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Augenimplantat Künstliche Hornhaut rettet Augenlicht

| Redakteur: Kathrin Schäfer

7.000 Menschen warten in Deutschland auf eine Spenderhornhaut. Doch wie alle Spenderorgane ist auch die Hornhaut Mangelware. Eine künstliche Hornhaut könnte diesen Mangel zukünftig wettmachen und Betroffenen ihr Augenlicht zurückgeben.

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Die künstliche Hornhaut lässt sich leicht implantieren und ruft keine Immunreaktion hervor
Die künstliche Hornhaut lässt sich leicht implantieren und ruft keine Immunreaktion hervor
(Bild: Fraunhofer IAP)

Ursächlich für Hornhautdefekte sind oftmals Unfälle wie Verätzungen, chronische Entzündungen, fehlende Limbusstammzellen im Auge und Erkrankungen wie Keratokonus, bei der sich die Hornhaut ausdünnt und kegelförmig vorwölbt. Weil Spenderorgane jedoch Mangelware sind, entwickeln Dr. Joachim Storsberg und sein Team vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam in enger Zusammenarbeit mit dem Aachener Centrum für Technologietransfer ACTO e. V. künstliche Hornhäute. Wissenschaftliche Partner im Projekt „Artcornea“ sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das ACTO e. V. und die Augenklinik Köln-Merheim.

Zwei unterschiedliche künstliche Hornhäute

„Wir entwickeln zwei unterschiedliche künstliche Hornhäute, eine davon können wir als einfachen Transplantatersatz den Patienten einsetzen, die eine Spenderhornhaut gut vertragen, aber wegen des großen Mangels keine erhalten“, sagt Dr. Storsberg, Projektleiter am IAP. Der Wissenschaftler verfügt über großes Know-how hinsichtlich solcher Keratoprothesen: Von 2005 bis 2009 hat er schon einmal in Kooperation mit interdisziplinären Teams und Unternehmen eine künstliche Hornhaut hergestellt, die sich speziell für extrem komplizierte Versorgungssituationen bei getrübten Hornhäuten von Patienten eignete. Die Betroffenen tolerieren eine Spenderhornhaut aufgrund ihrer Erkrankung nicht oder haben bereits mehrfache erfolglose Transplantationen hinter sich. Für diese Leistung erhielt Dr. Storsberg den Josef-von-Fraunhofer-Preis 2010. „Von unserem neuen Implantat, „ArtCornea“ genannt, werden hingegen sehr viele Patienten mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern profitieren. Wir haben „ArtCornea“ bereits als Warenzeichen eintragen lassen“, so der Forscher.

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