an die Gegebenheiten der künftigen Träger an.

Metav verbindet Produktionstechnik und Medizintechnik

Der Verbund zwischen Medizin- und Produktionstechnik ist Thema der Medical Area auf der kommenden Metav vom 23. bis 27. Februar 2016 in Düsseldorf. Denn die Medizintechnik mit ihren Ansprüchen an Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit wird immer mehr zum wachstumsstarken Kundensegment der Werkzeugmaschinenindustrie. Gefragt sind Bearbeitungstechnologien, die Präzision in jeder Phase der Fertigung liefern – unabhängig davon, ob es sich um Einzel- oder Serienprodukte handelt.

Aus Metal meets Medical wird eine Medical Area

Gestartet als Sonderschau Metal meets Medical auf der Metav 2010 hat das Thema nunmehr so viel Fahrt aufgenommen, dass es als fester Bestandteil der Metav 2016 in einer Medical Area verankert ist. Präsentiert wird das gesamte Spektrum für die Produktion in der Medizintechnik. Neue Materialien werden ebenso gezeigt wie Oberflächentechnik, Produktauslegung und Produktionssysteme, Medical Engineering oder die Themen Zertifizierung und Produktionssysteme. Für die Premiere der Medical Area auf der Metav 2016 wurde das bestehende Ausstellungsverzeichnis um eine eigene Nomenklatur mit mehr als 30 Positionen für die Medizintechnik erweitert.

Cluster Medizintechnik.NRW ist Partner der Metav

Regional wird die Medical Area vom Cluster Medizintechnik.NRW mit Sitz in Düsseldorf unterstützt. Dessen Geschäftsführer Dr. Oliver Lehmkühler sagt: „Mit der neuen Medical Area vereint die Metav zwei zentrale Branchen in Nordrhein-Westfalen: Die Metallbearbeitung und die Medizintechnik. Damit wird die hohe Qualität der Technologien und Produkte für die Medizin aus NRW unterstrichen. Als Partner der Medical Area freuen wir uns, den hoch innovativen Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, die an dieser Schnittstelle tätig sind, mehr Sichtbarkeit bieten zu können."

Vier Metav-Areas befeuern den Kernbereich der Ausstellung

Mit diesem Profil passt die Medical Area voll ins neue Konzept der Metav, das die gesamte Wertschöpfungskette für die Metallbearbeitung berücksichtigt. Ab 2016 kommen neben der Medical Area ergänzend drei Areas zu den Themen Additive Manufacturing, Moulding und Quality hinzu. Inhaltlich befruchten sie sich gegenseitig. Medizintechnik sowie Werkzeug und Formenbau sind beide anspruchsvolle Abnehmer von Werkzeugmaschinen. Die Medizintechnik setzt Formen und Werkzeuge für ihre Produktion ein. Beide Branchen haben höchste Ansprüche an die Qualität in der Produktion. Lösungen dafür liefert die Quality Area. Schließlich können sich Besucher der Medical Area zusätzlich in der Additive Manufacturing Area über die neuen Möglichkeiten der additiven Fertigung zu informieren. Innerhalb jeder Area präsentieren sich Anbieter als Einzelaussteller oder auf Gemeinschaftsständen. Ergänzend werden in allen Areas Foren zur Präsentation aktueller Themen integriert.

Überzeugt vom neuen Konzept zeigt sich Ulrich Krenzer, Geschäftsführer des Mapal Kompetenzzentrums VHM, Miller in Altenstadt. „Die Medizintechnik bietet ein enormes Potenzial, erfordert aber auch die Entwicklung eigener Lösungen. Den Anforderungen in der Zahnmedizin beispielsweise wird mit angepassten Geometrien und speziellen Schneidstoffen Rechnung getragen. Wir freuen uns sehr, dass die Branche auf der Metav 2016 mit einem eigenen Bereich vertreten ist.“

VDMA-Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik ist Partner der Medical Area

Partner der Medical Area ist die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik. Seit ihrer Gründung im März 2014 positioniert sie sich als Plattform rund um produktionstechnische Fragestellungen in der Medizintechnik. Jürgen Lindenberg, Geschäftsführer der Citizen Machinery Europe GmbH in Esslingen, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik und langjähriger Metav-Austeller sagt: „Die neuen Areas auf der Metav sind eine gute Chance, Kunden aus den jeweiligen Branchen gezielt anzusprechen. Wir wollen die Anforderungen aus der Medizintechnik noch besser kennenlernen und unsere hohe Kompetenz in der Mikrobearbeitung für diese Kundengruppe weiter ausbauen. Dafür bietet die Metav eine gute Chance.“

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