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Modifiziertes Teflon für die Medizintechnik
Neue Entwicklungen auf dem Sektor der Fluorkunststoffe präsentiert Dr. Claudia Stern von Elring Klinger Kunststofftechnik in Bietigheim-Bissingen. Polytetrafluorethylen (PTFE), landläufig als Teflon bezeichnet, habe ein exzellentes Eigenschaftsprofil mit hoher Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit sowie sehr gutem Gleitreibungs- und Abriebverhalten. Als nachteilig erweist sich bei reinem PTFE jedoch die eingeschränkte Verarbeitbarkeit in Press-Sinter-Verfahren oder der Ram-Extrusion. Eine Neuentwicklung namens Moldflon stellt hier eine schmelzeverarbeitbare Alternative dar, die als Compound beispielweise PEEK-Bauteile mit maximalen Flächenpressungen und sehr glatten Oberflächenstrukturen ermöglicht.
Der Stahlschlüssel als Vorbild für die Normung von Kunststoffen
Dass den Möglichkeiten von Kunststoffen auch Grenzen gesetzt sind, macht Dr. Uwe Schöler von Olympus Winter & Ibe, Hamburg, deutlich. Denn Entwickler müssen sich im Spannungsfeld zwischen regulatorischen und technischen Anforderungen, die aus der Produktspezifikation und dem Fertigungsprozess resultieren, zurechtfinden. Aus dem großen Angebot an möglichen Kunststoffen den richtigen auszuwählen, sei die hohe Kunst. Schöler regt daher eine Normung und Vereinheitlichung von Kunststoffen und deren Spezifikationen an, die nach dem Beispiel des Stahlschlüssels erfolgen könnte. Um bei den vielfältigen Anwendungsfällen spezifisch geeignete Werkstoffe zur Verfügung zu haben, wünscht er sich zudem den Ausbau des Angebots an „Medical Grade Polymeren“.
Reinheit bei der Herstellung von Medizintechnikprodukten
Ein wichtiger Aspekt bei der Herstellung von Medizintechnikprodukten ist deren Reinheit – optimalerweise Partikelfreiheit und Sterilität. Voraussetzung hierfür ist moderne Reinraumtechnik in der Produktion. Dies stellt Mario Toff von Engel Austria am Beispiel von Spritzgießmaschinen vor. Er sieht zwei Zukunftstrends:
- 1. Die integrierte Fertigung von Medizinprodukten, die partikelträchtige Nachbehandlungs- und Weiterverarbeitungsschritte vermeidet.
- 2. Strategien zur Maschinenqualifizierung und Softwarevalidierung.
Mehrlumige Schlauchabschnitte verbinden
Auf die Herausforderungen beim Verbinden mehrlumiger Schlauchabschnitte mit dem Ballonsegment von Kathetern verweist Dr.-Ing. Michael Giese von der Eucatech AG in Rheinfelden: „Das ist alles andere als trivial und erfordert je nach Geometrie und Werkstoff eine wohlüberlegte Auswahl des Schweißverfahrens.“ Das werde beispielsweise bei Kathetersystemen und Implantaten für kardiologische Einsätze zur Behandlung von arteriosklerotischen Gefäßverengungen deutlich. Eine wichtige Anforderung, die an solche Kombinationsprodukte aus ggf. mit Wirkstoff beschichteten Stents und Kathetern gestellt werde, sei die garantierte, mehrjährige Nutzungsdauer. Seitens der eingesetzten Werkstoffe erfordert dies langzeitstabile mechanische Kennwerte – auch nach der notwendigen Sterilisation der Produkte.
Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten
Neben der Sterilisation ist neben vielen anderen Aspekten auch der Einfluss von Reinigung und Desinfektion auf die Performance von Medizinprodukten zu berücksichtigen – sowohl für Einweg- wie auch für Mehrwegeinsätze. Miriam Haerst vom Lehrstuhl für Medizintechnik an der TU München verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht jedes Verfahren für jeden Kunststoff gleicher Maßen geeignet ist. Bei unsachgemäßer Reinigung bzw. Sterilisation kann es beispielsweise zum thermischen, hydrolytischen oder oxidativen Abbau der Kunststoffe kommen, was bis zum Versagen der Bauteile führen kann.
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